Santiago erster Tag

Unser Frühstück ist Klassen besser als das gestrige Abendessen. Super Obst, gutes Weißbrot, sehr leckerer Kaffee mit Milch (beides sehr heiß) und ein feines Omelett. Sehr satt ziehen wir zu Fuß in die Stadtmitte. Heute ist es zunächst wieder dunkelgrau, aber die Wolken liegen hoch und sind gut strukturiert. Keine Regengefahr. Für die Stadterkundung sehr gut, obwohl es schon wieder gut warm und auch sehr feucht ist. Ich will es heute mal kurz machen. Die Erkundungen um die Plaza Cespedes lohnen sich sehr. Tolle Gebäude, pralles Leben und wenn man die Zeit hat wie wir und ein schattiges Plätzchen findet, eine super Gelegenheit die vielschichtige kubanische Gesellschaft dieser zweitgrößten Stadt in Kuba zu studieren. Dafür ist auch ein Gang durch die Fußgängerzone kurz unterhalb der Plaza Cespedes gut geeignet. Gegen Mittag haben wir die Dachterrasse des Grandhotels hier am Platz angesteuert. Inzwischen waren die Wolken deutlich dünner geworden und es war heftig stickig geworden. Hier oben geht ein angenehmer Wind und wir können etwas abkühlen. Außerdem hat man von hier einen super Blick auf den Platz und über die Stadt. Später lassen wir uns noch etwas treiben, bis wir es in der abgasgeschwängerten Luft nicht mehr aushalten. Wie in jeder Stadt bisher müssen die Feinstaub- und sonstigen Emissionswerte der Luft jedem Lungenarzt die Haare zu Berge stehen lassen.
Langsam latschen wir bergab bis zu unserer Unterkunft. Hier duschen wir uns erst einmal kurz ab, um dann die Beine hochzulegen. Anschließend wollen wir in die entgegengesetzte Richtung nämlich zum Cemetario Ifigenio. Hier haben etliche Größen Kubas ihre teils prächtige Ruhestätte gefunden. Während Traudl wieder mir das Schreiben überlässt und stattdessen den Tag träumend resümiert, merke ich gar nicht wie schnell so eine Stunde vorbei ist. Plötzlich ist es fünf! Um halb sechs ist Sonnenuntergang und da wollten wir schon wieder auf der Dachterrasse über der Plaza Cespedes sein. Also rasch angezogen, Taxi bestellt, Friedhof sausen lassen und zur Innenstadt gedüst. Oben angekommen, sind wir fünf Minuten zu spät dran. Aber versäumt haben wir dennoch nichts. Zuviele Wolken am westlichen Horizont. Die Sonne war nicht direkt zu sehen. Aber die rot verfärbten Wolken jetzt hinter der schon beleuchteten Kathedrale sind ein tolles Schauspiel. Wir läuten den Abend hier oben natürlich streng kubanisch mit Cocktails ein. Dann wird gegessen und weil es so schön ist mit weiteren Canchanchara abgeschlossen. Dieser Drink ist zu meinem klaren Favoriten avenziert.
Den Genießern unter euch sei das Rezept verraten: 15 ml Limonensaft, 15 ml Honig (bestimmt maßgeblich den Geschmack), 45 ml weißer Rum, 30 ml stilles Mineralwasser und Eis nach belieben. Bevor uns der Taxifahrer an der vereinbarten Stelle wieder abholt, versuchen wir auf der Plaza Cespedes nochmal ins Internet zu kommen. Dabei werden wir von so vielen zwielichtigen Typen bedrängt, dass es echt unangenehm wird. Einige geben erst auf, als als laut werde. Jetzt ist uns auch klar, warum wir jetzt so viele Polizisten sahen (ähnlich wie schon in Camagüey). Tagsüber war nicht kein einziger Uniformierter zu sehen gewesen. Die Idee das Taxi wieder hierhin zu bestellen und nicht zu Fuß den leichteren Weg bergab zu gehen, war vermutlich goldrichtig. Keine schöne Entwicklung für Kuba. Das soll es ja bisher nicht gegeben haben.

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