Santiago de Kuba

Nun sollte es in das Herz des kubanischen Ostens gehen. Leider nicht so, wie ich mir das vorgenommen hatte. Schon im Reiseführer wird zwar von einer wahren Traumroute entlang der Küste südlich der Sierra Maestra gesprochen, aber auch von den schwierigen Straßenverhältnissen, geschädigten Brücken und unterspülten Straßen. Auch Amarylli empfahl dringend das sein zu lassen und nur mit einem Geländewagen so herum zu fahren. So ging es nach einem abermals sehr üppigem Frühstück auf der Landstraße direkt nach Santiago. In Contramaestra nehmen wir dann einen kleine Nebenstraße, die noch etwas durch die hügeligen Ausläufer der Sierra führt als kleinen Ersatz für die heute ausgefallenen Route. Manchmal habe ich das Gefühl, je weiter wir nach Osten kommen um so mehr Fahrräder und Pferdefuhrwerken begegnen wir. Vor allem auf dem Land begegnen uns kaum noch Autos. Einige Omnibusse und als Omnibus umfunktionierte Lkw sind neben ganz wenigen Traktoren und Pkw die einzigen Motorfahrzeuge neben uns. Das ist auch gut so, weil es das manches Mal abrupt nötige Ausweichen vor den Schlaglöchern deutlich vereinfacht. Wieder einmal begeistert uns die Landschaft. Hier werden jetzt deutlich mehr Bananen angebaut als wir das zuvor sahen. In den flacheren Landesteilen, ist aber auch eine arge Zuckerrohrmonokultur zu beobachten. Die Zuckerproduktion war bis vor wenigen Jahren noch Kubas wichtigster Wirtschaftsfaktor. Inzwischen ist der vom Tourismus deutlich überholt worden.

Als wir uns dem Viertel nähren, in dem unsere Unterkunft liegt, wird uns etwas mulmig. Es sieht hier alles arg ramponiert aus. Außerdem sehen manche der hier Wohnenden etwas, nun ja – schräg aus. Als wir aber vor der Adresse stehen, sehen wir ein adrett renoviertes Häuschen. Von einer jungen Schwarzen wird uns geöffnet und wir werden freundlich begrüßt. Sehr positiv überrascht sind wir von dem Zimmer frisch renoviert, sehr großes Bad und alles super sauber – toll! Wir bleiben erst einmal im Zimmer. Es ist heute sehr heiß, die Sonne sticht runter und wir müssen erst mal abkühlen. Später fahren wir mit den Bici-Taxi zur Bank unseres Hausherren. Als wir nach einem Taxi fragten und wo wir Geld tauschen können hat er gleich alles organisiert. Natürlich muss uns der Fahrer zur Bank fahren, bei der er arbeitet. Nun sitzen wir auf dem Dach schauen über Santiago, freuen uns über die angenehmen Temperaturen und schaue zu, wie gegenüber ein Afrikaner bei hellem Laternenlicht an die Hauswand pieselt und anschließend völlig ungeniert mit seinen zwei Kumpanen weiterzieht.

Schnell vergessen das Bild, um 8 gibt es Essen. Wir essen heute wieder in der Casa, wir lassen uns überraschen.

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Bayamos

Es war mal wieder dunkelgrau, als wir das Haus verliessen, um uns nach einem tollen Frühstück in die Altstadt von Camagüey zu stürzen. Alina hatte uns neben dem schon großen Omelett noch jedem eine super leckere Bulette gebraten. Wahrscheinlich als Ersatz, weil Sie kein Obst bekommen hat. Pappsatt laufen wir los. Zum gehen war das Wetter ganz ok, manchmal hat leider etwas Licht für die Fotos gefehlt. Heute ist Wahlsonntag auf ganz Kuba und es ist sehr ruhig auf den Straßen. Einige der Kirchen sind ganz gut besucht. Eine sogar richtig voll. Total witzig fanden wir, dass einige Leute ihre Fahrräder mit in die Kirche nahmen, um sie unter Aufsicht zu haben. Sie standen gleich neben den Sitzbänken. Sogar ein Motorroller war darunter. Für den Rest warteten draußen jede Menge Bici-Taxis. Unterwegs tröpfelte es immer mal wieder. Wir erlebten hier die gleichen unschönen Dinge, wie wir sie auch in lange touristisch aktiven Gegenden erlebt haben. Bettelei, fordernde Anmache und auch kleine Gaunereien. In einer Kirche bspw. Bin ich auf den Turm gestiegen. Unten stand, dass dafür bitte eine Spende in den Sammelkasten zu legen sei. Traudl wollte nicht mit und ich bin raufgestiegen. Traudl erzählte mir danach, dass eine alte Dame sie angesprochen habe, dass ich bezahlen müsse. Traudl hat das dann getan, den CUC aber der fordernden Dame gegeben. Die hat ihn dann aber selber eingesteckt, statt ihn in die Box zu tun. Die Betteleien hatten wir in Trinidad schon im Stadtmuseum gesehen. Dort stand ein Grüppchen recht gut gekleideter Damen vor dem Eingang und ging echt fordernd auf Reisegruppen los. Hier insbesondere auf die Frauen, um kleine Gaben wie Shampoos, Deos etc. zu ergattern. Es steht übrigens in vielen Reiseführern, so was als Geschenk mitzunehmen, da es hier Mangelware ist. Die wirkten aber eher wie erfahrene und offenbar erfolgreiche Zwischenhändlerinnen. Hier gab es exakt das gleiche wieder.

Das ist übrigens einer der nicht gelungenen Aspekte des Socialismo. Es werden Westwaren importiert und in speziellen Geschäften gegen harte Touristenwährung, den CUC (z. Zt. 1:25 zum einheimischen Peso) verkauft. Deshalb versuchen nun immer mehr Menschen aus dem kargen Leben des durch Lebensmittelgutscheine und andere Zuteilungsformen gesteuerten Sozialismus zu entkommen und an CUC zu kommen. Zimmermädchen oder Restaurantbedienung ist hier ein heißbegehrter Job, ganz anders als bei uns. Das Trinkgeld eines Tages kann schnell über dem Monatsverdienst eines Durchschnittskubaners liegen.

Kurz nach dem Mittagsläuten begann es dann richtig zu regnen und wir flüchteten in das Stadtcafe. Dort tranken wir Kaffee, aßen ein leckeres Stückchen Schokolade, das es dazu gab, trafen ein englisches Pärchen wieder, das wir schon in Trinidad kurz gesehen hatten und sprachen mit einem jungen kubanischem Musiker, der im Dezember mit seiner Gruppe nach Berlin gehen wird, um dort zu spielen und 2 Monate lang je 1900 Euro verdienen will. Wir wünschen ihm, dass es gelingt.

Um halb zwei brechen wir dann auf, weil es einfach nicht aufhören will zu regen. Kaum sind wir aus der Stadt raus, wird der Regen leichter und hört schließlich auf.

Die Fahrt nach Bayamo zieht sich ganz schön hin. Die Carretera Central ist inzwischen ebenfalls zuende und es geht auf der normalen Landstraße ostwärts. Abschnittsweise ist die Straße in wirklich gutem Zustand, da es aber außer dieser Straße kaum noch eine andere gibt und auch sonstige Wege nicht vorhanden sind, müssen alle die Straße nutzen. So sind hier vom Fußgänger über Radfahrer, Ochsen- und Pferdekarren, Oldtimer, Pkw, Lkw bis zum topmodernen Reisebus alle gleichzeitig unterwegs. Hört sich jetzt schlimmer an, als es tatsächlich ist, denn die motorgetriebenen Fahrzeuge sind deutlich in der Unterzahl. Außerhalb von Ortschaften kann es deshalb passieren, dass die Straße schnurgeradeaus führt und kein einziges Fahrzeug zu sehen ist. Stattdessen müssen wir auf die Schlaglöcher und die langsameren Straßennutzer achten.

Die Landschaft ist durchaus abwechslungreich. Uns fallen immer wieder die sehr großen Weideflächen auf. Es scheint hier sehr viel Viehwirtschaft zu geben.

Kurz vor Bayamo fängt es wieder an zu regnen. Na toll, jetzt war ich gerade wieder trocken. Ganz ohne zwielichtige Navigateure finden wir recht schnell unsere Unterkunft. Amaryli öffnet uns freudestrahlend die Tür und heisst uns willkommen. Inzwischen ist es schon wieder dunkel geworden und Amaryli empfiehlt das Auto in einer Garage unterzustellen. Es nachts vor dem Hausstehen zu lassen, hält sie nicht für gut. Sie telefoniert kurz, dann ist das organisiert. Eine Freundin von ihr hat Platz und freut sich auf 2 CUC. Das ist ok. Ich kurve mit Amarylli um einige Blocks (ist hier nie ganz einfach, weil die Altstädte immer etwas enge Einbahnstraßensysteme sind) dann stehen wir vor einer privaten Garage, komplett mit einem großen Eisentor verschlossen. Darin ist bereits ein Auto und Platz für ein weiteres. Die Dame, die uns öffnete, ist sehr symphatisch und wirkt absolut vertrauenswürdig. Also Auto rein und zu Fuß retour. Auf dem kurzen Rückweg frage ich nach Amaryllis Mann, dessen Name ich bei der Buchung gesehen habe. Nun erfahre ich, wie zerstreut die Familie lebt. Ihr Mann ist US-Amerikaner und arbeitet gerade in der Nähe von Houston. In vier Monaten (vielleicht) wird er wieder zurückkommen. Ihre Tochter hat einen Chirurgen geheiratet, der eine Professur als Chirurg in Bolivien hat und mit ihr dort lebt. Die werden sie Weihnachten besuchen kommen. Und zur Zeit ist noch ein alter Freund für eine Nacht da, der heute aus Baracoa kam, um morgen in seine Heimat nach Mexico zurückzukehren. Ok, ich versuche nie mehr traurig sein, weil meine Tochter in Offenbach lebt. Auf Amaryllis Empfehlung hin ziehen wir in die Stadt zu Don Carlos, so heisst das Restaurant. Wir essen tatsächlich sehr gut dort, sogar der Salatteller ist fällt mal etwas größer als sonst. Wenn auch die Auswahl mit Gurke, grüner Bohne und Avocado wie gewohnt „pappig“ ist. Wir fragen uns, wo gehen all die Tomaten, Paprika, Maiskörner etc, die wir schon auf den Feldern haben stehen sehen hin? Zum Abschluss wollen wir noch einen Mojito trinken, um den Abend ausklingen zu lassen. Aber außer Bier gibt es heute keine Alkoholika. Warum, das verstehen wir nicht. Vielleicht hat das noch mit dem ersten Todestag von Fidel am Wochenende zu tun. Also trollen wir uns und ziehen noch ein wenig durch die Altstadt. Die Plätze im kleinen Bayamo sind etwas heimeliger als in den größeren Orten und im Gegensatz zu den merkwürdigen Gestalten in Camagüey fühlen wir uns hier sicher. Es sind auch keine Polizisten zu sehen; in Camagüey hat die Innenstadt am Abend gewimmelt von Polizei! Retour an der Casa ist nun ein anderer Bediensteter zugegen. Er fragt uns nach den Frühstückswünschen und wie es so war im Don Carlos. Ich habe ihm dann erzählt, dass wir dort nichts mehr zu trinken bekamen, worauf wir fünf Minuten später zwei Cuba Libre auf dem Tisch stehen hatten. Dann kam auch Amarylli wieder heim und zeigte uns noch ganz stolz ihren Garten hinter dem Haus. Da haben wir unseren Drink zuende geschlürft, sind dann aber auch wieder reingegangen, von nebenan Nachbars Sau wenig appetitlich Geräusche von sich gab.

Zwiegespalten

Seltsamer Titel, aber der Reihe nach, das klärt sich schon auf.

In Trinidad geht es nach dem Frühstück um 8 los. Unser Casa-Besitzer lässt so richtig den Maestro raushängen. Er hängt mit seinem fetten Bauch im Flur vor den Haustür im sessel und schaut mir interessiert zu, wie ich den Koffer über die steile Treppe nach unten wuchte. Sein schwuler Adlatus hilft mir widerwillig mit dem 2. Koffer. Anfangs, als man das Zimmer noch loswerden wollte, sah das ganz anders aus. Nun wollen sie Traudl nicht mal die 10 CUC Wechselgeld retour geben, weil sie meinen, wir hätten doch sicher was aus dem Kühlschrank genommen. Nachschaun tun sie aber nicht, dazu müsste ja einer seinen fetten Wanst nochmal treppauf wuchten. Unsere Koffer dürfen wir dann alleine nach draußen tragen. Schade, dass wir die Unterkunft nicht über AirBnB gebucht hatten. Die Bewertung hätte sich gewaschen.

Als Zwischenstop hatten wir uns noch Sancti Spiritu vorgenommen. Es lag auf dem Weg und unser Reiseführer (natürlich vom ADAC made by THM, aber mit unserer Kartografie – Hallo Leute!) versprach einiges Gutes. Und in der Tat, wir können nur jedem empfehlen wie dort beschrieben hier vorbeizuschauen. Wunderschöne Kolonialbauten, sobald man die Brücke über den Fluss passiert hat. Ebenso ein toller Blick über das Zentrum vom Turm der Kirche. Beeindruckend auch die kleinen Gässchen mit ihrem intakten (!) Kopfsteinpflaster und hübschen Fassaden. Sehr viel sauberer, adretter und vor allem authentischer als Trinidad. Hier fanden wir auf Anhieb einen Etecsa-Laden und ich erstand dort für 6 CUC eine 5-Stunden-Internetkarte. In Trinidad gelang es uns nur eine Stunde für 4 CUC zu bekommen. Das allerdings auch nur von merkwürdigenTypen auf der Straße. Einen Etecsa-Laden wollte keiner kennen. Auf dem Bulevar vor dem Laden, bekamen wir auch auf Anhieb (im 1. Versuch !!) eine Verbindung und meldeten uns mal bei der Familie. So was gelang in Trinidad bei 30 Versuchen einmal und dann flog man beim Einloggen schon wieder raus.

Gegen halb zwei fuhren wir dann weiter. Kurz nach Sancti Spiritu fotografierte ich ein imposantes Cumulusgebilde, das ewig breit war, aber noch nicht ganz seinen Nimbus ausgebildet hatte. Da freute ich mich noch über das gelungene Foto. Wenig später realisierte ich, dass wir genau auf das Ding zusteuerten. Inzwischen war seine Basis auch zusehends dunkler geworden. Die ersten Tropfen fielen. Es dauerte nicht lange, da brach ein Unwetter los, dass die Umgebung in kürzester Zeit in ein Überschwemmungsgebiet verwandelte. Wir fuhren zwar auf der Straße der höchsten Kategorie hier im Osten Kubas. Das bedeutete aber in unseren Maßstäben lediglich eine einfache Landstraße, die zudem völlig ohne wasserbauliche Absicherung in die Landschaft gesetzt wurde. Kein Straßengraben, keine Drainage nichts. Das war uns am Tag zuvor, bei unserer Bergfahrt schon aufgefallen. Beim geringsten Regenfall, suchte sich das Wasser seinen Weg entlang der Straßenränder, unterspülte diese und die brachen beim ersten Fahrzeug danach weg. Die Straße hier war gerade noch passierbar, aber nur im Schritttempo. Nach einer dreiviertel Stunde hatten wir es geschafft. Der Regen verschwand und die Sonne kam wieder raus – als sei nichts gewesen. Um halb fünf erreichen wir Camagüey. Hier machen wir erstmals schlechte Erfahrungen mit Kubanern. Bislang hatten wir Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit erfahren, deshalb wurden wir wohl etwas nachlässig. Bereits etwas außerhalb der Innenstadt war mir ein Radfahrer aufgefallen, der uns später wieder begegnete. Als wir im historischen Zentrum etwas zögerten, weil unsere Karte die Einbahnstraßen nicht richtig berücksichtigte, kam er auf uns zu und fragte, wo wir den hinwollten. Als ich ihm die Adresse nannte, meinte er das sein schwierig, weil genau da dürften wir von hier aus nicht hinfahren.Er fuhr dann vor uns her um letztlich aber exakt die gleiche Runde wieder zu fahren, die wir eben schon mal gefahren waren. Da hätte ich schon skeptisch werden sollen. Danach erst fuhr er im Grunde so weiter wie ich es zuvor auch alleine getan hätte, um in unsere Zielstraße richtig rum reinzufahren. An der Casa erwartete uns dann ein anderer Mann, der sich gleich sehr energisch als Herr des Hauses vorstellte. Er bedeutete uns, nicht auszupacken. In gleichem Ton ging es weiter; da wo wir stehen darf nicht geparkt werden. Wir müssten das Auto zu einem Parkplatz fahren Er zeigt uns wo. Der Radfahrer stand immer noch da. Ich gab ihm einen CUC für seine „Hilfe“. Er guckte ganz entgeistert auf die Münze. Auch der andere meinte ganz leise plötzlich „One CUC?“. Ich überhörte das Gefasel geflissentlich und machte den Kofferraum auf, um mich an dessen Inhalt zu machen. Da wurde der 2. Wieder energisch meinte lautstark und wortreich, daß das nun gar nicht ginge und wir hier umgehend weg müssten. Mein Hinweis, dass hier ja auch noch 2 andere Wagen stünden, ließ er nicht gelten. Er also auf den Beifahrersitz, Traudl nach hinten zur Überwachung und los ging es. Nur drei Ecken weiter in dem Einbahnlabyrinth, war ein größerer abgeschlossener Parkplatz. Ok, das lasse ich mir eingehen. Hier mussten wir sofort 10 CUC für 24 Stunden zahlen. Aha, der Tourismus ist auch hier angekommen. Als ich zum falschen Menschen gehen will, um zu zahlen, wurde der Choleriker wieder laut. Jetzt reichts und auch ich fing auch an laut zu werden. Einfach auf deutsch, aber Hauptsache laut. Das wirkte, der Typ spricht plötzlich wieder normal. Er holte ein Bici-Taxi (Fahrrad-Rikscha), das schon am Parkplatz wartete, überwachte das Aufladen der Koffer, erklärt dem Radler, wo wir hinmüssten und mir, dass der Radler dann auch 10 CUC bekommt. Mich schaute er dann nicht mehr an. Die Beiden haben wir danach nicht mehr gesehen. An der Casa war am Eingang nun eine junge Dame, führte uns hinauf und zeigte uns das Zimmer. Nett und alles sehr sauber. Kurz danach trafen wir auch Alina, die ich von AirBNB her als Hausherrin kenne. Von ihr erfuhren wir kurze Zeit später, dass hier seit einiger Zeit einige Banden ihr Unwesen treiben und dass sie uns deshalb vor zwei Tagen eine Mail geschickt hätte. Tja, super, wenn wir hier normalen Internetzugang hätten. Als ich ihr die Verhältnisse in Trinidad schildere, kann sie es gar nicht glauben. In der ganzen Parallelstraße, könne man sich in jedes Cafe, Bar, oder Restaurant setzen und hätte problemlos Internetzugang. Das probierten wir später gleich aus. Und siehe da, es stimmte. 75 Bilder für den Blog hochgeladen, die Texte aus Word in WordPress umkopiert. Schnell noch die richtigen Kategorien definiert, weil Kuba noch fehlte. Nach 45 Minuten war alles erledigt. Geht doch! Alina war übrigens eine wunderbare, hilfsbereite Gastgeberin! So gab es an einem Tag ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Trinidad Tag 2

Der Tag begann eigentlich wenig vielversprechend. Es hatte nachts immer wieder geregnet, der Himmel war komplett bedeckt und es war vergleichsweise kühl. Hoffung machte aber, dass die Bewölkung viel höher lag (mein Fliegerblick taxierte das wohlwollend 😉 ) und im Gegensatz zu den vergangenen Tagen die topes des Collantes frei lagen. Also haben wir unsere sieben Zwetschgen gepackt und das Auto aus dem nahegelegenen Hinterhof geholt und uns auf den Weg zum Valles los Ingenios gemacht. Schon nach einer Viertelstunde tauchte linker Hand ein Schild Mirador irgendwas auf. Mirador klingt gut, also gleich mal abgebogen. Und tatsächlich bot sich von hier ein prächtiger Blick über das Tal der Zuckermühlen. Die Situation ist gut vergleichbar mit dem Ballcon des Valle in Vinales. Ab und an kam brach sich die Sonne auch schon Bahn durch die lockerer werdende Wolkendecke. Die Fahrt ging weiter ins Tal hinab und nach Osten. Vielleicht wieder eine Viertelstunde später tauchte links der Torre Iznaga auf. Hier hat sich längst auch die übliche Kehrseite des Tourismus aufgebaut. Die 200 m links und rechts zum Turm wird man von Tuchverkäuferinnen belagert. Hat man sich erfolgreich durchgekämpft, zahlt man einen CUC und darf den 44m hohen nach allen Seiten offenen Turm besteigen. Einigermaßen schwindelfrei sollte man dafür sein. Dafür ist die Aussicht zu allen Seiten großartig.

Inzwischen ist die Sonne doch recht mächtig am Werk, weshalb ich an ruhiger Stelle die lange Hose gegen eine kurze und Turnschuhe gegen Sandalen tausche. Wir bleiben jetzt auf der kleinen Straße in die wir zum Torre hin abgebogen waren und orientieren uns nach Norden in die Berge hinein. Es wird eine unglaublich schöne und erlebnisreiche Fahrt. Es ist unfassbar wie viele Variationen von grün es gibt. Die Landschaft wechselt von den ersten sanften Hügeln zu immer steileren Bergstraßen, auf denen manches mal Bedenken aufkommen, ob unser Peugeot hier noch raufkommt. Auch die Straßen selbst sind seehr abwechslungsreich. Das hätten sie nicht unbedingt sein müssen. Aber wir erleben einfach alles. Schlaglöcher so tief, dass man einen Bobbycar darin versenken könnte, hunderte von Metern komplett aus grobem Schotter, halb weggespülte Brücken, halb abgebrochene Fahrbahnen, bis auf die Fahrzeugbreite zugewachsene Fahrbahnen und so fort. Größere Abschnitte bewältigen wir nur mit einem Durchschnitt von unter 20 Km/h. Wir durchfahren etliche kleine Dörfer, passieren schmucke kleine Bauernhäuser, erleben straßenquerende Schweine- und Perlhuhnfamilien, beobachten Transporte von Pflanzen und anderen schweren Dingen per Pferdekarawanen und natürlich das allgegenwärtige Transportmittel Pferd und Pferdekarren. Überhaupt begegnen uns auf Kuba in den ländlichen Gebieten oft mehr Pferde als mechanisierte Transportmittel.

Völlig verblüfft sind wir, als wir an der einsamen Straße plötzlich einen kleinen bewirtschafteten Rastpunkt vorfinden. Fast wären wir daran vorbeigefahren. Wir machen auf einem Kaffee Halt und sind die einzigen Gäste. Von hier hat man einen super Blick auf den Embalse Habanilla, einen schon Anfang der 70iger Jahre angelegten Stausee. Man kann noch gut den Verlauf des Flusses, der hier aufgestaut wurde erkennen, so schön mäandriert das Wasser zwischen den steil aufragenden, grünen Berghängen hindurch.

Kurz danach passieren wir den Park Topes des Collantes und einige Kilometer danach wir die Straße spürbar besser. Von dieser Seite werden die Touristen per Reisebus hinaufgekarrt. Einigen begegnen wir noch als wir an einem Aussichtspunkt am Rande der Sierra Escambray mit Ausblick über Trinidad und das Meer Halt machen. Wir genießen den Ausblick in Ruhe, während drei Reisebusladungen sich zum Teil die Stufen hinaufschleppen und wieder weiterfahren. Auch wir müssen uns irgendwann losreissen und die letzten Kilometer absolvieren. Wir parken unseren braven Peugeot wieder an bekannter Stelle und Marschieren die paar Meter zur Casa.

Nun sitze ich hier auf der Dachterrasse, schreibe dies schnell runter und genieße ein phantastisches Farbspiel der Wolken durch die gerade untergehende Sonne.

Trinidad Tag 1

Das heutige Frühstück sieht leider besser aus, als es tatsächlich ist. Eigentlich ist alles wie sonst auch Kaffee, Milch, eine Eizubereitung nach Wunsch (Omelette, Spiegel- oder Rührei), Obst, Käsesandwich, weiches Brot, Butter und Marmelade. Satt werden wir, die Qualität ist heute aber nicht besonders.

Als ich heute morgen gegen sieben auf die Dachterrasse ging, schienen gerade die ersten Sonnenstrahlen um das Eck. Es war noch etwas kühl wurde aber rasch wärmer. Ich nutzte die Zeit, um noch den gestrigen Tag zusammenzufassen. Zum Frühstück um halb neun haben wir bereits ein Handtuch als Sonnenschutz aufgehängt, weil es zu heiß wurde. Als wir eine gute halbe Stunde später loszogen, trübe es sich verdächtig ein. Zunächst steuerten wir mal das ehemalige Convento de SanFrancisco de Asis an. Darin ist heute ein Museum, welches den Kampf Fidels gegen Konterrevolutionäre in den Bergen der Escambray dokumentiert. Am besten ist aber der Turm der Anlage. Von hier oben hat man den besten Blick über die Dächerlandschaft Trinidads. Die Innenstadt sieht von hier oben fast am besten aus. Die bunten Farben kontrastieren mit marodem Dachziegel und verfallenden Mauerstümpfen. Die komplette Altstadt und das im Nordosten angrenzende Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen) sind UNESCO-Weltkulturerbe. Die schönen Bauten Trinidads sind dem Reichtum der Zuckerbarone und der Arbeitskraft der gut eine Million Sklaven zu verdanken, die aus Afrika hierin verschifft und ausgebeutet wurden.

Nachdem es in der Ferne schon gekracht hatte und wir die Blitze in Küstenbereich zucken sahen, fallen bald die ersten dicken Tropfen und wachsen sich bald zu einem ordentlichen karibischen Regen aus. Jetzt wissen wir auch, warum die Straßen so seltsam geformt sind. Sie steigen zu den Rändern hin an und haben oft in der tieferliegenden Mitte besonders große, breite Steine. Hier rauscht nun das Wasser zu Tale. Schnell haben sich einen Meter breite Bäche gebildet. Eine ordentliche Reinigung können die Straßen schon vertragen. Der Regen zieht sich aber ordentlich hin. Wir finden in einem ehemaligen Theatersaal ganz bequeme Sitzplätze und warten auf das Ende des Regens. Anderthalb Stunden soll es dauern bis die Sintflut vorbei ist. Draußen auf den Straßen ist es nun sehr still geworden. Nirgends ist Musik zu hören, die sonst allgegenwärtig ist. Keine lautstarken Diskussionen, kein eifriges Schwatzen. Als wir wieder losziehen, kommen wir nicht so wirklich weit. Nach ein paar Metern am Museo Romantico stellen wir uns schon wieder unter. Nach kurzer Zeit gesellt sich ein alter Herr zu uns. Strohhut, kalte Zigarre, beigefarbener Feldanzug. Mit unseren paar Brocken Spanisch und den Lateinableitungen mancher Worte erfahren wir von ihm, dass er aus den Bergen gekommen ist, der Weg sechs Kilometer lang ist, er den gegangen ist und er 75 Jahre alt ist. Er staunt als er erfährt, dass wir 32 Jahre verheiratet sind. Wahrscheinlich wirken wir etwas jünger als die Leute, die erkennt. Seine Rente beträgt 270 Pesos!!! Ich habe in dem Laden, in dem wir das Wasser kauften, westlich Shampoos gesehen, die in beiden Währungen ausgezeichnet waren. Eine normalgroße Flasche davon kostete 300 Pesos!! Was haben sich die Revolutionäre eigentlich dabei gedacht, dieses schöne, fruchtbare Land in diese Situation zu manövrieren?

Als es nach einer halben Stunde mal wieder aufhört zu regnen ziehen wir weiter. Traudl darf den alten Herren noch fotografieren, dann trennen sich unsere Wege wieder. Wir streifen so durch die Straßen, schauen uns die Häuser und manche nette Innenhöfe der Restaurants an. Wir haben Lust auf eine guten Kaffee und suchen nach einer Dachterrasse. Etwas oberhalb der Plaza Mayor finden wir das Gesuchte. Es wird wieder ein etwas längerer Aufenthalt, Regen zieht durch. In dem Rhythmus geht es weiter mit Aufenthalten in der Galeria de Arte Universal und des Museo Municipal. Letzteres wegen eines Turm mit guter Aussicht ebenfalls empfehlenswert. Dann ist es vier Uhr und Traudl ist so kalt, dass wir uns gen Casa trollen. Kaum sind wir dort, reisst es für eine gute halbe Stunde auf und es sieht aus als wäre nichts gewesen. Aber um fünf Uhr rollen schon wieder dunkle Wolken über die südliche karibische See. Mal sehen wie lange es trocken bleibt.

Von größeren Schauern blieben wir verschont. Trockenen Fusses konnten wir zum Essen, noch etwas herumstreifen und Mojito und Canchanchara süffeln. Am meisten war an der Plaza Major los, deshalb war es auch aussichtslos ins Internet zu kommen. Mal sehen wie das Wetter morgen wird.

Trinidads Wahnsinn

Aus Cienfuegos finden wir schnell heraus und erfreuen uns an der schönen Natur, einer Mischung aus sanften Hügeln, viel Wald und einigen savannenähnlichen Abschnitten auf denen Nutztiere weiden. Vor lauter Gucken, fahren wir glatt an einem versteckten Abzweiger vorbei und finden uns am Playa Rancho Luna wieder. Wir nutzen die Gelegenheit und schauen uns den sehr einladenden Strand an. Es ist früher Nachmittag und fast nichts los. Ein paar wenige Menschen verteilen sich auf fast 2 Kilometer herrlichstem Strand. Leider gibt es keine Duschen, deshalb sehen wir schweren Herzens von einem Bad ab. Nach einem Spaziergang und einem kühlen Drink geht es weiter.

Die Landschaft bleibt auf der Fahrt so schön wie sie begonnen hatte. Wir cruisen in langsamer Fahrt immer auf der Hut nach Schlaglöchern gen Trinidad. Statt durch die Berge wie ursprünglich mal geplant, fahren wir im Westen an der Sierra del Escambray vorbei immer an der Küste entlang. Die Straße ist in relativ gutem Zustand und gut zu fahren. In Trinidad angekommen, haben wir auch schnell die Straße gefunden, in der die Casa liegen soll. Aber was ist das für eine Straße. Kopfsteinpflaster, aber solche Brocken, dass manche einem Kleinkind entsprechend. Das Üble daran sind aber die Absenkungen. So tief, dass darin locker ein zusammengeklappter Kinderwagen Platz fände. Am Busbahnhof werden wir angehalten. Weiterfahren geht nur noch ein kurzes Stück, dann ist die Straße gesperrt. Die Casa Colibri kennt hier niemand. Eine Hausnummer war auch nicht angegeben. Also weiter, die Absperrung weiträumig umfahren. Das Ganze in der engen Altstadt, zwischen vielen Menschen und besagte Schlaglöcher du Verwerfungen hindurch. Inzwischen aber ich zweimal bei der angegeben Tel-Nr. angerufen, bekomme aber nur einen AB dran. Die Krönung ist auch noch, dass die Casa von einer Freiburgerin geführt wird! Inzwischen haben wir einen Einheimischen an Bord, der uns durch die Straßen hilft. Aber auch ihm gelingt es nicht bei den Einheimischen eine Info zur Casa Colibri zu bekommen. Nun storniere ich telefonisch die Casa und mit unserer Begleitung suchen wir eine neue Unterkunft. Erwartungsgemäß kennt er natürlich einige. Die erste sagt uns nicht zu, bei der zweiten sagen wir dann ja. Groß, sauber und von einem Stockschwulen geführt. Aber einer von der Sorte, der am liebsten mit Federboa zum Tanzen geht. Er ist nett und hilfsbereit und wir sind nun ziemlich erledigt angekommen. Traudl müsste sich eigentlich erst einmal erholen. Sie ist heute wieder gefahren und mit den Nerven ziemlich runter. Aber unser Vermieter möchte gerne das Geld für die Unterkunft gleich. Essen könnten wir später zahlen. Also suchen wir nach seiner Beschreibung die Cadeca. Die finden wir erstaunlicherweise auch ohne Umweg. Aber dort stehen 20 Leute davor. Es ist heiß und feucht … Aber was hilft es. Traudl setzt sich in den Schatten. Es reicht wenn einer schwitzt. Ich bin ja nicht gefahren. Das Geldwechseln funktioniert wieder wie beschrieben, mit viel Bürokratie, aber es klappt. Nun setzen wir uns erst einmal in ein Internet-Cafe. Der Versuch darüber AirBnB zu erreichen, scheitert kläglich. Das amerikanische Tastatur-Layout ist noch das kleinste Problem, an Sonderzeichen wie ein @ ranzukommen, ist aber nur mit den ASCII-Codes möglich. Kennt die noch jemand von euch? Bis mir die Dame all die Zeichen genannt hat, die ich für meinen Login brauche, ist die halbe Stunde vorbei. Sie lässt mich aber großzügig länger sitzen. Aber die site von AirBNB baut sich nie vollständig auf. Per Suche mit der Maus kann ich per Anzeige links unten gerade noch das Login-Feld finden. Bei der Eingabe ist aber nichts zu erkennen. Auch die Tastatur reagiert sehr komisch. Mal funktioniert die Hochstelltaste, mal nicht, das Ganze im völligen Blindflug, weil die Eingaben nicht auf dem Bildschirm zu sehen sind. Dann versuche ich meine Mails zu checken. Die deutsche website geht einwandfrei, wenn auch grottenlangsam. Sehr seltsam das Ganze. Jetzt erstmal retour, duschen, Füße hochlegen.

Das abendliche Trinidad ist voller Leben. Am frühen Abend ziehen wir los, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Oben an der Plaza Major ist schon einiges los. Wir schlendern durch die Straßen, was relativ anstrengend auf dem holprigen Pflaster ist. Später finden wir auf einer netten Dachterrasse einen Tisch mit Aussicht auf die Plaza. Hier bleiben wir nach dem Essen noch eine Weile und trinken auch noch Mojito. Anschließend treiben wir uns noch eine Weile auf der Plaza herum. Dort gibt es wieder Wifi. Noch 10 Minuten Einlogversuche schaffe ich es reinzukommen. Bei AirBnB kann ich die Unterkunft von heute stornieren. Innerhalb von Minuten habe ich eine Mail von Paypal, dass ich gerade schon mal ein Drittel der Zimmerkosten rückerstattet bekommen habe. WOW, der Rest wird geprüft, dafür habe ich zuvor eine Begründung bei AirBnB hinterlegen können. Die wird nun bearbeitet. An die Lieben daheim ist noch eine Mail drin. Dann bricht auch schon wieder alles zusammen. Ich versuche es nochmal 10 Minuten, komme aber nicht mehr rein. Nun trollen wir uns langsam Richtung Heia.

Trinidad Tag 1
Das heutige Frühstück sieht leider besser aus, als es tatsächlich ist. Eigentlich ist alles wie sonst auch Kaffee, Milch, eine Eizubereitung nach Wunsch (Omelette, Spiegel- oder Rührei), Obst, Käsesandwich, weiches Brot, Butter und Marmelade. Satt werden wir, die Qualität ist heute aber nicht besonders.
Als ich heute morgen gegen sieben auf die Dachterrasse ging, schienen gerade die ersten Sonnenstrahlen um das Eck. Es war noch etwas kühl wurde aber rasch wärmer. Ich nutzte die Zeit, um noch den gestrigen Tag zusammenzufassen. Zum Frühstück um halb neun haben wir bereits ein Handtuch als Sonnenschutz aufgehängt, weil es zu heiß wurde. Als wir eine gute halbe Stunde später loszogen, trübe es sich verdächtig ein. Zunächst steuerten wir mal das ehemalige Convento de SanFrancisco de Asis an. Darin ist heute ein Museum, welches den Kampf Fidels gegen Konterrevolutionäre in den Bergen der Escambray dokumentiert. Am besten ist aber der Turm der Anlage. Von hier oben hat man den besten Blick über die Dächerlandschaft Trinidads. Die Innenstadt sieht von hier oben fast am besten aus. Die bunten Farben kontrastieren mit marodem Dachziegel und verfallenden Mauerstümpfen. Die komplette Altstadt und das im Nordosten angrenzende Valle de los Ingenios (Tal der Zuckermühlen) sind UNESCO-Weltkulturerbe. Die schönen Bauten Trinidads sind dem Reichtum der Zuckerbarone und der Arbeitskraft der gut eine Million Sklaven zu verdanken, die aus Afrika hierin verschifft und ausgebeutet wurden.
Nachdem es in der Ferne schon gekracht hatte und wir die Blitze in Küstenbereich zucken sahen, fallen bald die ersten dicken Tropfen und wachsen sich bald zu einem ordentlichen karibischen Regen aus. Jetzt wissen wir auch, warum die Straßen so seltsam geformt sind. Sie steigen zu den Rändern hin an und haben oft in der tieferliegenden Mitte besonders große, breite Steine. Hier rauscht nun das Wasser zu Tale. Schnell haben sich einen Meter breite Bäche gebildet. Eine ordentliche Reinigung können die Straßen schon vertragen. Der Regen zieht sich aber ordentlich hin. Wir finden in einem ehemaligen Theatersaal ganz bequeme Sitzplätze und warten auf das Ende des Regens. Anderthalb Stunden soll es dauern bis die Sintflut vorbei ist. Draußen auf den Straßen ist es nun sehr still geworden. Nirgends ist Musik zu hören, die sonst allgegenwärtig ist. Keine lautstarken Diskussionen, kein eifriges Schwatzen. Als wir wieder losziehen, kommen wir nicht so wirklich weit. Nach ein paar Metern am Museo Romantico stellen wir uns schon wieder unter. Nach kurzer Zeit gesellt sich ein alter Herr zu uns. Strohhut, kalte Zigarre, beigefarbener Feldanzug. Mit unseren paar Brocken Spanisch und den Lateinableitungen mancher Worte erfahren wir von ihm, dass er aus den Bergen gekommen ist, der Weg sechs Kilometer lang ist, er den gegangen ist und er 75 Jahre alt ist. Er staunt als er erfährt, dass wir 32 Jahre verheiratet sind. Wahrscheinlich wirken wir etwas jünger als die Leute, die erkennt. Seine Rente beträgt 270 Pesos!!! Ich habe in dem Laden, in dem wir das Wasser kauften, westlich Shampoos gesehen, die in beiden Währungen ausgezeichnet waren. Eine normalgroße Flasche davon kostete 300 Pesos!! Was haben sich die Revolutionäre eigentlich dabei gedacht, dieses schöne, fruchtbare Land in diese Situation zu manövrieren?
Als es nach einer halben Stunde mal wieder aufhört zu regnen ziehen wir weiter. Traudl darf den alten Herren noch fotografieren, dann trennen sich unsere Wege wieder. Wir streifen so durch die Straßen, schauen uns die Häuser und manche nette Innenhöfe der Restaurants an. Wir haben Lust auf eine guten Kaffee und suchen nach einer Dachterrasse. Etwas oberhalb der Plaza Mayor finden wir das Gesuchte. Es wird wieder ein etwas längerer Aufenthalt, Regen zieht durch. In dem Rhythmus geht es weiter mit Aufenthalten in der Galeria de Arte Universal und des Museo Municipal. Letzteres wegen eines Turm mit guter Aussicht ebenfalls empfehlenswert. Dann ist es vier Uhr und Traudl ist so kalt, dass wir uns gen Casa trollen. Kaum sind wir dort, reisst es für eine gute halbe Stunde auf und es sieht aus als wäre nichts gewesen. Aber um fünf Uhr rollen schon wieder dunkle Wolken über die südliche karibische See. Mal sehen wie lange es trocken bleibt.
Von größeren Schauern blieben wir verschont. Trockenen Fusses konnten wir zum Essen, noch etwas herumstreifen und Mojito und Canchanchara süffeln. Am meisten war an der Plaza Major los, deshalb war es auch aussichtslos ins Internet zu kommen. Mal sehen wie das Wetter morgen wird.

Trinidad Tag 2
Der Tag begann eigentlich wenig vielversprechend. Es hatte nachts immer wieder geregnet, der Himmel war komplett bedeckt und es war vergleichsweise kühl. Hoffung machte aber, dass die Bewölkung viel höher lag (mein Fliegerblick taxierte das wohlwollend 😉 ) und im Gegensatz zu den vergangenen Tagen die topes des Collantes frei lagen. Also haben wir unsere sieben Zwetschgen gepackt und das Auto aus dem nahegelegenen Hinterhof geholt und uns auf den Weg zum Valles los Ingenios gemacht. Schon nach einer Viertelstunde tauchte linker Hand ein Schild Mirador irgendwas auf. Mirador klingt gut, also gleich mal abgebogen. Und tatsächlich bot sich von hier ein prächtiger Blick über das Tal der Zuckermühlen. Die Situation ist gut vergleichbar mit dem Ballcon des Valle in Vinales. Ab und an kam brach sich die Sonne auch schon Bahn durch die lockerer werdende Wolkendecke. Die Fahrt ging weiter ins Tal hinab und nach Osten. Vielleicht wieder eine Viertelstunde später tauchte links der Torre Iznaga auf. Hier hat sich längst auch die übliche Kehrseite des Tourismus aufgebaut. Die 200 m links und rechts zum Turm wird man von Tuchverkäuferinnen belagert. Hat man sich erfolgreich durchgekämpft, zahlt man einen CUC und darf den 44m hohen nach allen Seiten offenen Turm besteigen. Einigermaßen schwindelfrei sollte man dafür sein. Dafür ist die Aussicht zu allen Seiten großartig.
Inzwischen ist die Sonne doch recht mächtig am Werk, weshalb ich an ruhiger Stelle die lange Hose gegen eine kurze und Turnschuhe gegen Sandalen tausche. Wir bleiben jetzt auf der kleinen Straße in die wir zum Torre hin abgebogen waren und orientieren uns nach Norden in die Berge hinein. Es wird eine unglaublich schöne und erlebnisreiche Fahrt. Es ist unfassbar wie viele Variationen von grün es gibt. Die Landschaft wechselt von den ersten sanften Hügeln zu immer steileren Bergstraßen, auf denen manches mal Bedenken aufkommen, ob unser Peugeot hier noch raufkommt. Auch die Straßen selbst sind seehr abwechslungsreich. Das hätten sie nicht unbedingt sein müssen. Aber wir erleben einfach alles. Schlaglöcher so tief, dass man einen Bobbycar darin versenken könnte, hunderte von Metern komplett aus grobem Schotter, halb weggespülte Brücken, halb abgebrochene Fahrbahnen, bis auf die Fahrzeugbreite zugewachsene Fahrbahnen und so fort. Größere Abschnitte bewältigen wir nur mit einem Durchschnitt von unter 20 Km/h. Wir durchfahren etliche kleine Dörfer, passieren schmucke kleine Bauernhäuser, erleben straßenquerende Schweine- und Perlhuhnfamilien, beobachten Transporte von Pflanzen und anderen schweren Dingen per Pferdekarawanen und natürlich das allgegenwärtige Transportmittel Pferd und Pferdekarren. Überhaupt begegnen uns auf Kuba in den ländlichen Gebieten oft mehr Pferde als mechanisierte Transportmittel.
Völlig verblüfft sind wir, als wir an der einsamen Straße plötzlich einen kleinen bewirtschafteten Rastpunkt vorfinden. Fast wären wir daran vorbeigefahren. Wir machen auf einem Kaffee Halt und sind die einzigen Gäste. Von hier hat man einen super Blick auf den Embalse Habanilla, einen schon Anfang der 70iger Jahre angelegten Stausee. Man kann noch gut den Verlauf des Flusses, der hier aufgestaut wurde erkennen, so schön mäandriert das Wasser zwischen den steil aufragenden, grünen Berghängen hindurch.
Kurz danach passieren wir den Park Topes des Collantes und einige Kilometer danach wir die Straße spürbar besser. Von dieser Seite werden die Touristen per Reisebus hinaufgekarrt. Einigen begegnen wir noch als wir an einem Aussichtspunkt am Rande der Sierra Escambray mit Ausblick über Trinidad und das Meer Halt machen. Wir genießen den Ausblick in Ruhe, während drei Reisebusladungen sich zum Teil die Stufen hinaufschleppen und wieder weiterfahren. Auch wir müssen uns irgendwann losreissen und die letzten Kilometer absolvieren. Wir parken unseren braven Peugeot wieder an bekannter Stelle und Marschieren die paar Meter zur Casa.
Nun sitze ich hier auf der Dachterrasse, schreibe dies schnell runter und genieße ein phantastisches Farbspiel der Wolken durch die gerade untergehende Sonne.

Cienfuegos

Heute war Kilometer fressen angesagt. HereWeGo meinte es seien ca 440 Km bis Cienfuegos. Natürlich ohne uns zu verfahren. Mal sehen, ob das heute gelingt. Zunächst gab es aber mal ein reichhaltiges Frühstück. Als wir alles eingepackt hatten und es an die Abrechnung ging, gab es noch eine positive Überraschung. Für die Unterkunft hatten wir bei AirBnB 25 Euro/Nacht inklusive deren Gebühr bezahlt. Verpflegung ist da nicht mit drin. Als wir ankamen hatten wir glatt vergessen danach zu fragen. Da wir aber recht weit weg vom Zentrum waren, hatten wir gleich beschlossen hier zu essen. Pro Nase zahlten wir also nochmal 5€ für das Frühstück und 8,50 € für das Abendessen, jeweils pro Kopf. Mit allen Getränken Bier, Softdrinks und Wasser, das wir alles hier mitgenommen haben, kamen wir pro Übernachtung auf 32€. Summa summarum also auf 57€ pro Übernachtung bei Vollverpflegung. Das mal als Info für diejenigen, die ähnliches planen.
Kurz nach 9 Uhr waren wir dann auf der Straße. Vorbei an dem schönen Aussichtspunkt vom Abend zuvor ging es zunächst Richtung Pinar del Rio. Kurz davor konnten wir dann Richtung Autobahn abbiegen. Nach Pinar sind wir nicht mehr reingefahren. Nach allem was wir gelesen haben, lohnt sich die Fahrt nicht wirklich. Außerdem rechneten wir mit einer deutlich längeren Fahrzeit als den 5,5 Stunden, die uns das Navi anbot. Die Autobahn hat hier ja schon was kurioses. Mal ganz abgesehen von dem erbärmlichen Zustand, scheint Fidel sich damit etwas überschätzt zu haben. Den allergrößten Teil der heutigen Strecke war die Straße 8(!)-spurig. Zum größten Teil verläuft sie steckerlgrad dahin, man sieht also 2 Kilometer nach vorne und nach hinten. Auf der Strecke tummeln sich selten mehr als 10 (in Worten: Zehn) Fahrzeuge. Das ist aber auch ganz gut, so hat man Platz, um den plötzlich auftauchenden Untiefen rechtzeitig auszuweichen. Das ggf. auch noch sehr spontan. Die Wahrscheinlichkeit mit jemanden zusammenzustoßen tendiert gegen Null. Wegen des Zustandes der Fahrbahn sind aber auch selten mehr als 80 Km/h möglich.
Die erste wirkliche Schwierigkeit taucht am Rande Havannas auf. Hier mussten wir auf die Calle 100 wechseln. Auf dem Navi, das leider kein richtiges Navi ist, weil für diese Region, also Kuba, nur die Routenberechnung und Ortung, aber keine Sprachansage etc. möglich ist, sah ich, dass wir kurz vor dem Abzweiger sein mussten. Zu sehen war nichts und es gab auch kein Hinweisschild. Über die Autobahn führte aber eine größere Strasse. Das musste doch hier sein. Plötzlich sah ich auch noch, dass kurz nach der Brücke die Strasse komplett aufgerissen war. Da ging es nicht weiter. Ich rief Traudl, die heute fuhr, noch zu „Ganz langsam, da geht’s nicht weiter“, da sah ich rechts durch die Büsche eine schmale Teerspur nachts rechts. Wir fuhren da rein Und tatsächlich nach unserem Navi waren wir genau richtig. Von diesem Abzweiger gab es nochmal einen Abzweiger nach rechts, dem wir auch folgten (natürlich nicht beschildert) und dann waren wir auf der Calle 100. Mit etwas Glück nicht verfahren. Als wir 10 Minuten später von der Calle 100 auf die Autopista Richtung Ostkuba abbiegen mussten, genau das gleiche Spiel. Die Abfahrt auf DEN Hauptverkehrsweg Kubas ist nicht beschildert. Gut, dass wir zu zweit waren und ich den Copiloten machen konnte und die Ortung per Handy funktionierte. Alleine und klassisch mit Karte wäre das eine ganz schöne Würgerei. Ich erinnere mich dunkel an solche Zeiten, als wir Ende der 70er (oh Gott, ich rechne jetzt lieber nicht nach) im VW-Bus durch Anatolien oder die Extremadura tourten. Ähnlich erging es uns bei unserem zweiten Stop, weil wir so langsam mal tanken mussten. Wir hatten in den Unterlagen der Agentur einen kleinen Autoatlas mitbekommen. Aus dem hatte ich die Kilometer bis zu einer eingezeichneten Tankstelle, die hier recht selten sind, entnommen. Als wir uns laut Kilometerzähler der Stelle näherten passte ich, wegen der bisherigen Erfahrungen, schon auf wie ein Luchs. Ich rechnete nicht mehr mit einem praktikablen Hinweis. Und war es dann auch, durch Büsche und Bäume verdeckt, glitt die Tankstelle an uns vorbei. SCHei… Aber egal – an der Ausfahrt der Tankstelle sah ich ein Fahrzeug, von wo auch immer kommend, Richtung Tanke fahren. Kurze Navigationsanweisung an die Pilotin „Geschwindigkeit auf 20 Km/h reduzieren und auf 170° Rechtsturn einstellen“ uns schwupps ging es die Ausfahrt hinauf zur Tank&Rast. Scheint hier niemanden zu wundern. Dies Tanken war dann auch wieder eine Erfahrung für sich. An der Säule entdeckte ich ein 4-Schrittanleitung, die ich aber nicht verstand und auch nicht in Gänze in den Übersetzer tippen wollte. Sprit kam jedenfalls keiner raus und es stand an der Anzeige auch noch was drin – sie hat sich nicht genullt. Also bin ich zu einem Schalter gestapft, an dem einige Leute anstanden. Als ich dran war, machte ich deutlich dass ich an der 4 tanken wolle. Jetzt musste ich erst mal sagen wieviel. Ja was weiß denn ich! Schnell überschlagen, Tank soll angeblich 50 l fassen, so ca. 40 l sollten rein gehen, Liter kostet lt Anzeige, die ich eben ja sah 1,20 CUC, für 40 CUC muss also eigentlich was reingehen. Ok, VISA-Karte ausgehändigt, mache ich eigentlich ungern und zurück zur Säule. Tanken und die Säule regelt automatisch bei 40 CUC ab – aha. Rien ne vas plus. Prima, Traudl meint, Anzeige zeigt voll. Zurück zum Schalter, wieder warten bis ich dran bin. Ausweis auch noch aushändigen und dann wird dieser ausgiebig begutachtet, etliche Daten daraus auf den Tankbeleg übertragen und daaann darf auch ich unterschreiben. Kurz danach habe ich Ausweis, Tankbeleg und Karte zurück und schoon darf es weitergehen. Wir bleiben noch auf einen Kaffee und bewundern die vielen vollschlanken Kubaner bevor wir weiterfahren.
Ich fasse es nicht – die Ausfahrt nach Cienfuegos ist beschildert! Weiter geht es über die zweithöchste Strassenkategorie, die Kuba zu bieten hat. Die Strasse ist vergleichsweise gut. Trotzdem begegnen uns an manchen Stellen mehr Pferdefuhrwerke als Autos. An der Anzahl Taxis merkt man schon, dass Cienfuegos ganz interessant sein muss.
Unser Casa finden wir fast auf Anhieb. Das Zimmer ist sehr angenehm, sehr sauber und recht groß. Reine Fahrtzeit sind es wegen Nichtverfahrens „nur“ sechseinhalb Stunden geworden. Aber anstrengend ist das sehr, weil man ständig nach den Schlaglöchern Ausschau halten muss. Traudl liegt deshalb erst einmal auf dem Bett, die Klima läuft, cool down ist angesagt. Ich sitze schreibend und ein Cristal genießend auf der Dachterrasse und bewundere nebenbei auch noch den schönen Sonnenuntergang beim Blick über die Dächer Cienfuegos.
Als es schon dunkel geworden war, haben wir uns aufgerafft und haben einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Wir sind ja nur wenige Schritte vom Zentrum und dem Paseo entfernt. Am vielgepriesenen Park Marti hängen etliche Menschen rum, weil es hier wohl Internet gibt. Gut zu erkennen daran, dass viele Smartphones leuchten und die Menschen mit hängenden Köpfen darübersitzen. Ansonsten ist hier nix los, keinerlei Nachtleben, Bars oder Cafes! Das gleiche Bild in der Fußgängerzone vom Paseo dort hin. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Auf dem Paseo selbst ist die Anzahl der Menschen ebenfalls sehr übersichtlich. Hier finden wir wenigstens eine Pizzeria, die auf hat und in der 5 andere Menschen drinsitzen. Die Pizza allerdings ist das mieseste Stück Teig, das ich je vorgesetzt bekommen habe. Matschig weich mit einer solchen Ladung undefinierbaren Käses drauf, dass alles von der Gabel rinnt. Vom trockeneren Rand bekomme ich ein paar Bissen herunter, 80 % gehen zurück. Bähh! Etwas enttäuscht trollen wir uns zurück zur Casa. Osniel, Besitzer der Casa meint später, ein wenig mehr soll am südlichen Ende des Paseo in Punta Gorda los sein. Aber das hört sich auch nicht nach dem brüllenden Leben an.
Am nächsten Vormittag erkunden wir auch diese Ecke. Aber auch hier sind wir fast die einzigen Touristen. Außer dem Palacio de Valle und einem schönen Gebäude, dass heute als Yachtclub dient (wer finanziert den eigentlich? Sieht nämlich echt mondän aus) ist nichts Sehenswertes zu entdecken.
Zurück ins Centro fahren wir mit dem öffentlichen Bus, so entgehen wir dem ständigen Nachfragen „Taxi? Taxi?“ von Rikschafahrern bis Oldtimertaxis. Wir wandern nochmal zum Park Marti durch die Fussgängerzone. Die ist nun richtig voll. Hier wird ein- und verkauft, die Masse aber ist für die nun auch reichlich vorhandenen Touristen. Rundum sind auch jede Menge Reisebusse der staatlichen Gesellschaft zu sehen. Bei Tageslicht wirken die Fassaden der bekannten Gebäude um diesen Platz herum wie Botoxschönheiten. Sehr glatt aber irgendwie unnatürlich. Gegen Mittag trollen wir uns und fahren gen Trinidad.

Der Westen Kubas

Etwas nach 9 geht es los Richtung Vinales. Ich fädele mich Richtung Malecon West in den wenigen Verkehr ein und los geht’s. Nach nur einem Kilometer wird unser Tatendrang jäh gebremst. Drei Polizisten und ein Motorrad mit Beiwagen stehen auf Höhe der Hafeneinfahrt. Als ich mich noch frage, ob der dritte Polizist nun als Sozius mitgefahren ist oder sich mit in den Seitenwagen gezwängt hat, deutet eine von den Dreien, die nun als junge Polizistin zu erkennen ist mit leicht lasziver Geste auf eine Straße die nach links abzweigt. Wir bleiben neben ihr stehen und fragen, was los ist. Als sie auf Englisch angesprochen, muss sofort Herr Kollege einspringen. Der Malecon ist gesperrt heißt es lapidar und wir sollen hier links abbiegen. Geht ja gut los, denke ich noch und bemerke erst dann, dass ich mich auf einer Rampe abwärts bewege. Es geht durch den Tunnel auf die andere Seite, wo wir gestern schon waren. Na Klasse, super Start! Also wieder retour und rein in die Stadt, die schon knallvoll ist. Hier erfahren wir, dass wir uns mitten im Havana-Marathon befinden. Nun wieder in die Spur zu finden ist nicht einfach. Permanent taucht vor uns ein Polizist auf und bedeutet uns hierhin oder dorthin zu fahren. Schließlich schaffen wir es das Marathongebiet hinter uns zu lassen und die Autobahn Richtung Vinales zu finden. Bereits wenige Kilometer hinter der Stadtgrenze, als die Fahrbahnen nicht mehr mit hohen Bordsteinen abgegrenzt sind, werden die wenigen Verkehrsteilnehmer vielfältiger. Neben Autos, Bussen und Motorrädern gesellen sich nun noch Fußgänger, Radfahrer (natürlich Rennradler – ja, ne, is klar!) und Pferdefuhrwerk zum Verkehrsgeschehen. Natürlich in allen Richtungen. Also auch als Geisterfuhrwerk oder wie man da sagt. Nachdem mir das erste Fuhrwerk auf die Weise begegnete, fuhr ich nur noch in der Mitte.
So tuckelten wir weiter und fuhren bei Las Terazzas raus, um eine Pause in dem bekannten Erholungsgebiet zu machen. Auch hier haben die Gebäude den üblichen sozialistischen Charme Betonnostalgie pur. Die Landschaft allerdings gleicht das wieder aus. Ein Wald, der aus einer einmaligen Mischung von Pinien, anderen kleinwüchsigeren Bäumen und Palmen besteht. Die Palmen sind die mit Abstand größten Gewächse. Wir entschließen uns deshalb der Straße durch den Nationalpark zu folgen und nicht mehr auf die Autobahn zu fahren. Die Landschaftsbilder rechtfertigen das allemal. Hätten wir gewusst auch welche Strassenqualität wir treffen, hätten wir das nie und nimmer getan. Für 110 Kilometer brauchen wir über 4 Stunden. Das hier war eine Hauptverbindungsstraße und trotzdem in einem so erbärmlichen Zustand, dass vielfach nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich war. Erst bei La Palma, dort wo es zur Cayo Justitia abgeht, verbessert sich der Strassenzustand deutlich. Die Strecke war echt der Hammer. Falls irgendjemand die Idee haben sollte, genauso zu fahren – wir raten dringend ab!

Nach einigen Irrungen und Wirrungen unseren heutigen Gastgeber zu finden, die nur durch einen Telefonnotruf bei ebendem beseitigt werden konnten, werden wir sehr herzlich in der Casa Campo aufgenommen und rührend versorgt. Unsere Unterkunft ist praktisch ein klein „Häuschen“ neben dem der Gastgeber, ein Vorraum zum Essen, ein Schlafzimmer und ein winziges Bad mit Dusche. Alles piccobello sauber und sehr schön hergerichtet. Was Marisel später zum Abendessen auftischt, ist super lecker und lässt uns fast platzen. Nach einem radebrechenden aber sehr unterhaltsamen Abend fallen wir müde ins Bett.

Vinales
Die Nacht war der Hammer. Eigentlich hatten wir erwartet, hier besonders ruhig schlafen zu können. Aber Pustekuchen! Erstens stellten wir jetzt fest, dass die Fenster gar keine Glasscheiben haben sonder dicke, bewegliche Holzlamellen. Die kann man gemeinsam drehen und rausschauen bzw. Licht hereinlassen oder schließen. Natürlich schließen die nicht dicht und so hört man von draussen alles ungedämpft. Wir lagen kaum in den Federn und freuten uns über die recht gute und frische Luft (Havanna stank die ganze Zeit wie eine Treibstoffraffinerie), da begann draußen ein Hundegebell, das seinesgleichen suchte. Es begann an einem Punkt und pflanzte sich von dort wie eine Welle über den ganzen Ortsteil fort, brandete wieder zurück und wollte überhaupt nicht mehr aufhören. Hunde muss es hier Unmengen geben. Dann fingen mitten in der Nacht (!) plötzlich Hähne und/oder Hühner das Krähen und Gackern an. Selbes Szenarion durch das Tal. Ich habe mir schließlich die Ohrenstöpsel vom Flieger geholt. Damit ging es dann. Aber um 04:30 gings wieder los und hörte auch nicht mehr auf. Schließlich wurde es langsam dämmrig und da ist ein kubanischer Hahn nicht still. Heute Abend bestelle ich Pollo, nein besser gleich zwei!
Das Frühstück war genauso umfangreich wie das gestrige Abendessen. So konnte es losgehen. Wir hatten einen Guide aus der Nachbarschaft, der uns zur ortsüblichen Rate von 25 CUC /Person durch die Gegend führen würde. Es war noch feucht von der Nacht, als wir um 8 Uhr aufbrachen. Die Landschaft ist super und es hat viel Spaß gemacht durch die Gegend zu marschieren, viele Pflanzen, wilde wie Nutzpflanzen erklärt zu bekommen. Da es sich hier um einen Nationalpark handelt, müssen alle bäuerlichen Aktivitäten ohne Maschinen ausgeübt werden und es dürfen keine Dünger oder Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Man sieht auch nur Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren. So vom Öko überzeugt haben wir dann bei einem kleinen Bauern auch zehn Zigarren erstanden, nachdem er uns und zwei Italienern mit viel entertainerischem Talent, die Zigarrenherstellung erläuterte. Ich wussste bspw. nicht, dass eine solche Zigarre einen äußerst niedrigen Nikotingehalt hat, da vom Blatt der Stengel und die mittlere Hauptader herausgetrennt wird. Darin soll sich der Hauptteil des Nikotins befinden. Außerdem sollen die Zigarren nun am besten ca. 4 Jahre (!) reifen und zwar am besten in dem Beutel, den in dem sie verpackt wurden und daheim dann im Kühlschrank, damit sie nicht austrocknen. Fast fünf Stunden sind wir insgesamt unterwegs und danach gut müde.
Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten sind wir am späten Nachmittag noch auf die andere Seite von Vinales gefahren, um an einem bekannten view point den Sonnenuntergang zu verbringen. Da wir auch einen Sundowner trinken wollten, haben wir ein Taxi genommen. So sind wir auch noch zu einer Fahrt in einem ziemlich ramponierten Moskwitsch gekommen. Kurz nach Vinales gerieten wir schon in eine der allgegenwärtigen Polizeikontrollen. Der Zustand des Wagens schien die Herren aber gar nicht zu interessieren. Ausführlich wurden zwei kleine Papiere studiert, die unser Fahrer präsentierte. Dann erging man sich in langer Diskussion, ausgiebig durch heftiges gestikulieren unterstrichen. Zehn Minuten später saß der Fahrer wieder bei uns, verdrehte gespielt genervt die Augen, stieß ein „hoh, polizia“ hervor und weiter ging es. Oben angekommen, war ich ob des Trubels und des dicken Hotels erst ein wenig enttäuscht. Es versperrte doch einen Teil des Ausblicks. Aber ich erinnerte mich an einen Hinweis in einem Reiseblog, ich meine bei Antjeoasis, die einen anderen, etwas abseits von hier gelegenen Aussichtspunkt gepriesen hatte. Direkt kamen wir nicht in die vermutete Richtung. Aber hinter dem Zaun, der uns en Weg versperrte, fuhr gerade ein Wagen vorbei. Dort war also ein Weg. Wir mussten lediglich ein Stückchen in entgegengesetzter Richtung gehen und den Zaun dort umrunden. Nach kurzer Gehzeit tauchte dann der „Balcon des valles“ auf, mit wunderbarer freier Sicht über das Tal. Wir setzten uns und genossen gleich einmal einen Mojito. Nach einiger Zeit gesellte sich noch ein junges Paar zu uns. Yannik und Anna waren auch schon an einigen Plätzen dieser Welt gewesen und so waren wir schnell im Gespräch und die Zeit verging wie im Flug. Der Gedankenaustausch nur kurz durch das Schießen einiger Fotos unterbrochen, wenn die Lichtstimmung sich gerade einmal deutlich verändert hatte. Als wir zum Hotel zurückgekehrt waren und auf das Taxi warteten, dachte ich, mal schaun, ob es hier ein Wifi gibt. Und siehe da, es gab. Nach einigen vergeblichen Versuchen funktionierte der login und ich konnte schnell mal mails checken und einige neue Kommentare hier freigeben. Dann war die Verbindung auch schon wieder weg. Zurück an der Casa war dann wieder „Fressorgie“ bei Marisel angesagt. Allerdings hatten wir jetzt auch richtig Hunger. 12 Stunden waren seit dem Frühstück vergangen, ohne das wir etwas gegessen haben.

Havanna die Zweite

Heute wollten wir mal auf die andere Seite, sprich über die Hafeneinfahrt übersetzen und dort die Festungsanlagen und de riesige Christusstatue anschauen. Nach dem Plan sollte die Anlegestelle der Fähre ganz in der Nähe unsere Casa sein. Gefunden hatten wir sie gleich. Natürlich betraten wir den Anleger von der falschen Seite. Wieder war nichts beschildert oder abgesperrt, lediglich der Süßigkeitenverkäufer bedeutet uns, anders rum um das Gebäude zu gehen. Dort gab es dann auch eine anständige Taschenkontrolle bevor man auf den Anleger gelassen wurde. Super safe, ehrlich!
Nach unserem Plan gab es hier nur eine Fähre mit einem Ziel. Deshalb haben wir auch gar nicht mehr nach weiteren Infos geschaut. Als wir unterwegs waren, habe ich mich allerdings über die Fahrtrichtung gewundert. Der Unterschied zur gewünschten war nicht groß, vielleicht 30 Grad, aber immerhin. So kamen wir nach ca. 10 Minuten Fahrt an einer komplett falschen Ecke an. Kurz an Land orientiert stellten wir fest, dass uns höchstens ein 2 Tagesmarsch an das gewünschte Ziel bringen würde. Die Fähre, mit der wir kamen war noch da. Also wieder drauf und retour. Unterwegs sahen wir eine Fähre in die gewünschte Richtung fahren, hatten aber den Eindruck, dass die woanders herkam als unsere. Also suchten wir an Land in dieser Richtung aber ohne fündig zu werden. An den alten Überseeterminals fragten wir dann notgedrungen. Eine freundliche Dame erklärte uns mit einem atemberaubend schnellen Spanisch, dass die Ablegestelle ungefähr da sein müsste, von wo wir gekommen waren. Und tatsächlich, exakt am gleichen Anleger nur auf der anderen Seite fuhr eine zweite, exakt gleich aussehende Fähre. Drüben angekommen erklommen wir das Steilufer, natürlich auf der direttissima und nicht wie die ganzen Weicheier über die Fahrstraße. Unterwegs gab es eine kleine Getränkebude, an der wir Wasser bunkerten und der jugendliche Verkäufer uns einen kleinen Pfad wies, der uns direkt zu Christus führte. Bei dem angekommen haben wir ihn freundlich gegrüßt, die Aussicht genossen und sind Richtung Festung weitergezogen. Der Weg war nicht mehr so schön und zog sich etwas hin. Über die Festungen mit dem Militärmuseen sind wir bis zum Ende an den Leuchtturm gegangen. Alles längst aufgelassen und dem Verfall überlassen. Oben im Leuchtturm war ein seltsamer Kauz, der zunächst auf strikter Unzugänglichkeit bestand, dann aber ganz schnell anbot, dass man aus der Tür doch raussehen dürfe, wenn man nur die gespannte Schnur nicht übertrat. Natürlich erwartete er für seine „Dienste“ ein kleines Trinkgeld und hat uns dafür auch noch fotografiert.
Zurück ging es dann mit einem Oldtimertaxi, mit dem wir hier vorne an der Hafeneinfahrt durch einen Tunnel auf die andere Seite kamen. Am Capitolio sind wir ausgestiegen und haben uns wieder in die Altstadt gestürzt. Besonders angetan waren wir von einer sehr alten Apotheke. Deckengestaltung und Lichter sind ganz stark jugendstilgeprägt, herrlich anzuschauen. Das ganze Ensemble wirkt wie ein kleines Apothekenmuseum. Es wird aber tatsächlich noch darin verkauft.

Am späteren Nachmittag wurden wir abgeholt, um unser Mietauto zu übernehmen. Wir sind dazu ca 20 Minuten zu einem größeren Hotel im westlichen Stadtbereich gefahren. Das scheint auf Kuba vielfach üblich zu sein, die Vermietstationen mit Hotels zu kombinieren. Wahrscheinlich liegt es daran, dass beides Staatsbetriebe sind. Wir haben einen Peugeot 307 bekommen, der schon über 86000 Km auf der Uhr hat. Der Zustand ist entsprechend, etliche Plastikteile sind zerbrochen, tiefe Kratzer im Blech und eine abgebrochene Antenne, sind nur das gewesen, was auf den ersten Blick auffällt. Den Weg retour, quer durch Havanna, müssen wir alleine bestreiten, was aber erstaunlicherweise problemlos gelingt.

Der Samstagabend ist deutlich lebhafter als der zuvor. Wesentlich mehr Menschen sind unterwegs und es wird überall musiziert und getanzt. Der Salsa beherrscht hier die Nacht.

Havanna die erste

Ich glaube, wir haben heute 12 Stunden geschlafen oder zumindest geruht. Nach dem Duschen am frühen Abend hatten wir uns etwas hingelegt. Dann hatten wir das Gefühl im Flieger eigentlich genug gegessen zu haben und nichts mehr zu brauchen. Schwupps, eingeschlafen (bei uns wäre es ja schon halb zwei morgens gewesen) und nicht mehr aufgestanden.

So haben wir schon um halb acht gefrühstückt. Das war wirklich gut! Neben leckerem Obst, fein hergerichtet, gab es Omelett, getoastete Semmeln, Butter, Marmelade, Honig, frischen Melonensaft und Kaffee mit warmer Milch. Der Kaffee war so stark, dass wir ihn 1:1 mit der Milch gemischt haben. War wohl auch so gedacht, der aufgetischten Milchmenge nach zu schließen.

Derart gestärkt sind wir zu Fuß aufgebrochen, um Havanna zu erkunden. Unsere Unterkunft liegt ja mittendrin, die Plaza Vieja ist gleich uns Eck. Weil wir dort aber am Abend hin wollten, sind wir erstmal in die andere Richtung los und haben an einem „Haus des Wechselns“, das bedeutet nämlich der Name Cadeca (Casa de Cambio) der vertrauenswürdigen Wechselstuben. Ein Wachposten im Inneren lässt immer nur so viele Leute rein, wie es besetzte Schalter gibt. Mit kubanischer Kohle versorgt, konnte es endlich losgehen. Nach wenigen Schritten erreichten wir schon einen der meistbesuchten Plätze, die Plaza de Armas. Neben dem fast in jeder kubanischen Stadt anzutreffenden Parque de Cespedues gibt es ein kleines Castell mit einer netten Ausstellung über die seefahrerischen Hintergründe Kubas. Ausserdem hat es einen schönen Blick von obenauf die Einfahrt zum Hafen und die gegenüber gelegenen Anlagen, wie San Carlos. Nachdem wir auch noch das Rathaus besucht hatten und ich mich zum Schluß fast noch mit den dortigen Aufsichtsdamen angelegt hatte, ging es weiter durch die Altstadt Richtung Capitolio. Mein Aufstand gegen die Aufsicht war eigentlich keiner weil Traudl mich zuvor eilig zurück ins Rathaus zog. Ja, richtig zurück ins Innere, weil wir angeblich das hohe Haus zwar durch eine breite, offen stehende Pforte verlassen hatten, wir das aber nicht durften. Also man muss wieder hinein, obwohl man schon draussen auf der Strasse steht!! Das Alles obwohl wir keinen Eintritt zahlten, nichts mitbekommen also auch nichts wieder abzugeben hatten … . Und obwohl die Aufsicht auf der anderen Strassenseite gegenüber der offenen Pforte saß, sie die Pforte also gar nicht von Innen gegen unvorschriftsmäßiges Verlassen bewachte. Man darf es halt einfach nicht und muß wieder hinein, auch wenn man schon draußen steht. Genau so stelle ich mir pflichttreue Regimevertreter hier wie anderen Orts vor. Vorschrift ist Vorschrift, bloß nicht nachdenken, könnte sonst in Fehlern enden. So was kann mich auf die Palme bringen, mühsam bin ich wieder runtergeklettert.

Zum einfacheren Kennenlernen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind wir dann in einen Hopp-On-Hopp-Off Sightseeingbus gestiegen. Ich mache es kurz – rausgeschmissenes Geld. Erstens keine Ohrstöpsel mit diversen Sprachen, wie wir es aus anderen sehenswerten Städten kennen. Stattdessen Lautsprecherdurchsagen auf spanisch und spenglisch. Auf dem Oberdeck im Fahrtwind schon akustisch nicht zu verstehen. Schlimmer aber die Fahrt durch völlig uninteressante Viertel hindurch. Wirklich enttäuscht war ich auch vom vielgepriesenen Malecon. Eine öde teils achtspurige Straße trennt die Bebauung von der Kaimauer. Die Bebauung ist eine Mischung aus alter Platte, gerade neu hochgezogener Platte und Altbestand der so morbide ist, dass er Null Charme mehr hat. Ich habe so manche Uferpromenade auf dieser Welt gesehen, das war die mit Abstand hässlichste.

☹️Der weitere Gang durch Habana Vieja war dann wieder ein Fest der Sinne. Was muss diese Stadt großartig gewesen sein, als all diese Gebäude noch intakt waren! Zwar hat der morbide Charme des Gemäuers auch seinen Reiz, aber in früheren Zeiten muss das noch viel besser gewirkt haben. Solch einen Eindruck habe ich bislang nur in Venedig gehabt.

Wirklich einzigartig sind aber die Autos. Ich hatte ja durchaus eine hoffnungsvolle Erwartung. Sie wurde aber bei Weitem übertroffen! Das es tatsächlich noch so viele alte Amerikaner und wenige deutsche Wagen (Käfer und Benz) zu sehen gibt, davon hatte ich nicht mal geträumt. Wir standen am Paseo del Prado und hatten das Gefühl an einem Schaulaufen der Oldies teilzunehmen. Es war phantastisch!