Aufbruch nach Kuba

Um 04.30 sind wir raus aus den Federn. Auf das Frühstück verzichten wir. Auf Abwasch etc. haben wir um diese Zeit keinen Bock, mal ganz davon abgesehen, dass der Kühlschrank eh‘ gähnende Leere anzeigt. Kurz nach 5 gehts zum Flughafen. Etwas östlich davon haben wir einen Stellplatz angemietet, wo unser Wagen die kommenden drei Wochen stehen bleiben darf. Der Transfer zu Airport klappt einwandfrei. Am Condorschalter für Havanna ist recht wenig los, so sind wir dort rasch durch und die Koffer los. Bei der Security dauert es dafür etwas länger. Die haben sie plötzlich in den Stock über uns verlegt. Um die Zeit scheint es auch noch nicht nötig einen Hinweis aufzustellen oder gar einen Menschen, der einem das mitteilt. Nach etwas umherirren, ruft plötzlich jemand von oben, gerade als ich zur Info gehe. Nachdem ich dort zur Belohnung auch noch an einem Sprengstofftest teilnehmen durfte (vllt. hab ich in dem Moment so explosiv geschaut) waren wir dann endlich durch und haben uns nun ein Frühstück gegönnt, dass uns Schwiegermama großzügig gesponsert hat! Muchas gracias dafür.

Take Off dann in dickem Hochnebel mit etwas Verspätung, da anscheinend die Maschine getauscht wurde und da noch ein paar WehWehchen gerichtet werden mussten. Der Flug selbst verlief dann recht ruhig, er zog sich nur am Ende doch ziemlich hin. Wir hatten kräftig Gegenwind um waren teils nur mit einer ground speed von 650 km/h unterwegs. Das schlug sich schließlich in fast 12 Stunden Flugzeit nieder.

Von Havanna International war ich erstmal ob dessen Größe bzw. seiner Winzigkeit erstaunt. Rüssel gab es keine, hatte ich auch nicht erwartet, also ein gemütlicher Gang über ein kurzes Stück Rollfeld bei warm-feuchter Luft. Drinnen dann eine Halle deren komplette Längsseite mit kleinen Holzkabinchen bestückt war. Bestimmt ca. 30 Stück. In einigen davon saß ein Menschlein, in der Regel nur als Kopf wahrnehmbar. Den an wenigen Stellen hängenden handgemalten Schildchen „controlo passaporto“ (oder so ähnlich) nach zu urteilen, wohl die Immigration. Ich ging an den schon stehenden Schlangen in der Mitte vorbei nach links, weil ich da so einen kleinen Kopf ganz alleine hoffungsvoll zu uns spähend sah. Ich begrüßte die Dame mit einem angemessenen buenas tardes und erntete einen freundlichen (!) Gruß zurück. In gepflegtem Englisch bat sie mich dann um die erforderlichen Papiere und fotografierte mich. Als Traudl sich dazugesellte, beugte sie sich zu mir herüber und sagte in fast schon verschwörerischem Tonfall, dass die Kontrolle doch bitte one by one erfolgen sollte. Also ganz ehrlich ich habe im Ausland noch nie eine so freundliche, angenehme Einreiseprozedur erlebt wie hier. Dann ging es noch zur Security. Hier war eine Heerschar junger Mädels am Werk. Sie wirkten auf mich, als seine hier eine Klasse aus der Oberstufe in Schuluniform am Werk. Weiße Bluse, hellbraunes, kurzes Röckchen und weiße Kniestrümpfe unterstrichen diesen Eindruck dick.

Schlußendlich kamen wir an den zwei (!) Gepäckbändern an, wo wir nach 10 Minuten wartens auch unsere Koffer bekamen. Der Abholer war schon da und übergab uns nach einer kurzen Einweisung dem Fahrer. Die Fahrt durch die Stadt war relaxt und wir bekamen hier schon einen Eindruck davon, wie wachsam man ob der Verwerfungen und Schlaglöcher sein muss. Die Anzahl der alten amerikanischen Autos ist tatsächlich riesengroß. So viele hatte ich nicht erwartet. Der Erhaltungszustand ist sehr unterschiedlich. Nach einiger Rumkurverei in der für Autos sehr engen Altstadt haben wir dann unsere Unterkunft gefunden. Die Adresssuche war offenbar selbst für den einheimischen Fahrer eine Herausforderung. Drinnen dann die nächste Überraschung. Unsere Wirtin ist eine Einheimische, die deutsch spricht, mit auffallend hellhäutiger, entzückender Tochter. Sie war mit einem Deutschen aus Frankfurt verheiratet. Nun sind sie noch gute Freunde und besuchen sich ab und an. Auch hier haben wir einen sehr netten, ja warmherzigen Empfang erlebt. Wir sind sehr auf den nächsten Tag gespannt.

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Es geht wieder los …

Gestern haben wir die letzten Unterkünfte auf Kuba klar gemacht. Erstmals probieren wir aus, wie das mit AirBnB klappt. Die Website finde ich ganz gewandt zur Suche. Sie bietet mehr Möglichkeiten die Suche zu filtern, als die mobile Anwendung. Bspw. ist es über die App nicht möglich nach den Sprachkenntnissen der Hosts zu filtern. Da wir fast kein Spanisch sprechen (lach du nur Stephanie) ist uns das schon wichtig. Wenn wir schon in Privatunterkünfte gehen, wollen wir uns ja mit den Leuten auch ein wenig unterhalten und etwas erfahren. Auf die Weise habe ich doch tatsächlich in Trinidad eine Freiburger Vermieterin gefunden. Da sind wir mal gespannt, welche Story da hinter steckt.

Heute habe ich endlich auch noch einen aktuellen Artikel zur Internetsituation in Kuba gefunden. Über entsprechende Trajetas der staatlichen Telekom scheint der Zugang ja nun an weit über 400 Hotspots möglich zu sein, wenn auch langsam. Der Koffer ist seit dem vergangenen, völlig verregneten Wochenende auch gepackt. Morgen nach dem Büro ist somit nur noch ein kurzer Check nötig, ob wirklich alles dabei ist. Alex mir geht deine intelligente Packliste ab. Obwohl, am besten wäre eigentlich ein intelligenter Packer. Aber ich fürchte, das magst du nicht übernehmen …

Egal, übermorgen um halb zehn sind wir hoffentlich in der Luft und auf dem Weg nach Havanna.