Izamal und Merida

In einer Bewertung unseres Hotels hatte ich gelesen, dass es hier ein reichliches und leckeres Frühstück  Da wurde nicht zuviel versprochen. Superlecker war der Früchteteller mit Joghurt, den es zum Einstieg gab. Die natürlich ausgereiften Früchte sind was anders als wir es bei uns gewohnt sind. So gestärkt, ging es gleich mit dem Auto ins Zentrum. Bevor es zu heiß würde, wollten wir als erstes die Maya-Pyramide Kinich Kak Moo besuchen. Nach Konsultation eines völlig unterbeschäftigten aber sehr bedeutungsvoll aussehenden Polizisten, hatten wir sie auch schnell gefunden.  Sie hat einen ähnlich urigen Charakter wie die Anlagen in Ek Balam. Auf ca. 10 Metern Höhe betritt man zunächst eine sehr große Plattform (ca. eine Fußballfeldgröße) an deren Ende steht dann die eigentliche Pyramide. Auffallend sind die abgerundeten Ecken des Baus. Hier geht es dann bis auf 36 m Höhe. Oben hat man eine prima Blick auf Izamal und das zentral gelegene Konvent San Antonio di Padua. Zu dem wandern wir als nächstes. Schließlich ist 1992 sogar Papst Johannes Paul II. hier zu Besuch gewesen. Also wenn das keine Empfehlung ist …  Besonders geschwärmt wird von der Größe des Säulengangs, der 80.000 qm umfassen soll. Als wir drin stehen, denke ich mir, Größe allein macht es nicht aus. In der Mitte eine riesige Rasenfläche, nur von einem einzigen Weg gegliedert und sonst nix. Der ganze Bau wirkt einzig durch seine markante Farbe, ein sattes Gelb. Das hat auf den Rest der Stadt so ausgestrahlt, daß inzwischen fast jedes zentral gelegene Gebäude gackerlgelb ausschaut! Zum Schluss haben wir noch das Zentrum für Kultur und Kunst angesehen. Einige sehr witzige Kunstwerke und sehr schöne Sisalgegenstände gibt es hier.

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Nachdem wir uns auch hier wieder durch das Einbahnstraßensystem gefräst hatten, waren wir wieder auf der Straße nach Merida. Ach noch ein Wort zu diesem Straßensystem. Inzwischen glauben wir es verstanden zu haben. Die meisten Städte, die wir bisher sahen, haben eine schachbrettförmige Anordnung der Straßen. Alle Straßen heißen Calle, zu unterscheiden nur durch ihre Nummer. Um sich eine Vorstellung machen zu können, hat die Numerierung System. Die ungeraden Calles verlaufen Ost-West, die geraden Nord-Süd. Die Numerierung beginnt jeweils im Norden bzw. Im Osten. Testfrage: Wo findet man ergo die höchstnumerierten Calles? Na, Na…  richtig im Süden und im Westen. San scho Hund die Mexikaner, na ja kein Wunder, stammen ja von den raffinierten Sternenguckern, den Mayas ab.

In Merida fahren wir schnurstracks in das historische Zentrum und suchen einen Parkplatz. Gar nicht so einfach in dieser engen Stadt. Das Zentrum um die Kathedrale herum, ist recht nett. Ein Einheimischer gibt uns ein paar gute Tipps, wo man hingehen sollte und verabschiedet sich dann wieder. In einem bekannten Geschäft für Handwerkskunst, lassen wir uns die Unterschiede und Vorzüge der echten Sisalhängematten erklären. Für Längs-, Quer- und Diagonalschläfer, ja sogar für Sitzende gibt es Empfehlungen. Die Webart, die Knotendichte und die Fadenstärke sind neben dem Material wichtige Qualitätsmerkmale. Traudl hört begeistert zu, ist sie doch extra wegen der Hängematte nach Mexico geflogen 😉  Der Preis von 2300 Peso für soviel Qualität überzeugt uns nicht so richtig. Im Laufe des Gesprächs fällt er auf 1500, trotzdem verlassen wir den Laden erstmal. der relativ rasche Preisverfall macht mich stutzig. Traudl schaut unglücklich, deshalb gehen wir erstmal einen Kaffee trinken. Zunächst versuche ich meinen Bruder, den alten Mexicospezialisten anzufunken, dann komme ich aber mit der netten Bedienung ins Gespräch. Die wiederum antwortet mir auf die Frage nach einem angemessenen Preis nach Radio Eriwan Art – „kommt ganz darauf an“. Dann kommen wieder die Argumente Material, Knotendichte etc. pp.. Aber sie wüsste da jemanden, der jemanden kennt usw. Sie ist kurz verschwunden, dann kommt sie mit einem Mann wieder, der im Getümmel verschwindet. 5 Minuten später erscheint der mit einem alten Herrn im Schlepptau, der ein ganzes Packerl Hängematten mit sich trägt. Als ich ihm mit Hilfe der Bedienung erklärt habe, was wir suchen, fasst er zielsicher in die Mitte seines Paketes und präsentiert uns exakt so eine Matte, wie wir sie zuvor im Geschäft angeboten bekamen. Preis nun 700 Pesos. Ich verhandle nicht weiter, der Alte kommt jeden Tag aus einem der zwischen Izamal und Merida gelegenen Indiodörfern und kann es sicher brauchen. Beim rausschrauben aus dem Einbahnstraßensysten hier treffen wir ihn später zufällig an einem kleinen Lädchen wieder, das abseits des Zentrums ganz versteckt liegt. Er erkennt uns sofort und winkt uns noch freundlich hinterher.

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Die Fahrt nach Uxmal zieht sich etwas. Erstens, weil es heiß geworden ist und die schwachbrüstige Klimaanlage dem Temperaturanstieg eindeutig nicht gewachsen ist. Zweitens, weil wir aus Versehen nach Uman hineingeraten und eine Weile darin herumirren, bevor mir klar wird, daß wir deutlich zuvor schon falsch gefahren sein mussten. Auf unserer kleinmaßstäbigen Karte war das erst auf den zweiten Blick zu erkennen. nachdem wir wieder ein Stück gen Merida zurückgefahren waren, fanden wir deine richtige Straße und es ging mit Volldampf nach Uxmal. Etwas überraschend taucht plötzlich nach einer Kurve unser Hotel auf. Mir einer halben Notbremsung erwische ich noch die Einfahrt und wir sind da. Heute sind wir etwas verbappt und wir freuen uns auf die Dusche.

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5 Kommentare zu „Izamal und Merida

  1. Sollen wir jetzt davon ausgehen, daß ihr eure Freizeit künftig in der Hängematte verbringt – kaum zu glauben ?!!!!
    Der LKW auf dem letzten Foto hatte sich wohl auch in den Einbahnstraßen verfranst – und dann ist ihm das Benzin ausgegangen. Lange kann das bei dem yukatekischen Temperaturen und Feuchtigkeit nicht her sein.
    Heute kommt dann mit Uxmal ein ganz großes Highlight – viel Spaß !!

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  2. Also mit dem Preis für die Hängematte habt ihr bestimmt nichts verkehrt gemacht. Darf ich auch mal Probeliegen? Ich glaub so was hätte ich auch ganz gerne 🙂
    Übrigens, wo bleiben diesmal die Fotos von Edeltraud beim Essen?

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    1. Also ad 1: Mein Bruder sagt, wir haben preisverhandlungsmäßig nocg nicht drauf. Die Matte ist eindeutig zu teuer, auch zu dem Preis.
      Ad 2: Zu dem Orangenbild hätte ich ein Essenbild. Ich hole das nach. Heute haben wir übrigens eine richtige Obstorgie hingelegt. In einem kleinen Ort haben wir Mandarinen, Mango und Bananen gekauft und dazu eine Salz/Chile-Mischung bekommen. Sehr apart!

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  3. OK! Einkaufstour nach einer Hängematte oder Besichtigung der schönen Städte und Baudenkmäler?
    Ich weiss jetzt nicht was ich davon halten soll, aber was Brigitte auch gesagt hat: keine Fotos von Edeltraud beim Essen 😥 Vielleicht kommen sie ja noch.

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