Unbekanntes Bangkok

heute sind wir etwas früher aus den Federn gekommen (ich schlafe hier wie ein Bär im Winterschlaf, keine Ahnung warum) und uns am Vormittag noch auf den Weg ins alte Bangkok gemacht. Heute haben wir uns eine Mischung aus Alt und Neu vorgenommen. Erst mit dem Schiff bis zum Halt Memorial und dann zu Fuss nordwärts. Anfangs gingen es durch die Ausläufer von Chinatown die wirklich marode aussahen und ehrlich gesagt auch so rochen. Besonders der Klong, dem wir folgten, war nicht nur rabenschwarz er zeigte sich olfaktorisch von der gleichen Seite. Nur den Bäume an seinem Ufer schien das nichts auszumachen, sie gediehen prächtig. Auch einige arme Seelen arbeiteten darin. Bei deren Anblick ist man wieder sehr froh in einem sauberen Büro arbeiten zu dürfen! Als wir einen netten Park durchquert hatten, standen wir plötzlich vor dem königlichen Mausoleum. Auf den Karten, die wir hatten war es gar nicht verzeichnet. Anscheinend in dieser an Sehenswertem so reichen Stadt nicht der Rede wert. Es war im Stile der typischen Paläste und Klöster erbaut und sehr gut erhalten. An diversen Ecken wurde auch fleißig daran gebaut. Heute war es deutlich wärmer als gestern. Vormittags kam teilweise die Sonne durch die dichten Wolken hindurch, so schwitzen wir in der feuchten Luft nicht schlecht. Wir waren gottfroh als wir den Wat Saket erreichten. In manchen Karten auch als Golden Mount oder Golden Mountain bezeichnet. Mitten in der alten Stadt stehend, bietet er eine Klasse Aussicht und vor allem geht 70 m über dem Boden ein nettes Lüftchen.

Irgendwann wird der schönste Blick langweilig. Unten angekommen sind wir etwas trinken gegangen. Ich habe erstmals einen thailändischen Milchtee getrunken. Nicht schlecht, aber ich rätsel immer noch wonach der wohl schmeckte.

Nach all dem maroden und alten Kram, kam nun das Kontrastprogramm. Mit dem Tuk Tuk ging es zur CentralWorld. Einem riesigen Shopping-Zentrum. Über 500 Läden sollen sich hier tummeln. Wir haben bei weitem nicht alle gesehen, aber das was wir sahen, war schon hochinteressant. Trendscouts hätten hier sicher ihre Freude dran. Jede Menge Marken, die wir in Europa noch nie gesehen haben. Besonders im Modesektor gab es manchen (teils schrägen) Hingucker. So verging die Zeit wie im Flug und wir machten uns dann schon gut ermüdet auf den Heimweg. Morgen müssen wir nämlich um 05:30 Ortszeit raus. Der Flieger nach Mandalay geht um 10:50. Nach einem abermals sehr leckerem Essen, diesmal in einem kleinen Restaurant am Fluss direkt neben unserem Hotel, haben wir den Abend wieder auf dem roof top des Hotels ausklingen lassen. Leider hat uns ein aufziehendes Gewitter recht bald nach drinnen vertrieben. Blitz und Donner aus dem Panorama-Restaurant beobachten u können hat aber auch was.

So, mal sehen was uns morgen erwartet und wann ich mich wieder melden kann.

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Regenzeit

in Bangkok. Ziemlich spät im Jahresverlauf, aber vom Ablauf ganz typisch – bis Mittag trocken, dann fängt es mit leichtem Sprühregen an, kurze Unterbrechungen und dann immer wieder kräftige Schauer. Leider den ganzen Nachmittag, obwohl der Wetterbericht gesagt hatte, dass es Nachmittag wieder aufhören sollte.

Heute hatten wir uns den Chatuchak Weekend Markt vorgenommen. Angeblich der größte Markt unter freiem Himmel der Welt. Mit dem Fährboot des Hotels sind wir zur Skytrain-Station Saphan Taksin gefahren. Das Tarifsystem ist total easy: 42 Baht eine Fahrt, egal wie weit. Geht man wieder raus, verschluckt die Drehsperre die eingeführte Fahrkarte. So ging’s mit einmal umsteigen zur Station Mo Chit. Direkt daneben liegt dann der Markt. Wenn man in dem mal drinsteckt, kann es schwierig werden wieder rauszukommen. Das Areal ist total unübersichtlich. Der Markt ist aber in Sektionen unterteilt. Kleine Schildchen am Beginn der engen Gäßchen zeigen, welche Sektion man betritt. Gott sei Dank war mir dieses Schildchen aufgefallen, als wir hineingingen, so wusste ich, wo wir reingegangen waren. Nun ging es durch ganz wenige breite Wege und gaaanz viele sehr enge Gassen und eng heisst ca. 1 m breit, kreuz und quer durch das Marktgewusel. Über den engen Gassen und deren Ständen gibt es Wellblechdächer, was gut war, ihr wisst schon – Regenzeit!

Wohlstands-Thailänder
Wohlstands-Thailänder

Trotzdem mussten wir sehr aufpassen nicht allzu nass zu werden und zwar von oben wie von unten. Von oben, weil es natürlich diverse Löchlein und Löcher im Wellblech gab. Und von unten, weil das Wasser ja irgendwie auf den Boden musste. Das geschieht mittels diverser Fallrohre, die in schmale, offene Kanälchen münden. Wenn es richtig schüttet, sind die hoffnungslos überfordert und das Wasser sucht sich gurgelnd einen anderen Weg. Notfalls auch durch deine Sandale, da ist Wasser ja gnadenlos. Die Kanälchen sind außerdem wunderbare Gelegenheiten zum Fußumknicken, besonders bei diesen schlüpfrigen Verhältnissen. Hatte ich aber nach der Erfahrung des letzten Winters nicht so richtig Bock drauf.

Echt IWC – ich schwör!
Herr und Frau Birkenstock würden die Krise kriegen.
Genialer Schrotti

Es scheint fast nichts zu geben, was hier nicht zu bekommen wäre. Vor allem echt gefälschte Markenware. Ob Prada, IWC oder Birkenstock. Jede Marke war hier vertreten.
Ganz besonders fasziniert hat mich aber die Kreativität eines Metallkünstlers. Der hat aus allem was man in Metall produziert hatte (Messer, Löffel, Gabel, Zündkerzen, Kugellager, Getriebeteile, Kurbelwellen usw. usw.) Figuren zusammengeschweisst. Aber richtig gut oder was meint ihr?

Traudl hat sich naturgemäß mehr für Frauensachen interessiert, also Klamotten, Kleidchen für die Enkelin, Dekoelemente und so. Sie hat sich dann für eine Wickelhose entschieden. Weiß der Geier, wie man das Teil wirklich nennt. Stellt euch eine Hose vor, die seitlich vom Bund bis ans Ende des Hosenbeins aufgeschnitten wurde. An den Ecken des Bundes ist jeweils ein langes Band, also vier Bänder insgesamt. Nun hält man sich den vorderen Teil der Hose vor den Buch und verknotet deren Bänder am Rücken. Dann zieht man den noch herunterhängenden hinteren Abschnitt der Hose durch die Beine, zieht ihn über den Po nach oben und verknotet dessen beide Bänder vorm Bauch. Die beiden Teile überlappen seitlich ein ganzes Stück. So sind die Beine zwar umschlossen aber das sehr luftig. Alles klar? Natürlich, bei der Beschreibung!

Handymania – wer erkennt den Nicht-Thai?

Eigentlich wollten wir nach dem Marktbesuch noch zum Vimanmek Palace. Das Unterfangen haben wir aber aufgegeben, nachdem der Regen auch noch von einigen herben Donnerschlägen begleitet wurde. Mit dem Skytrain fuhren wir also an der auserkorenen Umsteigestation vorbei und geradewegs wieder zum Hotel zurück.
Wie in ganz Asien, ist auch hier bei den jungen Leuten das Handy der Partner Nr. 1. Hier mal ein Foto dieser Spezies aus dem Skytrain.

Inzwischen war es doch schon fast halb sechs geworden. Jetzt recherchieren wir mal auf dem Zimmer, wohin wir heute Abend zum Essen schwimmen 😉

Zwei Stunden später war es wieder ok, nur noch feucht-warm, ohne Regen. Wir sind eine Weile in dem Viertel direkt hinter dem Hotel die Hauptstraße rauf und runter gewandert. Auf der einen Seite hat uns nichts so richtig überzeugt. An einer großen Kreuzung waren dann gleich 2 größere Food-Center. Aber da ging auch nichts. Erstens hatten einige davon schon geschlossen, dabei war es erst halb neun. Zweitens war es relativ leer und drittens nachdem wir uns wegen rapiden Hungers für eines erbarmt hatten (und nur weil wir von drei kleinen Thai-Bedienungen gackernd umringt wurden – versprach lustig zu werden), stellten wir fest – es gibt kein Singha, kein Chang, nur Softdrinks… Das geht ja gar nicht, ja ü b e r h a u p t nicht!! Also auf der anderen Seite wieder die Straße retour. Hier wurden wir kurz vor unserem Hotel fündig. Ja, ja lästert nur – hätten wir ja nicht so weit laufen müssen, weiß ich auch. Aber so haben wir was für die Linie getan, gelle. Ist ja auch wichtig. Hier war’s cool.

Als wir über der Karte brüteten, die ziemlich schlecht ins Englische übersetzt war (sofern man das überhaupt so nennen kann), sprach uns ein Pärchen vom Tisch nebenan an. Wir radebrechten also mit den beiden über das Essen, das wir gerne hätten. So ganz einfach war das nicht. Er konnte nur ein paar Brocken Englisch mit ziemlichem Thai-Slang, sie gar nicht. Er und Sie (er Ende 40, sie Ende 20!) zischten nach dem Essen einen Whiskey/Eis/Wasser nach dem anderen. Jedenfalls so richtig hat das mit der Unterhaltung nicht geflutscht. Sie ließen uns aber von ihrem Teller gebratener Fischstückchen, die sie noch übrig hatten, probieren. Nein, sie nötigten uns das eher auf. Aber Wurscht, wir bekamen nach Abschluß der Dreier-Konferenz (Pärchen, wir und die Bedienung), ein superlecker Essen, haben selbst drei Halbe Singha gezischt, waren schließlich pappsatt und wieder nur knapp über 10 Euro los. Echt blöd gelaufen. 😉 😉

Beim Gehen, haben wir noch Koch und Köchin abgelichtet – sehr appetitlich, die Küche meine ich.

Thai-Street Cooking
Thai-Street Cooking

Die Anreise

war mal wieder im Großen und Ganzen ok. Der Flug mit Qatar war diesmal nicht ganz so angenehm. Auf dem ersten Leg fliegen Sie immer noch die A 330. Allerdings nun mir einer engeren Bestuhlung. Ich schätze, das entspricht beim Sitzabstand dem eines innerdeutschen Flugs. Für eine Stunde ok, aber nicht für fünf bis sechs Stunden. Das sage ich jetzt aber als 0,5 % Mensch bezüglich meiner Oberschenkellänge und Sitzhöhe! Für Normalgewachsene mag auch das noch ok sein.

Gleich am Anfang des Fluges habe ich nicht schlecht gestaunt, dass wir mit Eskorte fliegen.

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Der Kollege hier hat sich für eine gute halbe Stunde ziemlich dicht an unsere Backbordseite gehängt, bevor er ganz sachte (hatte wohl einen um 1-2 Grad kleineren Kurs) aus unserem Blickfeld verschwand.

Kurz danach wurde es auch schon dunkel, wir waren ja gen Osten unterwegs und somit (jetzt muss ich mal ein bisschen klugscheißen) entfernten wir (also die Sonne und unser Flieger) uns mit ca 2.400 Km/h voneinander. Schwups, war es auch schon dunkel. Aber so eine Dunkelheit hat auch ihre Highlights. So geschehen irgendwo südlich vom Urmia-See auf der Linie Erbil – Täbriz, also Nordirak oder Nordiran. Hier ging der Mond auf und sah einfach nur geil aus. Das war so ein Moment, um den ich die Verkehrsflieger dann doch beneide.

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Wir waren schließlich ganz pünktlich in Doha und haben uns die Beine vertreten können. Die Zeit haben wir auch genutzt, um das neue Terminal anzusehen. Es ist schon ein echter Hingucker geworden. Aber auch ziemlich protzig. Mehrere große Tische mit ca. 10 iMacs zur kostenlosen Nutzung, kleine Lounges zum TV schauen. Aber auch wirklich angenehme Dinge, wie Ruheräume mit Liegen (ich habe nur die für Männer gesehen, Frauen brauchen das hier nicht) etc. pp..

Das Bild weist schon die Richtung; am Gate B1 stand unser A380, um uns nach Bangkok zu bringen.

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Das Dickschiff war längst nicht voll und so haben wir uns einen gemütlicheren Platz in der Mitte aussuchen können. Hier sind wir dann auch ein ganz klein wenig zum Schlafen gekommen. Allerdings habe ich zum Ende hin trotz der etwas größeren Beinfreiheit gemerkt, wie mir die Beine anschwollen. Ich hätte doch besser die Stützstrümpfe angezogen.

In Bangkok muss es kurz vor unserer Ankunft geregnet haben. Es war alles patschnass. Neben der Runway gingen Reiher spazieren auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Die Temperatur war mit ca. 28 °C ok. Nachdem wir das ewig öde Anstehen bei der Immigration-Prozedur überstanden hatten, ging es schnurstracks zum Public Taxi und für 12 Euro auf die andere Seite des Chao Phraya in unser Hotel. Nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass es ca. 45 Km und genauso viele Minuten zu fahren sind. Allerdings musste ich kurz nach der Abfahrt nachverhandeln, weil der Kumpel den Taxameter nicht einschalten wollte. Aus 800 Baht  Forderung wurden so 500, was für unsere Strecke ok war.

Nach kurzem Ausräumen und Frischmachen langen wir schnell auf bzw. im Bett. Als wir wieder aufwachten, war es gerade dunkel geworden und wir zogen nach kurzer Beratung los, um ein geeignetes Plätzchen zum Abendmahl zu finden. Nach einigen Entdeckungen in der fußläufigen Umgebung, die uns aber zu hochgestochen waren, setzten wir auf die andere Flussseite über. 3,50 Baht kostet das mit der kleinen Pendelfähre! Drüben konnte ich Traudl davon überzeugen, jetzt gleich zu einer Garküche zu gehen.

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Ohne „Eingewöhnung“ tut sie das ungern. Das Essen aber war wie gewohnt super lecker. Und das Beste, für einen Teller gebratene Nudeln mit viel Gemüse und Hähnchen, sieben handlange Garnelen (King Prawns) und drei Halbe Singha haben wir 12 Euronen bezahlt. Ich liebe Bangkok!

Anschließend sind wir (mal wieder) auf die Dachterrasse unseres Hotels gestiefelt. Wir waren hier ja schon mal und freuten uns auf den nächtlichen Blick über Bangkok. Bei einer leckeren Mischung gerösteter Nüsse und zwei Cocktails ließen wir den Tag ausklingen. Was für ein Reisebeginn – seht selbst.

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Vorbereitungen – die Zweite

Wir packen zum zweiten Mal die Myanmar-Koffer. Nicht etwa, weil wir es uns leisten könnten schon wieder zu fliegen. Nein, mir war beim ersten Versuch ein klitzekleines Missgeschick passiert. Ein Bruch des Sprunggelenks hat mich verhindert. Drei Tage vor dem Abflug war es passiert! Inzwischen ist alles gut verheilt, nichts mehr ist zu spüren. Und so stehen wir wieder vor unseren Koffern und überlegen was da rein soll. Ich glaube, ich nehme nur eine Hose mit und kaufe mir vor Ort ein, zwei Longyi und gut ist 😉

Aber erstmal gilt es noch eine Woche zu arbeiten und Knochenbrüche zu vermeiden, dann wird’s auch was mit Myanmar. Spätestens nächste Woche melde ich mich wieder.

Vorbereitungen

Kurz nach den Feiertagen ging es weiter mit den Vorbereitungen. Die Visa sind angekommen und wir haben noch Devisen bestellt, da in Myanmar Geldautomaten noch keine Selbstverständlichkeit sein sollen. Also haben wir uns noch ein paar Dollar schicken lassen. Blöd, daß der Kurs zum Euro gerade jetzt so schlecht ist.

Traudls Koffer ist schon gepackt (!), deshalb kann ich hier nur ein halb so umfängliches Bild meiner „ersten Sortierung“ zeigen. Ja, Ja, zugegeben das ist auch noch nicht ganz vollständig. Vielleicht packe ich doch noch eine Unterhose mehr ein.

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