Besuch des Abflussgrabens

Oder etwas wohlklingender des Canyon del Sumidero. Klingt auf Spanisch sehr viel besser, solange man nicht weiß was es heißt. Aber davon abgesehen ist es in jedem Fall eine hochgradige Sehenswürdigkeit. Um dort hin zu kommen hat es aber eine Weile gedauert. Zwar waren es nur etwas über 300 Kilometer, aber die können sich hier ganz schön ziehen. Zunächst haben wir in Villahermosa noch einen kurzen Spaziergang zum Park de la Venta gemacht und haben uns wenigstens einen der ollen Olmekenköpfe angesehen.

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Da wir schon ahnten, daß die Fahrt in die Berge Zeit brauchen wird, haben wir uns den Besuch des Parks geschenkt und sind gegen halb zehn aufgebrochen. In unserem Reiseführer hatten wir einen Hinweise auf eine Straße mit Aussichtspunkten gefunden, die ich in Maps auch nachvollziehen konnte. Da wir dazu nach Tuxtla Guiterrez mussten, haben wir nicht die schnellste Route nach San Cristobal genommen, sondern sind erst nach Westen, Richtung Cardenas aus Villahermosa rausgefahren. Das Stück ließ sich zügig fahren und in Cardenas ging es dann nach Süden weiter. Auch hier kamen wir noch recht rasch voran. In Huimanguillo war aber Schluß mit lustig. Das Straße hatte nur noch die Breite einer kleinen Landstraße bei uns. Dazu kamen teils abenteuerliche ortsdurchfahrten. Einmal war im kompletten Ortskern die Straße fast komplett verschwunden. Es sah aus als sei der Fahrweg von Mörsergranaten umgepflügt worden. Da war nur noch Schritttempo drin. Gottsei Dank ging es am Ortsende auf normaler Fahrbahn weiter. Die Straße war hier gesäumt von Bananenbäumen. Wir haben uns einige Bananen als Reiseproviant an der Straße gekauft. Interessanterweise sind die Früchte, obwohl schon sehr braunfleckig vollkommen fest und schmecken einfach phantastisch. Sie haben hier auch eine ganz andere Form, als die Früchte, wie wir sie kennen. Sie sehen als, als hätte sie jemand durch die Mangel gedreht, wodurch Sie ihren twas ovalen Querschnitt bekommen haben. Nun beginnt eine Hügellandschaft und die Straße führt ständig steil bergauf und bergab. Das Land hier wird viel stärker landwirtschaftlich genutzt, als wir es bisher sahen. Durch die noch zahlreich erhaltenen Bäume bekommt das Ganze den Charakter einer urigen Parklandschaft. Uns gefällt das ganz großartig.

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Als wir Tuxtla erreichten, fand ich den Abzweiger zur Panoramastraße des Canyons sofort. Ich wusste ja, wo ich ihn suchen musste. Nun schraubte sich die Straße steil den Berg hinauf bis zu einem Tickethäuschen. Hier entrichteten wir ein kleines Eintrittsgeld und bekamen von drei jungen Mädchen eine gründliche Einweisung auf Englisch (!) wo wir welchen Aussichtspunkt finden würden, wo es einen Kiosk gibt, wo die Toiletten sind und wo man auch etwas weiter laufen muss bis man zum View Point kommt. Auf diesemWeise perfekt instruiert, bedanken wir uns artig und fahren weiter den Berg hinauf. Der Einblick in den Canyon ist von hier oben wirklich atemberaubend. Da hatte der Reiseführer nicht zu viel versprochen. Darin stand sogar geschrieben, daß der Anblick von hier oben den Eindruck vom Boot aus eindeutig toppt. Ein besonderes Naturereignis wurde uns auch noch zuteil. Es zog ein Gewitter auf und entlud sich just als wir beim letzten Aussichtspunkt ankamen. Uns hat es nur wenig erwischt, da wir nur gestreift wurden. Aber wir konnten sehr schön beobachten, wie sich die Wassermassen eine Kilometer von uns entluden, so daß dort nur nich eine weiße Wand zu sehen war. Als die Sonne wieder durchkam, bildete sich im Canyon auch noch ein Regenbogen. Herz was willst du mehr! Er ist sogar auf dem Bild mit dem Canyonbogen in der rechten Hälfte zu erkennen.

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Zu unserem Tagesziel sind es es noch immer 75 Kilometer und es ist schon Viertel nach vier geworden. Mit einer Ankunft bei Tageslicht wird das auf der normalen Straße nichts mehr. Also nahmen wir die Mautstraße und gingen auf ihr die letzte Etappe an. Nun ging es wirklich aufwärts. Selbst auf dieser begradigten Straße ging es für knapp 40 Kilometer nur steil bergauf. Wir waren froh die schnellere Alternative genommen zu haben, als wir in San Cristobal ankamen. Das Gewirr der kleinen Gässchen der Altstadt ist so schon schwer zu durchschauen. Relativ schnell finden wir dennoch unser Hotel mitten darin. Ein sehr stimmungsvolles Haus. Aber dazu mehr und auch Fotos nach der ersten Erkundungstour.

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4 Kommentare zu „Besuch des Abflussgrabens

  1. Sagenhaft die Fotos, nach einigem Hinsehen, habe ich den Regenbogen gesehen; da ist es mal wirklich Glück, wenn man in einen Schauer kommt.

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  2. Wow, atemberaubend schön diese Fotos vom Canyon und den Regenbogen habe ich sofort gesehen. Bin ja auch noch etwas jünger als Monika 😉
    Und die Fotos mit dem satten grün, auch sehr schön. Mal was anderes als immer diese Steinlandschaften.
    Viel Spaß noch euch beiden.

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