Havanna die erste

Ich glaube, wir haben heute 12 Stunden geschlafen oder zumindest geruht. Nach dem Duschen am frühen Abend hatten wir uns etwas hingelegt. Dann hatten wir das Gefühl im Flieger eigentlich genug gegessen zu haben und nichts mehr zu brauchen. Schwupps, eingeschlafen (bei uns wäre es ja schon halb zwei morgens gewesen) und nicht mehr aufgestanden.

So haben wir schon um halb acht gefrühstückt. Das war wirklich gut! Neben leckerem Obst, fein hergerichtet, gab es Omelett, getoastete Semmeln, Butter, Marmelade, Honig, frischen Melonensaft und Kaffee mit warmer Milch. Der Kaffee war so stark, dass wir ihn 1:1 mit der Milch gemischt haben. War wohl auch so gedacht, der aufgetischten Milchmenge nach zu schließen.

Derart gestärkt sind wir zu Fuß aufgebrochen, um Havanna zu erkunden. Unsere Unterkunft liegt ja mittendrin, die Plaza Vieja ist gleich uns Eck. Weil wir dort aber am Abend hin wollten, sind wir erstmal in die andere Richtung los und haben an einem „Haus des Wechselns“, das bedeutet nämlich der Name Cadeca (Casa de Cambio) der vertrauenswürdigen Wechselstuben. Ein Wachposten im Inneren lässt immer nur so viele Leute rein, wie es besetzte Schalter gibt. Mit kubanischer Kohle versorgt, konnte es endlich losgehen. Nach wenigen Schritten erreichten wir schon einen der meistbesuchten Plätze, die Plaza de Armas. Neben dem fast in jeder kubanischen Stadt anzutreffenden Parque de Cespedues gibt es ein kleines Castell mit einer netten Ausstellung über die seefahrerischen Hintergründe Kubas. Ausserdem hat es einen schönen Blick von obenauf die Einfahrt zum Hafen und die gegenüber gelegenen Anlagen, wie San Carlos. Nachdem wir auch noch das Rathaus besucht hatten und ich mich zum Schluß fast noch mit den dortigen Aufsichtsdamen angelegt hatte, ging es weiter durch die Altstadt Richtung Capitolio. Mein Aufstand gegen die Aufsicht war eigentlich keiner weil Traudl mich zuvor eilig zurück ins Rathaus zog. Ja, richtig zurück ins Innere, weil wir angeblich das hohe Haus zwar durch eine breite, offen stehende Pforte verlassen hatten, wir das aber nicht durften. Also man muss wieder hinein, obwohl man schon draussen auf der Strasse steht!! Das Alles obwohl wir keinen Eintritt zahlten, nichts mitbekommen also auch nichts wieder abzugeben hatten … . Und obwohl die Aufsicht auf der anderen Strassenseite gegenüber der offenen Pforte saß, sie die Pforte also gar nicht von Innen gegen unvorschriftsmäßiges Verlassen bewachte. Man darf es halt einfach nicht und muß wieder hinein, auch wenn man schon draußen steht. Genau so stelle ich mir pflichttreue Regimevertreter hier wie anderen Orts vor. Vorschrift ist Vorschrift, bloß nicht nachdenken, könnte sonst in Fehlern enden. So was kann mich auf die Palme bringen, mühsam bin ich wieder runtergeklettert.

Zum einfacheren Kennenlernen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind wir dann in einen Hopp-On-Hopp-Off Sightseeingbus gestiegen. Ich mache es kurz – rausgeschmissenes Geld. Erstens keine Ohrstöpsel mit diversen Sprachen, wie wir es aus anderen sehenswerten Städten kennen. Stattdessen Lautsprecherdurchsagen auf spanisch und spenglisch. Auf dem Oberdeck im Fahrtwind schon akustisch nicht zu verstehen. Schlimmer aber die Fahrt durch völlig uninteressante Viertel hindurch. Wirklich enttäuscht war ich auch vom vielgepriesenen Malecon. Eine öde teils achtspurige Straße trennt die Bebauung von der Kaimauer. Die Bebauung ist eine Mischung aus alter Platte, gerade neu hochgezogener Platte und Altbestand der so morbide ist, dass er Null Charme mehr hat. Ich habe so manche Uferpromenade auf dieser Welt gesehen, das war die mit Abstand hässlichste.

☹️Der weitere Gang durch Habana Vieja war dann wieder ein Fest der Sinne. Was muss diese Stadt großartig gewesen sein, als all diese Gebäude noch intakt waren! Zwar hat der morbide Charme des Gemäuers auch seinen Reiz, aber in früheren Zeiten muss das noch viel besser gewirkt haben. Solch einen Eindruck habe ich bislang nur in Venedig gehabt.

Wirklich einzigartig sind aber die Autos. Ich hatte ja durchaus eine hoffnungsvolle Erwartung. Sie wurde aber bei Weitem übertroffen! Das es tatsächlich noch so viele alte Amerikaner und wenige deutsche Wagen (Käfer und Benz) zu sehen gibt, davon hatte ich nicht mal geträumt. Wir standen am Paseo del Prado und hatten das Gefühl an einem Schaulaufen der Oldies teilzunehmen. Es war phantastisch!

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6 Kommentare zu „Havanna die erste

  1. 😅 ja ja all diese Oldtimer. Die ersten Tage konnte ich nur diese Autos fotografieren, so begeistert war ich davon. Selbst der Schulbus, ein Wahnsinn, uralt. Tja der Malecon, die Begeisterung ob dieser Strandpromenade konnte ich auch nicht verstehen.

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  2. Hallo Ihr Zwei. super zu lesen was alles schon passierte. Wir wünschen Dir lieber Claas Ruhe und Gelassenheit für Eueren gemeinsamen Urlaub. Liebe Grüsse und alles Gute Inge u. Alfred

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