Namib-Naukluft-Park

Zwischen den riesigen SanddĂŒnen kann es extrem heiß werden, deswegen sind die DĂŒnenbesteiger gut beraten, um diese Zeit bereits an den DĂŒnen einzutreffen. So wie wir. Außerdem ist die Zeit um den Sonnenaufgang die schönste. Das hieß also wieder frĂŒh aufzustehen, konkret hieß das 4:30 Uhr! Um 10 nach fĂŒnf rollte der Truck zum Tor des Parks. Wir waren tatsĂ€chlich in der pole position wenn um 05:30 das Tor geöffnet wird. Von hier aus war es dann noch eine knappe Stunde bis zu Big Daddy. So heißt die höchste DĂŒne des Nationalparks. Sie misst sagenhafte 330 m, was abhĂ€ngig vom Wind aber stĂ€ndig etwas variiert. WĂ€hrend die meisten vorhatten, gleich dort hinauf zu steigen, sind wir erst einmal außen herum gegangen, um gleich in das Deadvlei zu gelangen. Seit etlichen Jahren schwirren mir schon bestimmte Bilder durch den Kopf, wenn ich an Namibia denke. Und die bekomme ich nur kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Sonne erstmals ĂŒber die mĂ€chtigen DĂŒnen geklettert ist und es geschafft hat, die gegenĂŒberliegende DĂŒne zu beleuchten, wĂ€hrend die toten BĂ€ume des Deadvlei noch im Schatten liegen. Außerdem sollten natĂŒrlich keine Leute zwischen den BĂ€umen rummarschieren. Wir waren um kurz nach halb sieben tatsĂ€chlich die ersten hier und ich bekam die lang ersehnten Fotos. Anbei eine schnelle und weitgehend unbearbeitete Auswahl, die aber schon ganz gut zeigt, was ich meine.

ÜberglĂŒcklich bin ich anschließend mit meiner Beute gen Big Daddy aufgestiegen. Traudl hat nach kurzer Zeit aufgegeben. Zum einen ist der Aufstieg im rutschigen Sand extrem anstrengend und Traudl wurden die steilen HĂ€nge auch noch unheimlich. Von der Temperatur ging es noch ganz gut und der Aufstieg um die Zeit lohnt sich noch alle Mal. Seht selbst.

Anschließend ging es quasi nebenan noch zu Big Mama, ebenfalls eine sehr hohe SanddĂŒne, die ich aber nicht mehr bestiegen habe.

Auf der RĂŒckfahrt haben wir noch an der DĂŒne 45 angehalten. Sie heisst schlicht so, weil sie am Kilometer 45 von Sesriem hierher liegt.

Heute Abend wird noch einmal gemeinsam gegrillt und sicher werden wir manches Revue passieren lassen. Denn morgen steht nur noch die RĂŒckfahrt nach Windhoek an. Zwar wird es dort noch einen Stadtrundgang und eine letztes gemeinsames Abendessen geben, aber mit den EindrĂŒcken hier, wird das nicht mehr mithalten können.

Nach der Übernachtung im Hotel in Windhoek geht es am darauffolgenden Tag retour nach Frankfurt. Hoffen wir mal, daß die Eurowingspiloten, die uns fliegen sollen nicht streiken.

Okawango-Westdelta

Bereits um 6 Uhr sind wir wieder auf den Beinen, machen uns etwas frisch und bauen gleich die Zelte ab. Unser Fahrer Robert ist wieder ĂŒberall dabei, hilft und gibt Tipps wie es richtig geht. ZunĂ€chst nehmen wir uns nur eine schnelle Tasse Kaffee, danach geht es gleich mit dem Boot hinaus auf den Kwando. Anderthalb Stunden erkunden wir die Flusslandschaft und ihre Bewohner. Das Licht ist so frĂŒh wunderbar und es macht große Freude Wasserböcke, Hippos, Warane und Bienenfresser zu beobachten.


Mit wunderschönen Bilder kommen wir zurĂŒck und stĂŒrzen uns mit Appetit auf das FrĂŒhstĂŒck, das Ruth zwischenzeitlich vorbereitet hat.

Ruth hat ein paar RĂŒhreier gemacht

Schnell wird es heiss und wir sind froh die Zelte bereits abgebaut zu haben. Es geht wieder hinaus Richtung Straße. Kurz zuvor stoppen wir an einer Ansammlung kleiner HĂŒtten. Wir beschließen hier zu fragen, ob wir einen Blick hinter die Kulissen werfen dĂŒrfen. Da gestern alle großzĂŒgig eingekauft haben, sollen wir nur die HĂ€lfte der Mitbringsel mitnehmen. Ruth klĂ€rt schnell den Besuch, dann steigen wir auch schon mit unseren TĂŒten aus. Nachdem wir sie ĂŒbergeben haben. Entbrennt ein kleines Gerangel darum. Ruth macht aber schnell klar, dass geteilt werden muss. Uns begleiten ausschließlich Frauen und Kinder. Ein Mann sitzt vor seiner HĂŒtte und starrt auf sein Handy, grĂŒĂŸt kurz, nimmt sonst aber wenig Notiz von uns. Die HĂŒtten bieten vielleicht 6-10 qm Platz, das muss fĂŒr eine ganze Familie reichen! Draußen wie drinnen ist es vermĂŒllt, sehr unordentlich und dreckig. Das Elend ist mit HĂ€nden zu greifen. Ruth und einige andere auch haben zum Schluss TrĂ€nen in den Augen. Ruth fragt, ob wir einverstanden wĂ€ren gleich noch die 2. HĂ€lfte der Mitbringsel zu holen. Einen zweiten Besuch wĂŒrde sie nicht aushalten. Alle sind sofort einverstanden und verteilen die zweite HĂ€lfte der Lebensmittel. Als wir weiterfahren ist es ein Weile recht ruhig im Truck.

Die heutige Fahrt gehört zwar zu den kĂŒrzeren Etappen, dafĂŒr treffen wir aber wieder richtig schlechte Passagen wie auch Gravel Roads an. Zwischendrin haben wir auch noch einen Tankstopp mit Einkaufsgelegenheit und (mal wieder) einen GrenzĂŒbergang. Inzwischen sind wir so oft hin und her, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich nun in Namibia, Botsuana oder Simbabwe bin. Der Reisepass fĂŒllt sich zusehends mit Stempeln. Die Gravel Roads fĂŒhren unser durch den Bahathwapa- Nationalpark. Mit ca 2000 qKm ist es einer der kleinsten Parks in Namibia. Inzwischen haben wir so viele Antilopen gesehen, dass wir dafĂŒr gar nicht mehr anhalten.

Als wir am Nachmittag ankommen, bauen wir zunĂ€chst die Zelte auf und richten die KĂŒche und Sitzgelegenheiten her. Zur Belohnung dĂŒrfen wir anschließend zur 2. Bootstour des Tages aufbrechen. Hier gelingen besonders schöne Fotos an einer Bienenfresser-Kolonie. In dem hohen Papyrus ringsum, hören wir immer wieder wie sich Elefanten krachend den Weg bahnen. Aber nur zweimal bekommen wir sie zu Gesicht. Die sind deutlich scheuer als die im Chobe-Park und zeigen ihren Unmut auch durch entsprechende Gesten. Bis zum Sonnenuntergang sind wir mit dem Boot unterwegs und kehren wieder einmal vollgepackt mit herrlichen EindrĂŒcken zurĂŒck.

Heute Abend werden HĂŒhnerkeulen gegrillt, dazu gibt es einen leckeren GemĂŒsereis ala Ruth. Voll lecker!! Nach der ausgiebigen Schlemmerei verkĂŒndet Susi (mit 71 unsere Ă€lteste Teinehmerin) stolz, daß sie mich heute geschlagen hat, weil sie 5 und ich nur 3 HĂŒhnerbeine gegessen hat. Susanne ist Deutsche und lebt mit Carlo ihrem italienischen Mann in einem Landhaus mit großem GrundstĂŒck bei Rimini. Sie essen sehr gerne und Susi auch reichlich. Bei der abendlichen Runde am Lagerfeuer erzĂ€hlt sie uns, wie sie sich einen Vorrat an Tomatenpulpo fĂŒr das ganze Jahr anlegen. Bei einem Bauern in der NĂ€he kaufen sie zur Erntezeit leckere, reife Tomaten bis ungefĂ€hr ihre Badewanne voll ist. Darin werden sie gleich gewaschen und kommen anschließend grob geschnitten in einen Topf. Dazu etwas Wasser und nun ca. 20 Minuten aufkochen. Dadurch lösen sich die Schalen. Nun geht es in eine nur in Italien erhĂ€ltliche Maschine, die Fruchtfleisch von Schalen trennt. Unter Zugabe von Stangensellerie und diversen GewĂŒrzen wird alles nochmals kurz aufgekocht und nun portionsweise in GlĂ€ser abgefĂŒllt. 200 Portionen reichen bis zur nĂ€chsten Tomatenernte. Ich bekomme schon wieder Appetit!

Shawimbo River Lodge

Der Name fĂŒhrt etwas in die Irre. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Campingplatz. Jochen, der Country Manager fĂŒr World Insight betreibt hier einen seiner diversen PlĂ€tze im sĂŒdlichen Afrika. Als wir am frĂŒhen Nachmittag nach abermaligem GrenzĂŒbertritt nach Namibia eintreffen, steigen wir gleich in die beiden wartenden Jeeps um. Wir starten von hier aus unsere Rundfahrt durch den Mudumu National Park. Dieser Park fĂ€llt durch seinen Baumbestand auf. Hier gibt es auffallend viele große BĂ€ume. Als wir nach einer halben Stunde an einem Flussufer stehen, ist klar warum. Außerdem sind wir nun seit einer Woche unterwegs und wir sehen, dass der FrĂŒhling vorankommt. Die BĂ€ume und BĂŒsche tragen viel mehr frisches Laub. Eine Wohltat fĂŒr das Auge! Hier gelingt es uns erstmals Zebras aufzuspĂŒren. Die krĂ€ftigen, stark gemusterten Tiere in ihrem natĂŒrlichen Umfeld sind ein herrlicher Anblick. Auch einige interessante Vögel sehen wir. Darunter ist auch ein Fischadler.
Als wir zurĂŒckkommen, steht die Sonne schon tief. Schnell werden die Zelte aufgebaut und bezogen. Danach wird das Essen zubereitet. Kartoffeln werden geschĂ€lt, GemĂŒse geschnitten und Fleisch angebraten. Ruth wĂŒrzt alles nach Simbabwer-Art und bald ist ein leckeres Gulasch zubereitet. Auf der Fahrt hierher haben wir einen großen Einkaufswagen mit Lebensmitteln gefĂŒllt. Dazu haben wir jeder ein paar Euro in zusĂ€tzliche Lebensmitteln angelegt. Wir vereinbarten mit Ruth, bei Gelegenheit an einem kleinen Dorf anzuhalten und darum zu bitten, uns die HĂŒtten anschauen zu dĂŒrfen. Im Gegenzug sollten die Lebensmittel verschenkt werden. Nun lassen wir uns erst einmal ein leckeres Gulasch schmecken. Es ist köstlich! Danach ist schnell abgewaschen und aufgerĂ€umt. Den Abend verbringen wir mit einer Fragerunde ĂŒber die bislang gesehen LĂ€nder und ihre Menschen. Erstaunt hat mich Ruth‘s strenge Meinung ĂŒber ihre Mitmenschen im sĂŒdlichen Afrika. Auf den Punkt gebracht meint sie, daß der grĂ¶ĂŸte Teil der Menschen keine Einstellung zur Arbeit hat. UnterstĂŒtzung bis hin zu staatlichen Finanzmitteln bei GrĂŒndungen gĂ€be es. Weil das Geld spĂ€ter aber zurĂŒckgezahlt werden muss, will es kaum einer. GĂ€be es „Hartz IV“ kĂ€men alle gerannt. Schnell ist der Bogen zur FlĂŒchtlingswelle gespannt und den Erfahrungen, die einige von uns mit den Menschen aus Schwarzafrika versus Afghanistan/Syrien bei uns gemacht haben.

Chobe Nationalpark

Nach einem leckeren FrĂŒhstĂŒck ging es schon kurz nach 7 Uhr weiter nach Kasane. Wir hatten an dem Tag viel vor. Kurz vor elf erreichten wir dieses Mal ein Hotel. Nach einer kurzen Pause ging es gleich weiter in das Chobe Naturreservat. Die EindrĂŒcke hier waren ĂŒberwĂ€ltigend. Der Anblick der Elephanten, WasserbĂŒffel und diversen Antilopen, die sich hier massenhaft eingefunden hatten, erschien archaisch, wie aus einer anderen Zeit. Hier mĂŒssen wieder die Bildern sprechen. Könnte ich das treffend beschreiben, wĂ€re ich LiteraturpreistrĂ€ger. 

Am spĂ€teren Abend sind wir dann nach dier Fahrt mit den Jeeps in ein kleines Boot umgestiegen. So haben wir das Ufer und die Insel Sududu noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. 

Wegen der Insel wĂ€re zwischen Botsuana und Simbabwe fast ein Krieg ausgebrochen. Kurz bevor das passierte gab man das Thema an den internationalen Gerichtshof in Den Haag ab. Dort wurde eine Vermessung der Flusstiefen beauftragt. Weil der tiefere Flussarm auf Simbabwes Seite verlĂ€uft, liegt nach internationalem Recht dort auch die Grenze. Seitdem gehört die Insel zu Botsuana. 

Mit dem Boot kamen wir nun auch nĂ€her an BĂŒffel und Krokodile heran. Schließlich stöberten wir auch ein Löwenrudel auf. Das hatte sich unter die BĂŒsche direkt am Flussufer zurĂŒckgezogen. Bestimmt ein Dutzend Tiere waren das. Ein großartiger Eindruck. Zu den Hippos hielten wir einen respektvollen Sicherheitsabstand ein. Die Burschen sind brandgefĂ€hrlich! Die meisten tödlich verlaufenden WildunfĂ€lle geschehen nicht mit Raubkatzen, sondern mit Flusspferden! Zum Ende der Fahrt brachten wir uns zu einem Sonnenuntergangsfoto in Position. Dort bemerkten wir in 20-30 m Entfernung auch zwei Hippos im Wasser. Eines wurde plötzlich etwas aktiver, schwamm umher und reckte immer wieder seinen Kopf höher aus dem Wasser. Schließlich riss es sein riesiges Maul auf und legte den Kopf in den Nacken. Unser BootsfĂŒhrer setzte  umgehend zurĂŒck, weil diese Geste als deutliches Warnzeichen des Flusspferds zu verstehen ist. Kurz nachdem wir unsere Position verlassen hatten, ist es ungefĂ€hr an diese Stelle fast wie ein Delfin aus dem Wasser geschossen. Genau mit dieser Angriffsart werden regelmĂ€ĂŸig Boote zum kentern gebracht. Die Umsicht unseres BootsfĂŒhrers hat uns vor schlimmeren bewahrt. Das kleine Aluboot mit seinen 12 PlĂ€tzen hĂ€tte dem Rumms nicht viel entgegen zu setzen gehabt. DafĂŒr war der kurze Moment der DrohgebĂ€rde und die dahinterstehende Sonne die Gelegenheit fĂŒr ein tolles Foto. Reine GlĂŒckssache, daß dies in dem kurzen Moment gelang. 

Victoria Falls

Als erster EuropĂ€er stand Dr Livingstone Mitte des 19. Jahrhunderts vor dem was spĂ€ter zu einem der 7 Weltwunder erklĂ€rt werden sollte. Als wir bei der Einweisung durch den Guide erfuhren, im Oktober sei fast der niedrigste Wasserstand im Jahresverlauf erreicht, war ich zunĂ€chst enttĂ€uscht. Die Wassermenge variiert zwischen 5000 qm/s im April bis 500 qm/s im November. Jedoch kehrte sich meine EnttĂ€uschung rasch ins Gegenteil um, als der Guide meint, jetzt sei die Zeit nahezu ideal. Die fallenden Wasser werden nĂ€mlich so fein zerstĂ€ubt, daß sie in der engen Schlucht weit ĂŒber den gegenĂŒberliegenden Rand hochgedrĂŒckt werden. Dann ergießt sich das Wasser als feiner Nieselregen ĂŒber die dort gehenden Besucher. Das bedeutet, im FrĂŒhjahr wird man erstens pitschepatsche nass und zweitens ist durch den Wassernebel nichts mehr zu erkennen. Außerdem zeigte uns ein Blick auf eine Karte, dass diese WasserfĂ€lle die ersten der sieben Weltnaturwunder sind, die wir besuchen! Na, dann passt ja alles.

FrĂŒher, also ein paar Milliönchen Jahre zuvor, floss der Sambesi, der wohl auch noch nicht so hieß 😉, Richtung SĂŒdafrika und mĂŒndete in den Limpopo. Heute mĂŒndet er viel weiter nördlich in den Indischen Ozean. Verursacht haben dies tektonische Bewegungen. Auf diesem neuen Weg liegt nun ein großes Basaltgebiet. Dieser Stein ist zwar Ă€ußerst hart aber auch bruchempfindlich. Temperatur- und Druckschwankungen fĂŒhrten zu großen Rissen, ĂŒber die sich das Wasser ergoss. Acht solcher Risse und damit Verlagerungen das Wasserfalls konnte man nachweisen. Der 9. entsteht bereits. Das dauert aber noch ein paar Tage 


So entstanden die Vic-Falls

Die WasserfĂ€lle sind schwer beeindruckend. Alles weitere ĂŒberlasse ich nun wieder den Bildern. Viel Spaß beim durchklicken.

Nach einer Mittagspause sind wir 2 Stunden spĂ€ter zu einem Hubschrauber-Flugfeld gefahren. Von dort startete unser kleiner Flug ĂŒber die Victoria FĂ€lle. Von hier oben kann man erst ermessen, welch langen und tiefen Canyon der Fluss in den Stein gegraben hat. Über 70 Km zieht er sich noch hin.

Kaziikimi Campsite Tag 2

Der Abend am Wasserloch war nicht mehr ganz so spektakulĂ€r, wie am Tag zuvor, aber die Nacht werde ich mein Lebtag nicht mehr vergessen. Um halb zwölf schreckte ich das erste Mal hoch, weil Löwen ganz in der NĂ€he brĂŒllten. Es ist unglaublich mit welcher LautstĂ€rke, ja stimmlicher Gewalt ein Löwe brĂŒllt. Mir fuhr das durch sĂ€mtliche Knochen. Und es hörte sich unglaublich nah an. Ich konnte sogar die kleinen Löwenbabys maunzen hören. Das wiederholte sich noch 4-5 Mal in der Nacht. Kaum dĂ€mmerte es, stand ich auf und verließ das Zelt. Nachts auf die Toilette zu gehen, hatte ich nicht gewagt. 10 m neben unseren Zelten fand ich tatsĂ€chlich frische Spuren auf dem Fahrweg. Die FußabdrĂŒcke lagen klar ĂŒber allen Reifenspuren – seltsames GefĂŒhl!

Frische Löwenspur

Nachdem Zeltabbau und dem FrĂŒhstĂŒck ging die Fahrt wieder ein gutes StĂŒck weiter nach Osten. An der Elephant Sands Lodge glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Hier wird ein Wasserloch permanent mit frischen Wasser gespeist. So haben die DickhĂ€uter sowohl Trinkwasser als auch jede Menge Matsch um sich einzukleistern. Die Kameraden kommen auch in Scharen, um diesen Service zu nutzen.  Es ist ein Schauspiel ihnen dabei zuzusehen. GetrĂŒbt wird der Eindruck nur durch die starke olfaktorische Belastung.Sie lassen halt immer wieder mal etwas fallen. 

Wir zogen deshalb auch weiter zu einer abgelegeneren Lodge. Zu der fuhren wir mit einem kleinen Unimog. Den letzten Kilometer marschierten wir mit einem bewaffneten Ranger, der uns noch viel erklÀrte.
Der Abend wurde denkwĂŒrdig. Hier hatte man neben einem kleinen See noch ein ehemaliges Badebecken (fĂŒr Menschen!) direkt an die Terrasse abschließend. Kaum war es dunkel geworden, erschien der erste Elephant, um zu trinken! Und wir saßen fĂŒnf Meter daneben! Hammer! Diese riesigen Tiere sind so leise, dass man sie nicht kommen hört! 4-5 solcher Besuche wurden uns abgestattet, bevor wir zu Bett gingen und das Lagerfeuer verließen. In der Nacht schlief ich wie ein Stein, obwohl wir recht hellhörig in ZelthĂ€uschen schliefen. Nachts waren wohl auch hier Elephanten um die Zelte gegangen. Diesmal habe ich nichts gehört, die sind ja so leise!

Markiger Ranger
Freche Mangusten
Sonnenuntergang kurz bevor wir die Lodge erreichten
Lagerfeuer schon zum FrĂŒhstĂŒck

Kaziikimi Campsite

Gestern haben wir die lĂ€ngste Etappe des ganzen Urlaubs gefahren, 520 km ĂŒber teilweise heftige Strecken. Aber eins muss man sagen, diese Fahrt, so anstrengend sie war, hat sich definitiv gelohnt! Wir sind sprichwörtlich gerĂ€dert in unserem Camp angekommen und haben erst einmal die Zelte aufgebaut.

Das werden wir noch ĂŒben
Zeltlager feddisch!

Nachdem wir das mit tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung der Ranger geschafft hatten, sind wir mal ein paar Schritte an das nahe gelegene Wasserloch gegangen. Dort war gerade ein Elefant angekommen, um zu saufen. Aber viel besser war, das plötzlich von der Seite Löwinnen auftauchten, um das gleiche zu tun. Nach diesen ersten vier Löwinnen kamen dann noch ein paar Babys hinterher und spĂ€ter auch noch zwei MĂ€nnchen. Echt der Hammer. Zwischen dem Elefanten und den Löwinnen kam es zu einer kleinen Konfrontation, als eine Abordnung der Löwinnen in den RĂŒcken des Elefanten gerieten. Da hat er mal kurzerhand gezeigt, wer hier Herr im Haus ist. Dabei ist ein verĂ€ngstigtes Junges von der Gruppe getrennt worden und der Elefant steuerte genau darauf zu. Die klĂ€glichen Schreie sind durch den ganzen Busch geklungen. Dem kleinen ist aber nichts passiert. Aus unserer Perspektive sah das vermutlich viel dramatischer aus, als es tatsĂ€chlich war.

Die ließen uns keine Sekunde aus den Augen

Nachdem wir uns einigermaßen satt gesehen haben, schauten wir erst einmal, selbst etwas in den Magen zu bekommen. Seit wir in der FrĂŒh (06:30Uhr) losgefahren waren und außer zwei kurzen Stops in Ghanzi und spĂ€ter in Maun zum einkaufen fĂŒr das Zeltlager den ganzen Tag gefahren waren, hatten wir nur selbst mitgebrachtes im Bus zu uns genommen. Die selbst gemachten Spaghetti Bolognese schmeckten phantastisch!! Ein dickes Lob an unsere Reiseleiterin Ruth. Im Anschluss wollten unsere Ranger unbedingt noch eine Nachtpirschfahrt unternehmen, um die Löwengruppe aufzustöbern. Das gelang auch nach wenigen Minuten ganz in der NĂ€he unseres Camps, obwohl es schon tiefschwarze Nacht war.

2 Löwenmamas
Und der Chef dazu

Die Gruppe war noch grĂ¶ĂŸer als wir gedacht hatten. Insgesamt haben wir fĂŒnf Löwinnen, ein junges und ein etwas Ă€lteres MĂ€nnchen gezĂ€hlt. Dazu bestimmt ein halbes Dutzend junge Löwen. Bestimmt eine halbe Stunde lang beobachteten wir aus aller nĂ€chster NĂ€he (maximal 5-10 m) das Rudel. Dann haben sie sich in die entgegengesetzte Richtung unseres Lagers getrollt. Ich habe am nĂ€chsten Morgen ganz frische Fußspuren auf dem Weg direkt neben unseren Zelten (10-15 m entfernt!) festgestellt. Die Burschen sind in der Nacht um unsere Zelte geschlichen! Gut, dass wir den Rat der Ranger befolgt hatten und nachts nicht auf die Toilette gegangen sind, sondern fĂŒr alle FĂ€lle aus den leeren 5 l Wasserflaschen kleine Pinkeleimer geschnitten und die im Bedarfsfall benutzt hatten. Die Nacht ließen wir relativ frĂŒh ausklingen, sind in die SchlafsĂ€cke gekrochen und haben wie die Steine geschlafen. Am ganz frĂŒhen Morgen zwischen 4:00 und 5:00 Uhr sind wir dann vom lauten BrĂŒllen der Löwen geweckt worden. Die waren schon wieder direkt am Wasserloch neben uns. Bis wir dann aber alle aufgestanden waren, hatten sie sich schon wieder getrollt. Nach dem FrĂŒhstĂŒck ging es dann mit den Jeeps auf Pirschfahrt. Die war wirklich einmalig. Der Eindruck ist mit Worten gar nicht zu beschreiben. Wie wir durch die Sandpisten pflĂŒgten und viele, viele Dinge von Vögeln, kleinen Mangusten, Ducker, Springböcke, Warzenschweine, Elefanten bis zu 5 m hohe Giraffen erklĂ€rt bekamen. Jetzt lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.

Zenda Game Lodge

Nach einem reichhaltigen FrĂŒhstĂŒck vom Buffett wurden wir von einem vielköpfigen und noch vielbeinigeren Abschiedskommitte, s. Foto zum Bus begleitet. Besonders der Hund der Lodge wich mir kaum von der Seite. Wahrscheinlich weil ich der einzige war, der ihn ausgiebig kraulte.

 

Große Sauerei beim Abschied

 

Die Fahrt war lang und bis auf ein paar Impalas und Strauße weitgehend ereignislos. Wenn da nicht die QualitĂ€t der Straße gewesen wĂ€re. Noch dem Motto „geschĂŒttelt, nicht gerĂŒhrt“ ging es dahin. Jetzt ging mir auch ein Licht auf, warum im Prospekt stand „fĂŒr Menschen mit RĂŒckenproblemen nicht geeignet“. Wenn die Beckengurte nicht gewesen wĂ€ren, hĂ€tte ich mehrfach unter der Decke gehangen.

Die sehen so harmlos aus, die Straßen!

Den Versuch meine EindrĂŒcke gleich im Bus in‘s iPad zu tippen, gab ich ganz schnell wieder auf. Nach der Mittagspause in Gogabis habe ich mir fĂŒr die Fahrt noch einen Kaffe to go gekauft. Trotz Deckel bedurfte es wahrhaft artistischer FĂ€higkeiten, um den Kaffee unfallfrei zu trinken. Aber was tue ich nicht alles fĂŒr einen Kaffee. â˜ș

Nach der Ankunft auf Zenda stellte ich fest, daß heute noch kein zelten angesagt war. Was fĂŒr eine EnttĂ€uschung! Und Internet gibt es hier auch noch. Nun gut, das macht den Abend oder den nĂ€chsten Morgen entspannter, wenn nicht alles gleichzeitig geschrieben, bearbeitet und ĂŒbertragen werden muss.

Nach der Ankunft gab es ein StĂŒndchen Ruhepause bevor wir zu einem walk in den Busch aufbrachen. In unserem „Zimmer“ hĂ€tten wir uns fast verlaufen, so groß ist es. 
Nachdem wir wieder ins Freie gefunden hatten, wanderten wir mit vier San in den Busch. Unterwegs erklĂ€rten sie uns wort- und klickreich viel ĂŒber die Pflanzen, deren Nutzen und Verwendung. Klickreich, weil ihre Sprache mit unterschiedlichen Klicklauten durchsetzt ist. Einmalig unter allen Weltsprachen. Unterwegs wurden uns auch fast beilĂ€ufig Zebras und Kudus gezeigt. Wir suchten uns dann regelmĂ€ĂŸig einen Wolf bis wir die entdeckten. Zum Ende hin war dann noch Fotoshooting mit San angesagt und es ging retour. Rechtzeitig zum Abendessen und bevor die Sonne unterging. Hier gab es ĂŒbrigens auch Kudu!

Die Pflanze hilft z. B. bei Ohrenschmerzen.

 

oder wenn man aus den verbleibenden Fasern Seile dreht und damit Strauße fĂ€ngt.
Die fanden es ganz lustig, dass der große BlĂ€ssling vor ihnen niederkniete.

Aber morgen, morgen zelte ich!

Windhoek

oder windiges Eck was das Wort im burischem wohl bedeutet. Aber gehen wir noch mal zwei Schritte zurĂŒck – wie sind wir hier hingekommen. Los ging es gestern gegen Mittag mit der Bahn. Am Vortag hatte ich noch mit unserer Tochter darĂŒber diskutiert, warum wir relativ frĂŒh losfahren. So richtig trauen tue ich der Bahn ja nicht. Und dann kam es genauso, der Zug zuvor war bei uns an der Haltestelle noch pĂŒnktlich, aber unserer kam dann glatt 15 Minuten verspĂ€tet. In MĂŒnchen waren es schon 18 Minuten VerspĂ€tung und wir hatten nur 30 Minuten zum Umstieg. Mit dem ganzen GepĂ€ck mussten wir quer durch das BahnhofsgebĂ€ude. Das war durchaus sportlich, hat aber geklappt, weil unsere SitzplĂ€tze sich auch gleich im 2. Waggon befanden. Der ICE war schließlich total pĂŒnktlich und kam auch auf die Minute so am Frankfurter Flughafen an. Das war entspannt. Dann haben wir von Eurowings den Baggage Drop Of gesucht. Laut Bordkarte (am Vorabend online besorgt) sollte der hier irgendwo sein. Gefunden haben wir einen bei der Lufthansa. Dort haben sie unser GepĂ€ck aber nicht angenommen. Der Flug hatte zwar eine Lufthansa-Flugnummer soweit sind die Systeme wohl nicht. Hallo Lufthansa, da habt ihr noch etwas Arbeit vor euch! Bei Eurowings eine riesige Schlange, weil nur zwei Check in Schalter auf waren und gleichzeitig dort der Vorabend Check in lief. StĂŒckchen abseits erklĂ€rte eine der ServicekrĂ€fte einem anderen PĂ€rchen etwas, den habe ich dann auch nach dem DropOff gefragt. Kurzerhand nahm er uns mit an einen Schalter und schwupdiwupp war unser GepĂ€ck eingecheckt. Der DropOff war wohl out of order 
 aber egal, sehr gutes Service-VerstĂ€ndnis von dem Mann! Der Flug war zwar etwas verspĂ€tet abgeflogen aber ansonsten in time.

Kurz vor touch down in WDH
Konventioneller Ausstieg

Der Flughafen Windhoek ist kleiner als ich gedacht hatte und liegt mitten im nirgendwo. Dort haben wir erstmals Ruth, unsere Reiseleiterin kennen gelernt. Auch die anderen zehn Mitglieder der Reisegruppe trafen wir dort erstmals. Eine nette ĂŒbersichtliche Gruppe. Anschließend ging es zu einem Supermarkt fĂŒr die erste Versorgung und schließlich zu Joe‘s Bierhaus, eine Institution in Windhoek. Hier hatte ich Gelegenheit erstmals namibisches Wild zu essen. Ein Trio aus Kudu, Springbok und Zebra. Super lecker.

Hinterher sind wir zu unserer ersten Lodge gefahren. Ein Traum, was die Leute in die Ödnis gezaubert haben. Bei einem Spaziergang haben wir von Ruth viel ĂŒber das Land und seine vielfĂ€ltige Bevölkerung erfahren. Bei dieser Gelegenheit haben wir uns auch gegenseitig vorgestellt und schließlich einen fantastischen Sonnenuntergang bewundert. Morgen wird es dann Richtung Botsuana weitergehen, in das erste Zeltlager. Kann also sein, das ich mich erst in einigen Tagen wieder melden kann. Bis dann.

Sunset an der Moonraker Lodge
Stuhlkreis 😉 am Lagerfeuer
Blick ins Land an der Moonraker Lodge