Die Kap-Halbinsel

zu umrunden hatten wir uns heute vorgenommen. Deshalb sind wir auch relativ pünktlich um 9 Uhr auf die Piste. Wir hatten geplant, am späten Nachmittag Muizenberg zu erreichen, um dort zum Schluß noch ins Meer zu springen, sind also gegen den Uhrzeigersinn losgefahren. Was nun besser ist, darüber werden ja Glaubenskriege ausgetragen. Ich will mich daran nicht beteiligen. So sind wir erst einmal in einem Zuge nach Hout Bay gefahren, um mal in den Hafen zu schaun. Dabei entdeckten wir ein Seafood Restaurant mit großem Balkon, auf dem man beim Essen super draußen sitzen kann. Wäre eine Alternative, wenn wir anders herum gefahren wären. Die Boote zur Robbeninsel fahren auch hier weg. Dafür wird uns wohl die Zeit nicht reichen, deshalb verzichten wir darauf. Am Hafenbecken bewundern wir noch einen Mann, der einen Seelöwen soweit abgerichtet hat, dass er ihm Fisch aus dem Mund holt. Das Tier ist unglaublich geschickt. Dann geht es weiter zur Einfahrt einer der schönsten Küstenstraßen der Welt. Am Beginn des Chapman Peak Drive ist aber erst einmal Schluss und Frust macht sich bei uns breit. ‚Road closed‘ heisst es da. Ich stelle den Wagen ab und frage mal nach was los ist. Es handelt sich um einen Steinschlag, der beseitigt werden muss. Nachmittags um drei wird die Straße wieder auf sein. Ok, das geht ja noch. Wir drehen um und nehmen die Halbinsel doch im Uhrzeigersinn in Angriff. Nun ist doch Muizenberg unser erstes Ziel. Am Anfang baden wollen will aber nicht, also machen wir an diesem herrlichen Strand einen kurzen Spaziergang. Die Luft ist hier wie zuvor schon in Kapstadt sehr dunstig. Die andere Seite der False Bay ist nicht erkennbar. Auch der Himmel ist heute deutlich bedeckter und zieht teilweise fast völlig zu. Trotzdem hat es fast 30 Grad! Was für ein Glück hatten wir gestern mit unserem Entschluss gleich zum Tafelberg raufzufahren! Hier gibt es stattdessen lustige Strandhäuschen. Mitten in feinstem Sand stehen sie in quietschbunten Farben bemalt in Reih und Glied da. Ein tolles Bild!
Die nächste Station nach gemütlicher Fahrt die Küste entlang ist Simons Town. Hier besuchen wir eine Fabrikation von Halbedelsteinen und Produkten daraus. Aus der Heimat hatten wir einen Auftrag zum Einkauf mitgenommen. Hier hätten wir auch fast unser Reisemitbringsel erstanden. Einen Elefanten aus einem Stein, der aussah wie Elefantenhaut. Als sich aber herausstellte, dass das Preisschild eine Dezimale zu wenig ausweist, bleibt er im Regal stehen.
Bei Boulder Beach verweilen wir etwas bei den Pinguinen, mal wieder. Die Tierchen sind schon nett zu beobachten.
Danach gehts aber schnurstracks in den Nationalpark am Kap. Inzwischen ist es längst Mittag vorbei – die Zeit fliegt nur so dahin. Die Fahrt vom Eingang bis zum Cape Point ist länger als gedacht und zieht sich etliche Kilometer hin. Aber die Landschaft ist wirklich sehenswert. Inzwischen blühen zuhauf die Königsproteen und diverse andere Pflanzen und peppen die ansonsten sehr karge Fynbos-Flora erheblich auf. Die Kliffs hier am Cape Point, das ist die Erhebung mit Leuchtturm direkt neben dem Kap der guten Hoffnung, sind einfach großartig. Das muss man gesehen haben! Wir müssen uns aber langsam losreißen, es ist vier Uhr durch und wir wollen auch noch einen kurzen Abstecher zur Straußenfarm machen, die gleich nach der Ausfahrt aus dem Nationalpark kommt.
Die haben wir auch gleich gefunden. Sie liegt direkt an der Plateau Road, die wir Richtung Chapmans Peak fahren müssen. Neben Straußen auf den Weiden, ist direkt neben dem Verkaufsgebäude und Cafe, ein mit Besuchern besonders vertrautes Pärchen, Bonny and Clyde. Wir bewundern sie ausgiebig und finden im Shop auch noch ein wunderschön bearbeitetes Ei mit einem eingefrästen Elefantenkopf. Damit haben wir nun auch noch unser Reisemitbringsel erstanden.
Bei Misty Cliffs sehen wir, warum der Ort so heisst. Hier führt ein Atlantikstrom eiskaltes Antarktiswasser heran. So zwischen 4-8 Grad hat es in der Regel, das ist a….kalt! So entsteht hier gerne Seenebel. Aufgrund der feuchtwarmen Luft heute und der inzwischen deutlich nachlassenden Sonne erleben wir das live. Einzelne Schwaden ziehen immer wieder vom Atlantik auf das Land.
Knapp vor Sonnenuntergang erreichen wir den Chapmans Peak Drive und genießen bei der Fahrt hier jede Kurve und halten immer wieder an. Die Bilder bringen den Eindruck von dieser Straße nur unzureichend rüber. Außerdem wurde das Licht nun schon sehr mau. Zumal sich kurz vor der Küstenlinie eine dichte und ca. 100 m hohe Nebelwand aufbaute, die weiteres Licht schluckte. Ihre herumwabernden Fetzen erzeugten aber auch eine ganz eigene, fast mystische Stimmung.
So haben wir es dann doch geschafft in dem am Morgen gesichteten Restaurant zu Abend zu essen. Unsere beiden Fischgerichte waren super lecker, die Aussicht auf die von den letzten Sonnenstrahlen orange aufleuchtenden Berge direkt neben uns phantastisch und damit ein gelungener Ausklang eines ebensolchen Tages geglückt.

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3 Kommentare zu „Die Kap-Halbinsel

  1. Hallo Ihr Zwei, wieder ein toller Bericht um nochmals an den Peakdrive zu erinnern, vielen Dank . Wir wünschen Euch noch weiterhin tolle Eindrücke für die letzten Stunden. Einen guten
    Heimflug liebe Grüsse Inge u. Alfred

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    1. Hi ihr Zwei, für den Heimflug bleibt noch etwas Zeit. Erstmal ist morgen noch ein voller Tag in Kapstadt angesagt, bevor es noch für drei Tage in die winelands geht. Erst dann werden wir uns (schweren Herzens) zum Flughafen begeben.

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  2. Waas ist die Zeit schon fast wieder vorbei?
    Das verging aber schnell. Wieder mal sehr schöne Bilder von den Landschaften und die Berichte sehr eindrucksvoll, da braucht man nicht mehr googeln wenn man so ausführliches zu lesen bekommt 🙂

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