Ankunft in Mandalay

Wuaaah, müde! Weil es ein langer Tag war, aber auch, weil wir voller neuer Eindrücke sind.

Aber der Reihe nach. Wecken um 05:30 Uhr, gepackt war fast alles schon. Nur schnell Katzenwäsche und ab zum Frühstück. Ich hatte erwartet, fast alleine zu sein. Weit gefehlt! Eine sehr große Gruppe Chinesen und eine kleine Gruppe Amis war bereits kurz vor uns angekommen. Die Chinesen standen überall da Schlange, wo es etwas frisch Zubereitetes gab. Da wo ich eigentlich hinwollte, sah ich, dass sie falsch rum anstanden. An deren Schlangenanfang standen die Teller. Ich also hin, Teller genommen und lächelnd Ni Hao sagend von der anderen Seite aufgeladen. Da hamse ganz schön komisch geguckt, mit ihren kleinen Desserttellerchen im Händchen. Aber vielleicht gar nicht so schlecht, die Tellerchen. Die Jungs laden ja sonst immer so wahnsinnig auf. Ich hatte fast den Verdacht, die Herrschaften von der Küche haben das extra so hergerichtet …

Wir waren dann wie geplant vier Stunden vor Abflug auf Achse. Wieder per Taxe, diesmal zum Don Mueang Airport. Gestern Abend hatten sie uns an der Rezeption die reinsten Horrorgeschichten vom Bangkok-Stau (Da hätte der Markus mit seiner Truppe eine Freude dran 😉 ) erzählt und uns diese Abfahrtszeit empfohlen. Aber nix war’s. Nach 40 Minuten Fahrt (der Taxler ist aber auch teils mit 120 durch die City gedüst) waren wir schon da. So und nu? Unser Flug war noch nicht mal an der Anzeigetafel angezeigt. Wir konnten nur sehen, wo die Schalter für internationale Abflüge waren. Auf kurze Nachfrage dort, hieß es ‚Ja, Ja kommse mal rum‘. Also schnell eingecheckt, Koffer losgeworden und zutreffendes Gate gesucht. Dort angekommen, waren es immer noch knapp drei Stunden bis zum Abflug. Puh, da hätten wir ja noch eine ganze Weile länger schlafen können. Außer essen und trinken ging hier nix weiter. Der Wartesaal war riesig groß und die Zweierbänke nicht am Boden befestigt. Da kaum was los war, haben wir zwei zusammen geschoben, Schuhe aus und uns langgemacht. So dösten wir vor uns hin, bis … die Verspätungsmeldung kam. Das auch noch, jetzt kommt’s aber dicke! Hielt sich dann aber in Grenzen. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung ging es los. Der Flug war ok, viele knallrote Flugbegleiterinnen, sehr nett, teils auch sehr ansehnlich, Essen und Trinken nur gegen Bezahlung – typischer Air Asia Billigflug halt. Die Einreiseprozedur in Mandalay fand ich dann schon etwas ermüdend. Erst ein Einreise- und Ausreiseformular, dass wir schon im Flieger bekommen und ausgefüllt hatten. Dann die gleiche Immigration-Prozedur, wie fast überall in Asien (Visa-, Pass-, Formular-Kontrolle, Fotomachen). Der Beamte an unserer Schlange war noch recht jung und ziemlich freundlich. Als ich beim Fotografieren lachte, als die Kamera ratternd nach oben fuhr, musste er das auch. Kommt wohl nicht so häufig vor – das nach oben rattern. Er hatte mein Grinsen natürlich auf seinem Screen gesehen. Dann aber ging’s los. Auf zwei Bändern kamen die Koffer von fünf Flügen an. Alles noch ok. Dann aber gab es vor dem Ausgang eine weitere Röntgenkontrolle für das Gepäck, in Worten EINE! Die Schlange sah aus wie vorm Apple-Store, kurz bevor das neueste iPhone verhökert wird! Ruhig Blut – das bißchen Verspätung bisher, die paar Minuten Immigration, das kurze Auf-Die-Kofferwarten, nun noch in bißchen Röntgen – so what! Als danach aber wieder ein Beamter kam und nach dem Formular x,y,z für die Zollerklärung fragte, da – da wurde ich gaaanz ruhig. Unter Druck stehende Dampfkessel soll man ja nur ganz vorsichig anfassen.Also nochmal den Pass rausgesucht, die Passnummer, die Visanummer und was weiß ich noch eingetragen. Überall ’nein‘ angekreuzt ohne zu lesen, was man verneint. Aber bei Steuer ist ‚Nein‘ meisten gut, Formular abgegeben, dem kritisch dreiblickenden Beamten noch ein gepresstes Mindalar zugemurmelt und bloß raus hier. Draußen haben wir unseren Guide, eine junge Dame gleich gefunden. Kurz danach saßen wir in einer großen japanischen Limousine und schwebten gen Mandalay. Unseren Guide haben wir gleich in ein Gespräch verstrickt, über die Gegend, die Geschichte der Stadt, die Wirtschaft und die Chinesen (Wirtschaftskolonialisten gibt es auch bei den Kommunisten) und so weiter. Im Hotel angekommen, haben wir noch kurz den kommenden Tag abgesprochen, dann war sie wieder weg. Nach dem Auspacken, einer Tasse Kaffee und der ersten Orientierung im Hotel sind wir dann mal zum Ayeyarwady gegangen, also kurz auf die andere Straßenseite. Wir wohnen nämlich direkt am Fluss. An dem zu gehen ist unmöglich, entweder geht man auf der Straße im Verkehr oder zwischen den Unterschlüpfen der Ärmsten, die hier wohnen hindurch.

Leben am Fluss
Leben am Fluss

Beides behagte uns nicht. Drum sind wir dann die 22. Straße (die Straßen sind hier wie in Mexico nach einem Nummernsystem Ost-West und Nord-Süd gegliedert) gen Osten gelatscht. Nach 20 Minuten drehten wir aber wieder um. Erstens kamen wir uns selbst in einfacher langer Hose und Shirt total overdressed vor. Bag, Fotoapparat und Sonnenbrille sind hier der pure Luxus. Die meisten Menschen begegneten uns zwar sehr freundlich, ansonsten aber eher staunend.

Mönch sein ist hier easy going
Mönch sein ist hier easy going

Touristen fahren hier vermutlich nur per Auto durch. Der Dreck und der Gestank ist für uns schwer erträglich, wenn man darin lebt riecht man es vermutlich nicht mehr. Oder es liegt am Betel, den hier jeder zu kauen scheint. Überall rote Pflatschen am Boden und ebenso rote Zähne in den Mündern.

Geht scho
Geht scho

Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang waren wir dann auf dem etwas kleinerem roof top (als noch in Bangkok) unseres Hotels.

Aussicht vom Hoteldach
Aussicht vom Hoteldach

Der Blick von hier pure Natur und Landschaft. Den unvergleichlichen Sonnenuntergang konnten wir heute zwar nicht beobachten, dafür aber ein hammerartiges Wolkenspiel vor der untergehenden Sonne. Das Ganze hinter dem Ayeyarwady, von Bergketten untermalt und einem aufziehenden Gewitter umspielt. Gegen neun Uhr begann es dann auch kräftig zu duschen. Da hatten wir aber bereits gegessen (superlecker!), unseren Sundowner genossen und Bilder gesehen, die traumhaft schön waren. Seht euch das an, das kann ich mit Worten nur unzulänglich wiedergeben.

Ayeyarwady
Ayeyarwady
Mandalay Hill im Licht der Nacht
Mandalay Hill im Licht der Nacht
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter

Wir sind sehr auf den kommenden Tag gespannt!

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Ein Kommentar zu „Ankunft in Mandalay

  1. Wer war hier der Dampfkessel? Kann ich aber verstehen dass mal einem die Hutschnur hoch geht bei dem ganzen Prozedere.
    Schöne Gewitterstimmung, hoffentlich nicht so schlimm.
    Weiterhin schöne Tage.

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