Kogelberg und False Bay

leider müssen wir uns heute von Neil verabschieden. Die drei Tage hier waren große Klasse – vielen Dank Neil für deinen aufmerksamen aber zurückhaltenden Service!

Heute morgen habe ich Neil erzählt, dass wir nochmal zum Weingut Creation fahren wollten, um dort Wein zu bestellen. Dort direkt bestellt gibt es 10 % Nachlass. Er hängte sich sofort an’s Telefon und fragte seinen Weinlieferanten, ob wir den Preis bei ihm auch bekämen. Kriegen wir, hieß es. Der Händler kümmert sich um den Vertrieb fast sämtlicher Weingüter im Himmel-und-Erde-Tal und weiß perfekt Bescheid, wie das mit dem shipping nach Europa funktioniert. Außerdem liegt er direkt auf unserem Weg nach Kapstadt. So sparen wir uns den Weg bis an das Ende des Tals. Außerdem gab Neil mir noch Tipps, wie wir fahren sollen und was wir dort noch ansehen können. So gings dann kurz nach 10 Uhr los.

Erste Station war der Weinhändler. Dort wusste man schon Bescheid und Hester wartete auf uns. Die Bestellung war schnell erledigt, wussten wir doch genau, was wir wollten. Dann kam aber das dicke Ende. Fast 1000 Euro sollte der Spaß Kosten. Mich hat es fast von den Socken geholt. Das kann nicht stimmen, meinte ich und sie sah nochmal nach. Dann „Oh, ja ich habe einen Fehler gemacht“ und sie korrigiert die Versandkosten. Jetzt sind es nur noch 900 Euro! Und ich hatte geglaubt, sie hätte sich um einer Dezimale vertan! Jetzt lasse ich mir alles im Detail zeigen und es stellt sich raus, dass das shipping doppelt so teuer ist, wie der ganze Wein. Sorry Ma’am, das ist nicht akzeptabel. Wir verabschieden uns ohne Weinkauf. Dann schaun wir lieber wieder bei Babs und Chris in der Pfalz vorbei, da gibts auch gute Stöffle!

So ging’s dann weiter Richtung Kapstadt, noch ein Stück die R 43 entlang bis wir nach einigen Kilometern nach Westen auf die R 44 abbogen und nicht zur N2 der Hauptschlagader weiterfuhren. Diese Straße soll uns direkt an der Küste entlang führen. In unserer Fahrtrichtung zudem auf der richtigen Straßenseite, nämlich der Meeresseite. Kurz gesagt, die Fahrt war einfach grandios. Ich will darum gar nicht mehr viele Worte machen. Nur soviel; anfangs gingen wir kurz in ein privates naturreservat hinen, dessen Pflanzenwelt jetzt im Frühjahr herrlich anzuschauen war, Dann haben wir kurz in Betty’s Bay angehalten und dort an der Küste verweilt. Es war einfach super, dort zu sitzen und den Wellen zuzusehen, wie sie an den schroffen Felsen brachen. Weiter waren wir in einem phantastischen botanischen Garten, der sich auf die hiesige Fynbos-Vegetation spezialisiert hat. Der berggewandte Teil des Gartens ist offen und man kann auf zwei verschiedenen Wegen in die Berge wandern. Dafür reichte aber unsere Zeit nicht. Vielleicht ein andermal.

Schließlich fuhren wir einen Punkt an, wo man auf einem Holzpfad durch die Küstenfelsen gehen konnte, um eine Pinguin- und Kormorankolonie zu beobachten. Beides war phantastisch.

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Küste der False Bay
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False Bay – Blick auf Strands

Erst gegen 7 Uhr haben wir unser Ziel in Kapstadt erreicht. Die Lage ist super. Direkt hinter uns ist der Tafelberg. Wir können vom Balkon aus die Seilbahn sehen. Von hier aus ist es nur eine Stunde Fußweg zur Talstation. Vom Balkon nach vorne sehen wir downtown Kapstadt. Bei Nacht ein toller Blick. Aber seht selbst.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Cape Town von unserem Balkon bei Nacht

 

 

 

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Walker Bay

Nun sind wir schon den letzten unserer drei Tage hier in de Kelders. Fast Schade morgen wieder fahren zu müssen. An dieses Eck könnte ich mich gewöhnen. Das Haus ist der Hammer! Es gehört Neil Stemmet, er ist ein bisschen Universalgenie. Befasst sich intensiv mit allem was die Sinne anspricht, designt sein Haus wie auch die Inneneinrichtung, baut Möbel nach eigenem Entwurf, kocht phantastisch, schreibt Bücher über das Kochen und das Drumrum, hört gerne und viel Musik und stellt eine Unterkunft zur Verfügung, die mehr homestay als Hotel ist.

Die Queen beim Frühstück
Die Queen beim Frühstück

Der Gemeinschaftsraum - wie ein riesiges Wohnzimmer
Der Gemeinschaftsraum – wie ein riesiges Wohnzimmer

Nehme ich heute den, oder ...
Nehme ich heute den, oder …
Aber jetzt bin ich schon viel zu weit. Wie sind wir eigentlich hergekommen? Ja, ok, mit dem Auto – ooh. In Knysna weinte der Himmel als wir abfuhren. Am Abend zuvor hatten wir noch ausgezeichnet im Featherbed gegessen. Durch Zufall hatten wir am Nachmittag erfahren, dass die Lodge einen Shuttle-Service downtown anbietet. Oh Mann, dass hätten sie uns auch mal früher sagen können. Das ist recht typisch hier. Die Leute sind alle superfreundlich, aber irgendetwas fehlt garantiert oder funktioniert nicht, weil einfach nicht dran gedacht wird. Heute morgen beispielsweise, wurde wie vereinbart das Frühstück in unserem Haus hergerichtet. Hat geklappt. Wie oben schon gesagt, regnete es aber. Die große mehrflügelige Glastür zum Garten hat man aber deswegen nicht geschlossen. Auf vier Metern Breite war es einen Meter in den Raum rein patschnass. Und das ist alles echter Holzboden. Ich hoffe nur die Hölzer sind unempfindlich und die Staff bekommt keinen Ärger mit dem Chef. Die höfliche Bitte beim Abschied, das schlechte Wetter doch mitzunehmen, lehnen wir dankend ab. Anscheinend klappt das auch. Nach einer knappen Stunde Fahrt wird es langsam trocken. Allerdings wird es für den Rest des Tages grau bleiben. Langsam verändert sich sich die Landschaft. Spätestens als wir von der N2 nach Süden Richtung Cap Algulhas abbiegen, haben wir keine sandige Dünenlandschft sondern eine hügelige Kulturlandschaft um uns. Abgeerntete Getreidefelder, teilweise Weiden für Schafe und Rinder und auch ein paar Strauße reichen bis zum Horizont. Alle paar Minuten kommen wir mal an ein paar Häusern, die vermutlich die Farmen sind vorbei.

Wie im mittleren Westen der USA
Wie im mittleren Westen der USA

Farmen bis zum Horizont
Farmen bis zum Horizont
Dann endlich haben wir es geschafft. Wir sind am südlichsten Punkt Afrikas angekommen! Der kleine Ort hier besteht aus erstaunlich vielen Ferienhäusern, einem Leuchtturm und jeder Menge karger Landschaft. Nach Süden kommt jetzt lange nichts mehr und dann jede Menge Eis. Wir spazieren ein Weilchen die Küste entlang. Der Gang wird mit einem schönen Holzweg erleichtert, der auch dazu dienen soll, die karge Pflanzenwelt in diesem Gebiet zu schützen. Algulhas kommt übrigens aus dem Portugiesischen und heisst Nadeln. Vermutlich haben die damals führenden Seefahrer das Kap wegen seiner vielen gefährlichen Riffe so genannt. Die Gewässer sind wegen des meist starken Windes und mehrerer aufeinander treffender Meeresströme gefürchtet. Auf dem Leuchtturm lassen wir uns eine Weile ganz besonders heftig vom Wind durchpusten, bevor wir uns nach einer Tasse Kaffee wieder auf den Weg machen.

Komisch, dass die fast überall auf der Welt rotweiss sind.
Komisch, dass die fast überall auf der Welt rotweiss sind.

Sie am indischen Ozean, ich am Atlantik
Sie am indischen Ozean, ich am Atlantik

Vom Winde verweht
Vom Winde verweht

Wer weiß, was das ist??
Wer weiß, was das ist??

Und Tschüss
Und Tschüss
Im Cafe habe ich mir von der Bedienung eine deutlich kürzere Querverbindung erklären lassen, die wir nun unter heftigem Protest des Navis befahren, HereweGo versucht alle 5 Sekunden verzweifelt eine Neuberechnung der Route. Diese Teerstraße kennt er wohl nicht. Ich schalte auf Google um und sogleich ist Ruhe. Gut, dass ich mir diese Karten zuvor auch offline verfügbar gemacht habe. Wir staunen nicht schlecht als uns in dieser Pampa Weinfelder rund um Elim auffallen. Bei Neil erfahren wir später, dass sich der erfolgreiche südafrikanische Weinanbau nicht nur flächenmäßig ausdehnt, sondern, dass bestimmte Traubensorten im klassischen wineland gar nicht mehr gut angebaut werden können. Der Klimawandel ist auch hier zu spüren und insbesondere der Anbau mancher Weißweinsorten wird in kühlere Gegenden verlagert. Hier auf den Dörfern fallen uns die kleinen, urtümlichen Häuschen auf. Sie sehen nett aus, sind entweder sehr bunt oder strahlend weiß.

Kapholländisches Häuschen
Kapholländisches Häuschen
Problemlos finden wir unsere neue Unterkunft. Wie es hier aussieht, habe ich oben ja schon beschrieben. Neil hat uns bereits für das Abendessen und ein Whale Watching am kommenden Tag vorgesehen. Das Abendessen ist vorzüglich – nach Butternusskürbissuppe, einem riesigen griechischen Salat, einem Fleischgang und zum Nachtisch südafrikanische Erdbeeren mit Panna Cotta kommen wir nicht mehr aus unserer chaiselonge heraus.

Die Walsuchfahrt am nächsten Tag ist der totale Reinfall. Für 66 Euro sehen wir einen Seelöwen und fahren 2 Stunden kreuz und quer durch die Walker Bay. Am Nachmittag versuchen wir noch von der Hügelkette bei Hermanus, die einen super Überblick über die komplette Bucht bietet, ein paar Wale zu sichten. Aber leider auch von hier oben Fehlanzeige. Lediglich als wir in Hermanus den Lehrpfad durch diese ganz spezielle Vegetation durchwandern, sehen wir kurz den Blas eines aus der Bucht herausschwimmenden Wals. Nach drei Minuten ist das Schauspiel vorbei und wieder Ruhe im Schacht. Dabei soll es auch bleiben. 

Am Morgen des nächsten Tages erzählt mir Neil ganz beiläufig, dass Anke heute kommen würde. Anke ist die Chefin der Agentur, die unsere tolle Reise nach unseren Wünschen organisiert hat. Ihr Know-How und das ihres Teams (Hallo Melanie) ist ein ganz großes Lob wert. Bitte seht euch mal auf ihrer site inspiration-africa.com um. Für einen Trip in das südliche Afrika ihre Dienste zu beanspruchen, ist unbedingt empfehlenswert! Anke verbringt das Wochenende mit zwei Freunden aus Deutschland hier. Wir ratschen viel am Abend und probieren leckeren Wein bevor es in die Heia geht. Beim Frühstück geht es dann weiter und wir lernen viel von ihr über die hiesigen politischen Strukturen. Sie hat sich vor 4 Jahren mit ihrer Agentur hier selbständig gemacht und dabei, wie auch über ihre Business-Kontakt, viele Informationen erhalten.

Heute hat es endlich wunderschönes Wetter, aber bei unserem langen Spaziergang durch die Kliffs um de Kelders sehen wir weder Wale noch Robben. Dafür entschädigt der Sonnenschein und eine wunderbare Küstenlandschaft.

Wilderness

Nach dem hochsommerlichen Tag gestern beginnt der heutige wieder mit dicken Wolken. Dabei ist es allerdings nicht kalt, um 7Uhr morgens hat es ca 17 Grad, das ist ok. Mit dem Frühstück hat es heute entgegen der Absprache von gestern Abend leider nicht geklappt. Bei uns im Haus ist nichts hergerichtet, obwohl uns einer der Herren gestern Abend noch fragte, ob wir wieder hier essen wollen. Na ja, dann doch Schuhe an und rüberlatschen. Nach dem Frühstück wird noch eine Weile telefoniert. Amalia, unsere Enkelin hat heute Geburtstag – sie wird schon zwei! Nachdem wir ihr erklärt haben, dass wir die Elefanten leider nicht mitnehmen können, dafür aber einen netten Film haben, dürfen wir nach Wilderness aufbrechen.

Zunächst fahren wir mal durch Wilderness durch. Direkt an der N2 gibt es nämlich einen netten Aussichtspunkt an einer kleinen Felsnase. Er nennt sich Dolphin’s Point und ist von einem kleinen Parkplatz aus beiden Fahrtrichtungen erreichbar. Ein Weg führt unter der N2 hindurch und verbindet die beiden Parkplätze miteinander. Und als hätte der liebe Gott sie für uns bestellt, zieht in einiger Entfernung eine Schule Delphine vorbei. Gerade mit bloßem Auge erkennbar und mit dem Zoom eben noch fotografierbar.

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Delphine bei Dolphin’s Point
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Der Strand von Wilderness von Dolphin’s Point aus

Auch wenn wir noch ein Weilchen warten, mehr ist nicht drin. Also fahren wir wieder nach Wilderness zurück und wenden uns den umliegenden Hügeln zu. Dort oben ist ein weiterer Aussichtspunkt, Map of Africa (fragt mich bitte nicht, wie man auf den Namen gekommen ist) von dem aus man einen tollen Blick in eine Schleife des Kaaimans River. Das Bild ähnelt den Eindrücken, die man von manchen anderen Flussschleifen kennt.

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Kaaimans River

Auf der Suche nach dem Visitor Center des Wilderness Nature Reserve sind wir auf der Hügelkette gelandet, die nördlich von Wilderness liegt. Dort steht unser Auto gerade auf einem Parkplatz und wir auf einem Felsblock, um über die Büsche gen Tal gucken zu können, da sehe ich doch im Meer einen Wal springen. Zwar verdammt weit weg, aber doch so deutlich, dass ich erst völlig sprachlos bin und es nicht glauben kann. Als der Kamerad aber munter weiter rumplantscht und Traudl es durch das Fernglas bestätigt, glaube ich es auch. Damit haben wir nicht gerechnet und schon gar nicht hier. Als ich die Kamera aus dem Auto holen will, ist leider das falsche Objektiv drauf. Bis das gewechselt ist, ist im Meer wieder Ruhe. Na vielleicht sehen wir in De Kelders später noch mehr.
Das Pärchen, dass kurz nach uns kam, an einer mitgebrachten Pizza kaut und in die gleiche Richtung schaut, merkte nichts davon.

Durch Zufall finden wir kurze Zeit später nach einigen Kilometern staubiger Fahrt über Waschbrettpisten einen Zugang zu einem der gesuchten Trails. Das Auto ist schnell abgestellt und wir unterwegs auf dem „Brownheaded Kingfisher Trail“ Heute kommen nur 2 Stunden Walk zusammen entlang eines kleinen Flusses, der als Wasserfall an einer Felswand beginnt. Kingfisher haben wir diesmal leider nicht gesehen. Aber der war uns ja in Sabi Sands schon begegnet.

Robberg Nature Reserve

Heute war ein superschöner Tag. Er begann vollkommen wolkenlos und blieb bis zum Abend so. Um sechs Uhr war ich auf und genoß den Blick auf die von der aufgehenden Sonne beschienene Lagune. Bis wir starteten, haben wir uns aber bewusst Zeit gelassen und ausgedehnt in der Sonne sitzend gefrühstückt. Um diese Zeit waren wir noch dankbar für jeden wärmenden Strahl.

Anschließend sind wir auf The Heads gefahren und haben den View Point dort oben gesucht. Die Aussicht von dort ist phantastisch. Es sind mehrere kleine Plattformen um die Bergspitze verteilt, so dass man von der Lagunenseite bis zur Ozeanseite herumgehen kann und überall perfekte Ausblicke genießt.

Als Hauptaktivität hatten wir uns aber eine Wanderung im Robberg Nature Reserve vorgenommen. Diese langgestreckte Halbinsel schließt direkt südlich an Plettenberg Bay an. Sie zu umrunden, soll 4-5 Stunden dauern wobei man an einer großen Robbenkolonie vorbeikommen soll. Da es heute bis 29 Grad heiß werden sollte haben wir uns mit allem Notwendigen (Sonnencreme, Kopfbedeckung, Wasser) präpariert und sind losgezogen. Es war eine anstrengende Tour. Es ging nicht nur ständig auf und ab über steinig-felsige Trails sondern teilweise auch in feinstem Sand rauf und runter. Robben und Klippschliefer haben wir gesehen, herrlich blühende Pflanzen und jede Menge verschiedener Vögel, die wir alle nicht kennen. Nach dreieinhalb Stunden anstrengenden Marsches sind wir müde aber begeistert wieder am Auto gewesen. Den Spätnachmittag haben wir heute in unserer Superunterkunft, am und im Privatpool verbracht. Das Wasser war sehr erfrischend! So erhitzt wie wir von der Sonne und der Anstrengung waren, war das aber gerade recht.

Nature’s Valley

ist ein wunderschöner Küstenabschnitt direkt am Tsitsikamma-Nationalpark. Nach einem fürstlichen Frühstück, das extra für uns im 2. Haus hergerichtet worden war, sind wir ein Stück die Küstenstraße nach Osten gefahren. Nach einem kurzen Besuch am Strand (zum Baden war es uns zu windig und mit guten 20 Grad zu kühl) sind wir dann an ein nahegelegenes Gate des NP gefahren und haben eine fast dreistündige Wanderung durch den völlig naturbelassenen, mächtigen Wald und entlang der Lagune unternommen. Bei ca. der Hälfte des Weges kamen wir wieder am Strand an, nur diesmal an einer Stelle, wo sich ein schroffer Felsen ca. 100 m über den Strand erhob. Ich bin dort hinaufgeklettert und wurde mit einem phantastischen Blick über Nature’s Valley und den zugehörigen Strand belohnt.

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coole Restaurantlage
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Nature’s Valley von oben
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Expeditionen im Urwald
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Küste am Tsitsikamma-NP
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Tsitsikamma-NP

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Danach haben wir noch Plettenberg Bay besucht. Ein netter aber auch sehr stark touristisch ausgerichteter Ort mit einem ewig langen, feinkörnigen Sandstrand. Direkt am Strand haben wir einen Kaffee getrunken und dabei ein kleines Flugzeug beobachtet, das in höchstens 100 Fuss Höhe den Sandstrand abflog, bis wir es aus den Augen verloren haben. Das würde ich hier auch gern einmal tun, mal sehn. Diesmal habe ich mein Equipment nicht dabei, aber vielleicht warn wir nicht das letzte Mal hier.

Am Abend waren wir im Cruise Cafe in Knysna zum Abendessen. Das Seafood soll dort recht gut sein und wir wurden nicht enttäuscht. Wieder gab es eine Flasche Sauvignon Blanc zu Fisch des Tages und gegrillten Prawns. Eins so lecker und so günstig wie das Andere. Für Vorsuppe, 2 Fischgerichte, eine Flasche Wein, eine Flasche Wasser und 2 Espresso legten wir 33 Euro auf den Tisch – good deal!

PS: Übrigens schaut mal in die vorherigen Beiträge – die Bilder wurden aktualisiert.

Welcome at Gardenroute

Heute haben wir es richtig gemütlich angehen lassen. No Wake-Up Call at 5 a clock a. m.!! Gegen acht sind wir aufgestanden, kein Problem, weil das Auto ja schon abgegeben war und wir den kurzen shuttle zum Terminal machen mussten. So haben wir beim Frühstück herrlich rumgedaddeltet, die Leute beobachtet und nebenbei lecker gefrühstückt. Kurz vor 10 sind wir mit dem Hotel-shuttle zum Terminal gefahren und haben eingecheckt. Total genervt hat die Tante am Schalter. Traudls Koffer war 2 Kilo zu schwer, weil Mango 20 Kg vorschreibt, statt 23 Kg wie SAA. Mein Koffer war ein Kilo leichter als erlaubt. Trotzdem mussten wir 2 Kilo bei ihr auspacken und aufs Handgepäck verteilen. In der Kabine durften wir es mitnehmen. Summa summarum also alles gleich. Was bringt das jetzt?? Lieber nicht hinterfragen!
In George empfing uns zunächst ein weiss-blauer Himmel. Dann zog es aber rasch wieder zu und sah sogar bedrohlich dunkel aus. Schon beim Anflug war die Küstenregion komplett overcasted, allerdings blieb es trocken. Nun wollte ich als erstes ein Kabel oder einen Kartenleser besorgen. Also fragte ich bei AVIS, als wir den Wagen abholten, wo das wohl am besten ginge. Empfohlen wurde uns eine große Mall auf dem Weg nach Knysna aber noch am Stadtrand von George. Der Laden sollte Incredible Connections heißen. Das klang schon mal gut. Die Mall haben wir problemlos gefunden. Im Laden gab es zwar kein Kabel aber einen Allround-Kartenleser. Beim Preis bekam ich jedoch Schnappatmung. 43€ sollte das Teil kosten! Jetzt war klar, was hier incredible war. Der Verkäufer war super fair und empfahl mich an eine andere Mall weiter, in der es einen speziellen Fotoladen geben sollte. Dort gäbe es vermutlich auch ein passendes Kabel. Alles nur 3 Km weiter Richtung Stadtinneres. Also wieder ins Auto und los. Pik and Pak heißt die kleinere Mall, die wir auch gleich fanden. Beim Reingehen fällt mir ein kleiner „Laden“ oder besser gesagt ein kleiner Verschlag mitten im Haupteingang auf, in dem ein Pakistaner mitten in allem möglichem elektronischen Krimskrams sitzt. Ich versuche gleich mal mein Glück und siehe da, er kann diverse Varianten von Cardreadern hervorzaubern. Zwei sehen nicht besonders vertrauenerweckend aus, da der USB-Port bedenklich schiefsteht. Der dritte aber findet Gefallen vor meinen Augen und wandert für akzeptable 3 € (!) in mein Tasche.
Nachdem ich für 2 € auch noch einen passenden Steckdosenadapter bekam, haben wir diesen Erfolg gleich mal feiern müssen. In Uncle Johns Coffee-Shop haben wir uns Kaffee und Pancake mit Nutella und Banane bestellt. Traudl hatte unheimlich Bock auf den Pancake, wollte aber unbedingt nur einen bestellen. Als hätte sie den siebten Sinn für sowas, kam eine Portion, dass mir ein lautes WOW entlockte und die Kellnerin lachen ließ.IMG_1312.JPGDas hat locker für uns beide gereicht!

Wir kamen dann auf der Fahrt nach Knysna noch in eine Polizeikontrolle, obwohl ich peinlich auf die Geschwindigkeit geachtet hatte. Die Lady war nett, mich hat’s trotzdem genervt. Es ging auf sechs Uhr zu und ich wollte jetzt ankommen.

5 Km vor Knysna
5 Km vor Knysna

Das sind wir dann ein Viertelstündchen später auch. Hier wartete eine überaus erfreuliche Überraschung auf uns. An der Lodge wurde ein 2. Haus angebaut und das diese Saion erst in Betrieb genommen wird. Da wir die ersten Gäste dort sind, hat man uns ein Upgrade gegeben und wir bekommen das größte Zimmer, nein eigentlich ist es fast eine ganze Wohnung, mit riesiger Fensterfront zur Lagunenseite und eigenem Privatpool. Der allgemeine Pool im Garten sei ja nur für Hippos geeignte, meinet der Spaßvogel von der Rezeption. Das Zimmer ist der Hammer! Amanzi Lodge at it’s best.

Amanzi Lodge
Amanzi Lodge
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Die Terrasse mit Privat-Pool – Cool

Nachdem wir dann in einem netten Restaurant an den Knysna Heads unsere erste Flasche Sauvignon Blanc von Spier (sehr empfehlenswert, hat nur 8 € gekostet!) geleert hatten, war der Tag erfolgreich beendet.

Rrrringg

ging es um fünf Uhr in der Früh ca. 30 Zentimeter neben meinem Kopf. Fast falle ich aus dem Bett bei der Suche nach dem Telefonhörer. Mein gequältes „Good Morning“ wird mit einem fröhlichen „Your Wake Up Call, Sir“ beantwortet. Ja, ja freu dich nur uns quälen zu dürfen. Aufstehen heißt es zur morgendlichen Pirschfahrt. In 30 Minuten ist Abfahrt. Zwanzig Minuten später stehen wir an der Bar und genießen noch einen excellenten Kaffee bevor es losgeht. Den Beifahrersitz, den ich gestern genießen durfte, tausche ich heute gegen einen der höhergelegenen Sitze. Wieder geht es kreuz und quer durch den ausgelichteten Busch. John hat mir gestern erzählt, dass vor ca drei Jahren ein verheerendes Buschfeuer zwar viel zerstört hat aber auch dafür sorgte, daß der Busch begehbar wurde. Einige Vogelarten, besonders der extrem seltene Hondo sind deshalb zurückgekehrt, da sie offenes Gelände bevorzugen. Den hier zu haben darauf ist John sichtlich stolz. Für die restlichen Verwüstungen sind die Elefanten zuständig, die auf Futtersuche noch so manchen weiteren Baum auf dem Gewissen haben. Erschwerend kommt noch dazu, daß der Regen heute morgen der erste seit … zweieinhalb JAHREN war! Wir sind also an einem historischen Tag angereist!
Auf einem der Marulabäume entdecken wir einen dösenden Leoparden. Sehr gemütlich hat es sich die Dame dort oben gemacht. Sie lässt sich nicht im mindesten von uns stören. Geradezu überheblich wirkt der eine oder andere Blick, den sie uns aus ca. 5 Meter Höhe zuwirft. Ein paar Minuten beobachten wir sie von verschiedenen Seiten und sehen, dass sie eine offene Wunde am Schwanzansatz hat. Also ganz klar nicht der Leo von gestern Abend.

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Tree Hanger

Weiter geht es mit der Fahrt bis wir an einer offenen Fläche halten und es einen kleinen Snack bei Kaffee, Tee und Kakao gibt. Langsam wandert die Sone so hoch, dass es heiß wird. Heute haben wir fast wolkenlosen Himmel! Also besser wieder zusammengepackt und weitergefahren. Auf einmal bremst John, wendet den Wagen und fährt zurück zu einem Wasserloch, das wir 10 Minuten zuvor erst passiert hatten. Nun lag dort, gut unter einem umgeknickten Busch getarnt, der Leopardenmann von gestern Abend. Auch er lässt sich nicht im geringsten von uns stören. Draußen im Busch halten ein paar Kuduweibchen und Impalas respektvoll Abstand, obwohl sie sicher gerne getrunken hätten. Aber Leo gab seine pole position nicht auf. Einige herrliche Kudubullen sahen wir noch bevor wir nach zweieinhalb Stunden wieder zurückkehrten.
Dann gab es richtiges Frühstück und dabei bot uns John an danach noch einen kleinen Fußmarsch durch die Umgebung des Camps zu machen. Einige Unentwegte schlossen sich ihm an und lernten dabei fiel über nützliche Pflanzen, Tierfährten und Bauten verschiedener Tiere.

Der nachmittägliche Drive begann traurig. Im großen Freigelände auf das wir vom Zimmer aus sahen, hatte sich ein Büffel im Matsch unentrinnbar festgesetzt. Er konnte sich keinen Zentimeter mehr bewegen. Die Ranger witzelten darüber, dass er in der Nacht zu Hyänenfutter werden wird. Auf meine Frage, ob man ihm nicht wenigstens den Gnadenschuss geben könne, statt ihn bei lebendigem Leib zerfetzen zu lassen, wurde mir strikt geantwortet, dass dies der natürliche Gang sei und man sich nicht einmische. Na ja, mag ok sein, wenn man sich generell daran hielte. Wenn man aber Wasserlöcher künstlich anlegt, um in einer Gegend in der es sonst keine Nilpferde gibt, welche zu halten, dann mischt man sich offenbar nur da ein, wo es den eigenen Zwecken dient. Die Witzelei über das was kommen wird, fand ich für Ranger zudem etwas respektlos der anderen Kreatur gegenüber! Vom Drive selber gibt es nur ein neues Erlebnis. Wir fanden zweimal Nashörner. Beide Male eine Mutter mit Nachwuchs. Der eine Nachkomme aber schon fast so groß wie die Nashornkuh.

Am Abend haben wir wieder sehr gut gegessen. Nur mit dem Service hat man hier noch ein Problem. Ich mag es einfach nicht, wenn ich den Mund noch voll habe und man mir in dem Moment schon den Teller vom Tisch nimmt und dabei fragt, ob man das leere Glas auch noch mitnehmen darf. Hallo, ich kaue noch! Richtig ungemütlich wird es spätestens, wenn der Tisch abgeräumt wird und zwar inklusive nicht getrunkener Getränke, während wir noch den Nachtisch löffelten. Das fühlt sich schon sehr nach „steht auf, geht an die Bar und konsumiert dort weiter“ an. Der Zimmerservice ist ähnlich. Wir hatten heute draußen ungefähr 40 Grad, es aber nachmittags geschafft nur durch kurzes öffnen der Türen die Temperatur innen niedrig zu halten. Als wir zurückkamen, war die Klimaanlage aus, der Raum feuchtheiß und vor allem voller Fliegen! Sehr ärgerlich bei einer Lodge, die alles andere als preislich günstig ist. Die Leute an der Rezeption sind dagegen eine komplett andere Liga – super freundlich und zuvorkommend.

Der nächste Tag begann wie der zuvor mit dem Weckruf um 05:00 Uhr. Wobei das eigentlich nicht ganz stimmt. Wach wurde ich, weil es gewitterte und ich meinte eine Hyäne gehört zu haben. Dazu hörte ich noch ein anderes gleichmäßig, mahlendes Geräusch. Also ging ich mal vor zur Terrasse, zog die Gardine ein Stück zurück und was sehe ich da? Steht doch so ein riesen Teil von Hippo zwei Meter vor der Terrasse und mampft genüßlich den eh schon kurzen Rasen. Drei Meter daneben steht ein Njala-Bock und tut’s dem Rhino gleich. Was für ein Bild! Die Ursache des mahlenden Geräusches war übrigens das Kauen des Hippos!
Das Geniale des anschließenden Game-Drives war aber nicht das Hippo oder die Löwen, die wir an ganz anderer Stelle wieder schlafend vorfanden. Es waren Wildhunde, die wir sogar beim Stellen eines Njala-Bocks beobachten konnten. Der hatte aber rechtzeitig ein dichtes Gebüsch gefunden, in das er sich verdrückt hatte. So konnten ihn die Hunde nicht in der üblichen Art umkreisen und gleichzeitig angreifen. Weshalb sie nach einigen Minuten von ihm abließen. Diese Tiere durch den Busch zu verfolgen und zu beobachten mit welcher Leichtigkeit und Eleganz sie laufen, war einfach grandios. Ganz, ganz großes Kino! Wir haben sie noch bis zu einer Wasserstelle verfolgt, an der sie ein Bad nahmen und sich im Schlamm abkühlten. Danach ließen wir sie ziehen und haben etwas verspätet unseren Buschkaffee getrunken. Diese Spezies ist extrem selten. Im gesamten Gebiet des Kruger-Parks und der umliegenden kleineren Parks gibt es nur noch ca. 180 Exemplare. Angesichts der Größe dieses Gebiets ist diese Sichtung also ein Riesenglück!

Insgesamt war der Besuch der Arathusa Safari Lodge ein phantastisches Erlebnis, dass wir nur wärmstens empfehlen können. Besonders danken müssen wir dafür John, unserem Ranger und Rifos, dem Tracker. Ohne deren geduldigen und engagierten Einsatzes wäre der Besuch nicht so verlaufen.

Inzwischen sind wir in Joburg angekommen, haben entgegen der ursprünglichen Planung das Auto gleich wieder abgegeben und sitzen nun mit einem Kopf prall gefüllt mit neuen Erlebnissen im Hotel am Flughafen, von wo es morgen nach George weitergeht

Sabi Sands Game Reserve

macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Jede Menge Sand hier! Gegen neun Uhr waren wir am Hippo Hollow Country Estate aufgebrochen und gleich hinter dem Tor erstmal aufgehalten worden. Der hauseigene Helicopter war im Landeanflug. Als ehemaliger Heli-Pilot weiß man ja was sich gehört, also haben wir gewartet. Nachdem sich der Staub gelegt hat ging es weiter. Auf der R40 fuhren wir eine Weile gen Norden, haben unterwegs noch Trinkwasser (wer weiß schon, ob wir uns im Outback verfahren), Sprit und Geld gebunkert und die Gegend betrachtet. Die sogenannte Panoramaroute bietet zwar weite Blicke in das tiefer gelegene Land aber die Aussicht ist nicht besonders erhebend. Die Gegend ist völlig zugebaut, lauter kleine Häuschen, weil ja genug Fläche vorhanden ist. Verdichtet und hoch wird hier nicht gebaut, entsprechend ist der Flächenverbrauch. Da vermutlich ohne Plan gebaut wird, hat das Ganze auch kein Gesicht. Es wirkt eher karg und trostlos. Gestern bei der Vorbereitung der Fahrt hatten wir noch versucht aus der Wegbeschreibung Erkenntnisse zu ziehen. Die ist nämlich leider für die Anfahrt aus entgegengesetzter Richtung gedacht. Soweit wir daraus und einer abstrahierten Grafik schlau werden, fahren wir mal entsprechend los. In Acornhoek entscheide ich mich für’s abbiegen nach Osten. Noch weiter nach Norden zunfahren, um auf die Wegbeschreibung zu kommen habe ich keine Lust. Zusammen mit dem Navi und der groben Karte muss das doch zuschaffen sein. Plötzlich erscheint links eine riesige Holztafel auf der u. a. der Name unserer Lodge steht und auch der Name des Tores durch das wir in das Gelände fahren sollen. Na also, geht doch! Die nächste dreiviertel Stunde sind nun Waschbrettpiste und Sand angesagt. Am Gowrie Gate ist etwas warten angesagt. Ein paar Fahrzeuge sind vor uns dran und jedes wird kurz durchsucht, das Kennzeichen wird notiert, man muss Name und Unterkunft nennen und unterschreiben. Dann endlich darf man bezahlen. Als ich dem Wächter in seine Hütte folge, um mein Geld loszuwerden, weist er mich erst einmal zurück. Da darf nur er rein, ich muss draußen bleiben. Nun wird erstmal alles vom Papier in den Computer übertragen. Als alles drin ist im Computer, kommt der Preis raus. Nun darf ich bezahlen. Überraschenderweise ist es weniger als draußen angeschrieben, aber ich bin nicht traurig drum.

Nachdem die Anfahrt in dieses Outback ohne einen Metern des Verfahrens klappte, erwischt es uns jetzt noch. Auf einer der Tafeln lese ich Arathusa und los gehts. Dass es hier zwei verschiedene Lodges gibt, die beide mit Arathusa beginnen, hatte ich völlig verdrängt. Als wir dort ankommen, werden wir gleich wieder ans Tor zurückgeschickt. Na super, 18 Kilometer umsonst gefahren. Bei den vorgeschriebenen 20 Km/h wäre das normalerweise fast eine Stunde Fahrzeit. Aber wir haben nur etwas länger als die Hälfte der Zeit gebraucht. Und wie fast immer hat es auch sein Gutes. Wir sind noch 2-3 Km von der Lodge entfernt, da begegnet uns auf dem Weg ein Nashorn. Ein richtig großer Kaventsmann trottet auf dem Weg vor uns in unsere Richtung. Als wir uns langsam nähern, verzieht er sich fünf Meter neben den Weg ins Gestrüpp und betrachtet uns mißbilligend, weil wir anhalten, das Fenster öffnen und ihn fotografieren. Wow, was für ein Einstieg. Nummer eins der Big Five ist gesichtet und fotografisch eingefangen!

Unser erstes Nashorn
Unser erstes Nashorn

Kurz darauf erreichen wir die Lodge und werden sehr freundlich empfangen. Die „Zimmer“ hier sind der Hammer!! Das ist fürstlich. Kaum angekommen werden wir schon zum Lunch gebeten. Nachdem wir mit dem sehr leckeren Lunch fertig sind, beginnt kurz drauf schon die Tea Time und wieder eine halbe Stunde später die Abfahrt zur ersten Pirschfahrt. Wir sind 11 (in Worten elf!) Leute auf einem riesigen Toyota Land Discoverer und fahren mit dem Teil durch Gelände, dass uns der Atem stockt. Unglaublich wo dieses Fahrzeug durchkommt. Aber die Fahrt lohnt sich. Nicht nur weil wir zum Sonnenuntergang einen leckeren Sundowner im Busch bekommen, sondern weil es tatsächlich gelingt den Rest der Big Five auf einer Fahrt zu finden, für uns jedenfalls. Denn das Nashorn war der einzige Vertreter dieses Quintett, den wir nicht fanden. Spektakulär war das Aufspüren eines Leoparden. Zu der Zeit war es schon dunkel geworden, so daß das Tier im Scheinwerferlicht auftauchend noch dramatischer wirkte. Es war ein männlicher Leopard, der nach dem morgenlichen Regen markierend durch sein Revier zog. Der dafür verwendete Duftstoff soll nach Popcorn riechen. Ich habe mir verkniffen das nachzuprüfen. Die drei Löwen, die wir fanden, wirkten dagegen wie Stofftiere. Sie lagen da, schliefen und zuckten nicht einmal als der Toyota bis auf fünf Meter an sie ranfuhr. Die scheinen den Betrieb hier gewohnt zu sein. Ansonsten begegneten uns Büffel, Giraffen, Zebra, Elefanten, Hyänen, ewig viele Impalas, Ducker und unendlich viele verschiedene Vögel, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.

De Tree Rondaweels

sind Teil des Blyde River Canyons und nochmal ein Stück nördlicher als wir gestern schon waren. Um das zu schaffen, haben wir alles Sehenswerte von gestern rechts liegen gelassen und sind schnurstracks durch die riesigen Waldgebiete gefahren. Wieder machten wir uns Gedanken, wieviel von dieser Naturausbeutung wohl bei den Einheimischen ankommt. Die abgeholzten und wieder aufgeforsteten Flächen sind gigantisch. Ab und an sehen wir einige Einheimische, die darin arbeiten. Teils beim Fällen und Abräumen, teils beim präparieren der Bäume. Bei den Kiefern fällt nämlich auf, dass sie unten entastet werden, ungefähr 2-3 Meter hoch werden die Stämme glattgeschnitten. Warum, wissen wir nicht.

Gut eineinhalb Stunden später haben wir es fast geschafft. Der erste View Point ist erreicht, fast wäre ich daran vorbei gefahren. So unscheinbar ist er ausgeschildert. Wieder einmal hat uns Here we go zuverlässig ans Ziel geführt. Daheim hatte ich nämlich festgestellt, dass die Karten für SA vorhanden, downloadbar und offline verwendtbar sind. Selbst Sehenswertes ist darin enthalten. Gute Sache! Unterwegs hierher hatten wir schon die größten Befürchtungen heute tatsächlich nichts zu sehen. Gestern hatte es ja leicht geregnet und für heute war mehr Regen angekündigt. Bei Graskop steckten wir in Nebel, der uns nur noch fünf Meter weit sehen ließ. Aber als wir den nächsten Hügel hinter uns gelassen hatten, wurde die Sicht plötzlich besser. Hoffnung keimte auf. Schon von diesem vorgelagerten Aussichtspunkt war der Blick großartig. Was so ein kleiner Fluss fertig bringt! Ok, mag sein, daß er vor ein paar Tagen noch deutlich mächtiger war, aber heute wirkt er von hier oben wie ein Rinnsal. Inzwischen hängen die Wolken wieder bedrohlich dunkel über uns und sorgen für eine fast mystische Stimmung. Würde mich nicht wundern auf den Bergen gleich Gandalf und einige Orks zu entdecken.

Wir reißen uns los, weil wir vermuten etwas weiter nördlich noch tolleres zu sehen. Weit ist es nicht mehr. 10 Minuten später stehen wir an einem Tor, an dem ein kleiner Betrag von 20 Rand/Person kassiert wird. Nochmals 2 Km weiter erreichen wir einen Parkplatz. Allein an der Zahl der Souvenirverkäuferinnen ist die Bedeutung ersichtlich. Und wir werden nicht enttäuscht. Die Ausblicke sind einfach großartig, wir genießen es in vollen Zügen, streifen am kompletten Rand entlang von dem aus man etwas sehen kann. Selbst als wir wieder am Auto sind, gehen wir nochmals los, weil uns inzwischen sogar die Sonne etwas lacht. Es reisst deutlich auf und wir bekommen etwas besseres Licht für Fotos. Die hier eingefügten sind leider wieder nur vom Handy, weil sich der Datentransfer Kamera – iPad einfach nicht normalisieren lässt. Spätestens in ein paar Tagen kann ich da aber noch was nachliefern – versprochen.

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Auf dem Rückweg waren wir noch am Lisbon Fall

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und in Pilgrims Rest, einem alten Goldgräberort, der noch sehr altertümlich wirkt. Dieses Orstbild wird touristisch nach Kräften ausgebeutet. Jedes Haus ein Andenkenladen, Restaurant oder „historisches Museum“. Na ja! Aber für die Damen hier ein paar nette Tischdecken.img_7595

 

God’s Window

Nach dem aufregenden frühen Morgen haben wir noch ein Weilchen geschlafen und sind gegen acht Uhr zum Frühstück. Das war genauso gut wie das Buffet am Abend zuvor. Heute wollen wir die Panorama-Route in Angriff nehmen. Die Fahrt ging also von Hazyview aus im wesentlichen nach Norden. Unsere Ohren meldeten uns, dass es deutlich bergauf ging. Wir passierten wieder einige große Bananenplantagen als rechter Hand plötzlich ein Gebäude auftaucht. Es sah so, aus als würden dort geerntete Bananen bearbeitet. Wir drehten kurzerhand um und fuhren dort rein. Und tatsächlich liefen an der Stirnseite dieses leicht verfallen wirkenden Gebäudes zwei deckenhohe Schienen hinein, an der Laufkatzen angebracht waren. An jeder hing an einer Kette eine komplette Bananenstaude. Die wurde am Ende der Schienenstrecke von etlichen Frauen verarbeitet. Zunächst schnitt eine von ihnen die Bananenpratzen ab, die nächsten zwei wuschen eine weißliche Schicht von den Bananen ab und mehrere andere sortierten die Pratzen nach ihrer Größe. Die ganz oben hängenden sind die größten und die A-Qualität. Nach unten werden sie immer kleiner. Das alles erklärte uns sehr bereitwillig der Vorarbeiter. Genauso war er mit dem fotografieren einverstanden.

Mama weiss alles über Bananen, ist selber schon ganz gelb.
Mama weiss alles über Bananen, ist selber schon ganz gelb.

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Hey, ist das lustig
Hey, ist das lustig. Na ja, vielleicht nicht für alle.

Er zeigte uns auch eine Art großer Tablette, die im Inneren der Staude angeheftet war. Ein Mittel gegen eine winzige rote Spinne, die die Banane sonst befallen würde. Er zeigte uns eine befallene Banane. Der Spider darauf war mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ohne das Mittel würden an einer Banane aus einer Spinne tausende von Nachkommen entstehen, meinte er. Beim Zerlegen der Pratzen fielen uns einige sehr dicke aber aussortiert Exemplare auf. Als er sie uns zeigte, sahen wir erst, daß es Zwillinge ja Drillinge waren, die nicht verkaufbar sind. Auf unsere Frage, warum die Pratzen alle in blaue Plastiktüten gehüllt sind, wenn sie noch am Baum hängen, hieß es, das es gegen die Sonne sei, damit sie grün bleiben. Die Schale wird in der Sonne schneller gelb als die Frucht innen reift. Damit würde die Schale schon wieder unansehlich, wenn das Fruchtfleisch soweit ist. Nachdem wir uns mit ihm noch Macadamianussbäume angesehen hatten und jeder eine reife Banane geschenkt bekommen hatten, fuhren wir weiter.

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Wir passierten Graskopp und erreichten schließlich God’s Window. Da es gestern Abend angefangen hatte leicht zu regnen und wir untees rwegs sogar im Nebel landeten, hatte ich schon befürchtet, das Fenster sei schlecht geputzt. Aber ganz so schli, wie ich in einem Reisebericht gelesen hatte, war es nicht. Da hatte ein anderer Blogger dreimal hintereinander versucht einen guten Blick ins Land zu erhaschen und stand dreimal in den Wolken. Die Vegetation ist hier noch naturbelassen und entspricht einem subtropischen Feuchtwald. img_7428Das img_7445besondere hier ist eine einige hundert Meter hohe Abbruchkante, an der stehend man sehr weit in die Ferne sehen könnte. Sehr weit ging nicht, aber weit und die an den steilen Hängen herumwabernden Nebelschwaden hatten auch was. Nach ausgiebiger Wanderung durch diese Gegend fuhren wir weiter nach Norden. Inzwischen hatte sich Traudl auch an das Landstraße fahren gewagt. Dadurch fiel mir der Hinweis auf ein Restaurant mitten in der Pampa auf. Da wir mal was trinken und vielleicht auch eine Kleinigkeit essen wollten, bat ich Traudl abzubiegen. Der Weg schlängelte sich zu einem kleinen Fluss hinab. Als dort eine etwas behelfsmäßig wirkende Brücke zu überqueren war, verkrampfte sich Traudl zusehends. Auf der anderen Seite ging es noch ein Stück rumpeligen Weges weiter bis wir das „Restaurant“ erreichten. img_7464img_7469img_7471img_7462Raus aus dem Auto und Traudl gings wieder gut. Das Restaurant entpuppte sich als etwas professioneller ausgestaltete Feuerstelle, allerdings mit sehr netten Sitzgelegenheiten direkt am Fluss. Hier versuchten wir erstmals Boerewors mit Pap und Gemüse – LECKER!img_7472 Boerewors ist eine deftig gewürzte Wurst mit recht grobem Brat. Das Grillen auf dem Holzfeuer tat sein übriges für den Geschmack. Damit gestärkt ging es weiter zu Bourkes Luck Potholes. Der Höhepunkt des heutigen Tages, abgesehen von der Boerewors 🙄. Der Blyde River hat hier vor ein paar Jahren, also Millionen Jahren, skurrile Formationen in den Fels gefräst. Tja, damals hatte man noch Zeit. img_7496Allein hier sind wir img_7490fast zwei Stunden unterwegs und streifen kreuz und quer durch die Gegend. Inzwischen ist es halb sechs geworden und wir denken, es wird gut sein zurückzufahren und wieder im Hotel zu sein, bevor es richtig dunkel wird. Prompt begegnet uns in der Dämmerung auf der Straße noch eine Herde Kühe, die auch noch meinten auf der Straße ihre Rivalitäten austragen zu müssen. Gut, daß wir die rechtzeitig gesehen haben. Ohne weitere seltsame Begegnungen erreichen wir wieder das Hippo Hotel, freuen uns auf eine Dusche und ein leckeres Abendessen, vielleicht mit Boerewors?

PS: Heute mal Bilder von Traudl. Die Verbindung zwischen meiner Kamera und dem iPad spinnt.