Ava, Sagaing und Amarapura

Eigentlich bin ich viel zu müde, als dass ich noch etwas schreiben mag. Der Tag war anstrengend, weil so voller Eindrücke, dass ich das Gefühl habe, mein Schädel platzt.

Um neun Uhr holte uns Kay am Hotel ab. Mandalay ist ja das Zentrum der Handwerker in Myanmar, zumindest behauptet das Kay. Also kutschierte uns Paddy zunächst zu einer kleinen Werkstatt in der Blattgold hergestellt wird. Dafür werden Bambuspapiere mit Kreide präpariert und mit kleinen Goldstückchen belegt. Insgesamt sollen es pro Päckchen ca. 700 Blätter sein, die zum Schluss aufeinanderliegen. Mit einer speziellen Konstruktion wird alles verspannt und schließlich an einen schrägstehenden Stein gehängt. So aufgehängt wird das Paket mit einem axtähnlichen Hammer eine bestimmte Zeit bearbeitet.

Immer im gleichen monotonen Rhythmus, immer in der gleichen Stellung, immer mit dem gleichen krummen Rücken. Die Männer arbeiten neun Stunden mit einer halben Stunde Pause und abzüglich der Zeit des Pakete präparierens. 😕 Ganz interessant war die Herstellung des benötigten Bambuspapiers. Damit wird Goldblatt von Goldblatt getrennt. Es muss extrem strapazierfähig sein. Dazu werden Bambusstängel, die noch nicht hohl sind, in feine Streifen zerschnitten. Die kommen in ein Gefäß, werden mit Wasser aufgegossen und es wird ein spezieller ‚Leim‘ beigemischt. So bleibt das ganze verschlossen für schlappe 3 Jahre stehen! Die Fasern haben sich dann weitgehend von dem übrigen Gewebe gelöst.

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Nun wird die Masse aufgekocht und zwar unter rühren und stampfen und das für zwei ganze Tage. Erst dann ist das Fasergemenge soweit über ein in einen Rahmen gespanntes Tuch abgegossen zu werden. Da das so entstandene Papier für die Blattgoldproduktion noch viel zu rau ist, wird es in ca. 13×13 cm große Stücke geschnitten und mit schweren, glattgeschliffenen Holzscheiben geschlagen bis es hauchdünn und glatt wie ein Babypo ist. Nach dem Einreiben mit Kreide ist es endlich zur Blattgoldproduktion geeignet. Natürlich gab es auch einen schönen Shop mit schönen Dingen und schönen Preisen. Wir haben uns schön verkrümelt. Nächste Station war die Mahamuni-Pagode. Mal abgesehen davon, daß es sehr, sehr schön und sehr, sehr golden war, war das besondere ‚Pastenproduktionstation‘. Die Paste wird von fast allen Frauen genutzt und auf verschiedenste Weise auf die Gesichtshaut aufgetragen. Ihr werden wahre Wunderdinge zugesprochen. Das banalste davon ist noch der Sonnenschutz. Was man wohl selbst nicht glaubt, sind doch meist nur Teile der Wange bedeckt. Bei älteren Frauen haben wir manchmal ein komplett bemaltes Gesicht gesehen. Gewonnen wird die Pasta aus der Rinde eines kleinwüchsigen Baums, des indischen Holzapfels. Dazu werden die Stämme und dickeren Zweige in handliche Stücke geschnitten einige Tage in Sand gelagert und dann auf runden Reibesteinen unter Zugabe von etwas Wasser zu einer Paste verrieben.

Übrig bleibt das nackte Holz, das übrigens sehr hart und schwer ist. Gleich um die Ecke war dann noch ein Holzschnitzerfachbetrieb. Die Menge an Figuren, Marionetten, Buddhas und Allem was man sich sonst aus Holz vorstellen kann, ist beinahe beängstigend. Mit dem Besitzer konnte man gut scherzen, er hatte genau den trockenen Humor, wie ich ihn mag. So bekamen wir die Marionette auch deutlich günstiger als ausgezeichnet.

Nun ging es ein ganz schönes Stück aus der Stadt heraus. bis zur Mündung eines kleinen Nebenflusses des Ayerawaddy.

Erstes Hindernis auf dem Weg nach Ava
Erstes Hindernis auf dem Weg nach Ava

Dort ließen wir Auto und Fahrer stehen und setzten mit dem Boot über. Auf der anderen Seite des Ufers war es höllisch dreckig. Es warteten mehrere Dutzend Pferdekarren auf Besucher, natürlich begleitet von Unmengen Souvenir-Verkäuferinnen, die hier schon erstaunlich aufdringlich sind. Nichts mehr zu spüren von der hochgelobten, zurückhaltenden Art der Burmesen. Wir bekamen auch so einen Karren zugewiesen. Das war auch gut so. Durch die täglichen Regenfälle und die hier meist unbefestigten Wege, war das Schlamm pur. Der Karren war sowas von unbequem, schüttelte uns nicht nur durch, nein, wir hatten gar das Gefühl er wollte uns abwerfen, so sehr hoben wir manches Mal von den Sitzen ab. Die Schlaglochtiefe wetteiferte mit buddistischem Tiefgang.

Zweites Hindernis auf dem Weg nach Ava (nicht sie!)
Zweites Hindernis auf dem Weg nach Ava (nicht sie!)

Ohne Knochenbruch haben wir es schließlich zur Bagaya-Pagode geschafft. Sie ist komplett aus Teakholz erbaut und steht auf 267 ebensolchen Pfosten. Die setzen sich teilweise im Inneren fort und sind in der Höhe noch so stark, dass ich mit den Armen nicht drumrum kam. Weiter ging es mit dem famosen Karren in das Herz des alten Ava (heute Inwa), die Vorgängerin von Amarapura. 1364 gegründet musste die Stadt 1838 aufgegeben werden, da Sie bei einem verheerenden Erbeben völlig zerstört wurde. Am Swimming-Pool der Königstöchter, mehr ein ausgewachsenes Schwimmbad, aber so ist das halt bei Königs, vorbei, ging es zum ‚Schiefen Turm‘ von Inwa, einem der wenigen höheren Bauwerke, das stehen geblieben war. Leider schief und seit einigen Jahren nicht mehr begehbar, weil es wiederum bei einem Erdbeben in zu starke Schieflage geriet. Ein weiteres Highlight steuerten wir danach an, das Maha Aung Mye Bonzan Kloster, auf Englisch etwas treffender Queen’s Brick Monastery genannt, weil seine Besonderheit in der kompletten Ziegelbauweise liegt.

Der Bau wirkt gar nicht wie ein Kloster, eher wie ein Palast. Das mag mit der Intention der Erbauerin zu tun haben. Das war nämlich die Hauptfrau des damaligen Herrschers, Frau Meh Nu. Und die hat die bescheidene Hütte für Ihren Geliebten, den königlichen Abt Nyaung Gan Sayadaw erbauen lassen. Also Verschwendung von Steuergeldern, auch religiöser Art gab es schon vor Tebartz van Elst.

Nachdem wir uns erfolgreich zurückgeschüttelt hatten, fuhren wir auf die andere Seite des Flusses nach Sagaing. Diese ehemalige Hauptstadt eines Shanstaates gehört heute zu den bedeutendsten buddistischen Zentren in

Myanmar. Über 6000 Mönche und Nonnen sollen hier leben. Hier haben wir die aus Inwa mitgebrachten  Lunchboxen geleert und unter anderem den fabelhaften Blick von der Terrasse der Sun U Ponya Shin Pagode genossen. Vor lauter Pagoden schwirrte uns mittlerweile der Kopf und wir konnten uns beim besten Willen keine weiteren Namen merken.

Auf dem Rückweg sind wir noch bei einer Seidenweberei vorbeigefahren, in der noch an alten mechanischen Webstühlen gearbeitet wird. Leider waren hier wieder hauptsächlich junge Mädchen aktiv, die eigentlich etwas lernen sollten. Trotz des schlechten Gewissens hat Traudl sich hier den erträumten Longyi gekauft, ein sehr schönes Stück!

Den Tagesausflug haben wir schließlich an der U Bein Brücke abgeschlossen. Der touristische Rummel hier ist unvergleichlich. Leider war das Wetter auch wieder zu schlecht für einen der berühmten Sonnenuntergänge. Dafür zogen die Regenwolken etwas später so tief über den Mandalay Hill, dass sie durch die Scheinwerfer dort oben spektakulär aufleuchteten. So

lang wie sich die Regenzeit heuer zieht, wird das vermutlich auch morgen wettertechnisch nichts besonderes werden. Inzwischen haben wir erfahren, dass über der Andamanen-See ein Zyklon (oder der Rest davon) liegt, der seine Wolkenfelder direkt zwischen die beiden Bergketten schiebt, die Myanmar im Osten und Westen begrenzen.

Ankunft in Mandalay

Wuaaah, müde! Weil es ein langer Tag war, aber auch, weil wir voller neuer Eindrücke sind.

Aber der Reihe nach. Wecken um 05:30 Uhr, gepackt war fast alles schon. Nur schnell Katzenwäsche und ab zum Frühstück. Ich hatte erwartet, fast alleine zu sein. Weit gefehlt! Eine sehr große Gruppe Chinesen und eine kleine Gruppe Amis war bereits kurz vor uns angekommen. Die Chinesen standen überall da Schlange, wo es etwas frisch Zubereitetes gab. Da wo ich eigentlich hinwollte, sah ich, dass sie falsch rum anstanden. An deren Schlangenanfang standen die Teller. Ich also hin, Teller genommen und lächelnd Ni Hao sagend von der anderen Seite aufgeladen. Da hamse ganz schön komisch geguckt, mit ihren kleinen Desserttellerchen im Händchen. Aber vielleicht gar nicht so schlecht, die Tellerchen. Die Jungs laden ja sonst immer so wahnsinnig auf. Ich hatte fast den Verdacht, die Herrschaften von der Küche haben das extra so hergerichtet …

Wir waren dann wie geplant vier Stunden vor Abflug auf Achse. Wieder per Taxe, diesmal zum Don Mueang Airport. Gestern Abend hatten sie uns an der Rezeption die reinsten Horrorgeschichten vom Bangkok-Stau (Da hätte der Markus mit seiner Truppe eine Freude dran 😉 ) erzählt und uns diese Abfahrtszeit empfohlen. Aber nix war’s. Nach 40 Minuten Fahrt (der Taxler ist aber auch teils mit 120 durch die City gedüst) waren wir schon da. So und nu? Unser Flug war noch nicht mal an der Anzeigetafel angezeigt. Wir konnten nur sehen, wo die Schalter für internationale Abflüge waren. Auf kurze Nachfrage dort, hieß es ‚Ja, Ja kommse mal rum‘. Also schnell eingecheckt, Koffer losgeworden und zutreffendes Gate gesucht. Dort angekommen, waren es immer noch knapp drei Stunden bis zum Abflug. Puh, da hätten wir ja noch eine ganze Weile länger schlafen können. Außer essen und trinken ging hier nix weiter. Der Wartesaal war riesig groß und die Zweierbänke nicht am Boden befestigt. Da kaum was los war, haben wir zwei zusammen geschoben, Schuhe aus und uns langgemacht. So dösten wir vor uns hin, bis … die Verspätungsmeldung kam. Das auch noch, jetzt kommt’s aber dicke! Hielt sich dann aber in Grenzen. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung ging es los. Der Flug war ok, viele knallrote Flugbegleiterinnen, sehr nett, teils auch sehr ansehnlich, Essen und Trinken nur gegen Bezahlung – typischer Air Asia Billigflug halt. Die Einreiseprozedur in Mandalay fand ich dann schon etwas ermüdend. Erst ein Einreise- und Ausreiseformular, dass wir schon im Flieger bekommen und ausgefüllt hatten. Dann die gleiche Immigration-Prozedur, wie fast überall in Asien (Visa-, Pass-, Formular-Kontrolle, Fotomachen). Der Beamte an unserer Schlange war noch recht jung und ziemlich freundlich. Als ich beim Fotografieren lachte, als die Kamera ratternd nach oben fuhr, musste er das auch. Kommt wohl nicht so häufig vor – das nach oben rattern. Er hatte mein Grinsen natürlich auf seinem Screen gesehen. Dann aber ging’s los. Auf zwei Bändern kamen die Koffer von fünf Flügen an. Alles noch ok. Dann aber gab es vor dem Ausgang eine weitere Röntgenkontrolle für das Gepäck, in Worten EINE! Die Schlange sah aus wie vorm Apple-Store, kurz bevor das neueste iPhone verhökert wird! Ruhig Blut – das bißchen Verspätung bisher, die paar Minuten Immigration, das kurze Auf-Die-Kofferwarten, nun noch in bißchen Röntgen – so what! Als danach aber wieder ein Beamter kam und nach dem Formular x,y,z für die Zollerklärung fragte, da – da wurde ich gaaanz ruhig. Unter Druck stehende Dampfkessel soll man ja nur ganz vorsichig anfassen.Also nochmal den Pass rausgesucht, die Passnummer, die Visanummer und was weiß ich noch eingetragen. Überall ’nein‘ angekreuzt ohne zu lesen, was man verneint. Aber bei Steuer ist ‚Nein‘ meisten gut, Formular abgegeben, dem kritisch dreiblickenden Beamten noch ein gepresstes Mindalar zugemurmelt und bloß raus hier. Draußen haben wir unseren Guide, eine junge Dame gleich gefunden. Kurz danach saßen wir in einer großen japanischen Limousine und schwebten gen Mandalay. Unseren Guide haben wir gleich in ein Gespräch verstrickt, über die Gegend, die Geschichte der Stadt, die Wirtschaft und die Chinesen (Wirtschaftskolonialisten gibt es auch bei den Kommunisten) und so weiter. Im Hotel angekommen, haben wir noch kurz den kommenden Tag abgesprochen, dann war sie wieder weg. Nach dem Auspacken, einer Tasse Kaffee und der ersten Orientierung im Hotel sind wir dann mal zum Ayeyarwady gegangen, also kurz auf die andere Straßenseite. Wir wohnen nämlich direkt am Fluss. An dem zu gehen ist unmöglich, entweder geht man auf der Straße im Verkehr oder zwischen den Unterschlüpfen der Ärmsten, die hier wohnen hindurch.

Leben am Fluss
Leben am Fluss

Beides behagte uns nicht. Drum sind wir dann die 22. Straße (die Straßen sind hier wie in Mexico nach einem Nummernsystem Ost-West und Nord-Süd gegliedert) gen Osten gelatscht. Nach 20 Minuten drehten wir aber wieder um. Erstens kamen wir uns selbst in einfacher langer Hose und Shirt total overdressed vor. Bag, Fotoapparat und Sonnenbrille sind hier der pure Luxus. Die meisten Menschen begegneten uns zwar sehr freundlich, ansonsten aber eher staunend.

Mönch sein ist hier easy going
Mönch sein ist hier easy going

Touristen fahren hier vermutlich nur per Auto durch. Der Dreck und der Gestank ist für uns schwer erträglich, wenn man darin lebt riecht man es vermutlich nicht mehr. Oder es liegt am Betel, den hier jeder zu kauen scheint. Überall rote Pflatschen am Boden und ebenso rote Zähne in den Mündern.

Geht scho
Geht scho

Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang waren wir dann auf dem etwas kleinerem roof top (als noch in Bangkok) unseres Hotels.

Aussicht vom Hoteldach
Aussicht vom Hoteldach

Der Blick von hier pure Natur und Landschaft. Den unvergleichlichen Sonnenuntergang konnten wir heute zwar nicht beobachten, dafür aber ein hammerartiges Wolkenspiel vor der untergehenden Sonne. Das Ganze hinter dem Ayeyarwady, von Bergketten untermalt und einem aufziehenden Gewitter umspielt. Gegen neun Uhr begann es dann auch kräftig zu duschen. Da hatten wir aber bereits gegessen (superlecker!), unseren Sundowner genossen und Bilder gesehen, die traumhaft schön waren. Seht euch das an, das kann ich mit Worten nur unzulänglich wiedergeben.

Ayeyarwady
Ayeyarwady
Mandalay Hill im Licht der Nacht
Mandalay Hill im Licht der Nacht
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter
Subtropisches Gewitter

Wir sind sehr auf den kommenden Tag gespannt!

Unbekanntes Bangkok

heute sind wir etwas früher aus den Federn gekommen (ich schlafe hier wie ein Bär im Winterschlaf, keine Ahnung warum) und uns am Vormittag noch auf den Weg ins alte Bangkok gemacht. Heute haben wir uns eine Mischung aus Alt und Neu vorgenommen. Erst mit dem Schiff bis zum Halt Memorial und dann zu Fuss nordwärts. Anfangs gingen es durch die Ausläufer von Chinatown die wirklich marode aussahen und ehrlich gesagt auch so rochen. Besonders der Klong, dem wir folgten, war nicht nur rabenschwarz er zeigte sich olfaktorisch von der gleichen Seite. Nur den Bäume an seinem Ufer schien das nichts auszumachen, sie gediehen prächtig. Auch einige arme Seelen arbeiteten darin. Bei deren Anblick ist man wieder sehr froh in einem sauberen Büro arbeiten zu dürfen! Als wir einen netten Park durchquert hatten, standen wir plötzlich vor dem königlichen Mausoleum. Auf den Karten, die wir hatten war es gar nicht verzeichnet. Anscheinend in dieser an Sehenswertem so reichen Stadt nicht der Rede wert. Es war im Stile der typischen Paläste und Klöster erbaut und sehr gut erhalten. An diversen Ecken wurde auch fleißig daran gebaut. Heute war es deutlich wärmer als gestern. Vormittags kam teilweise die Sonne durch die dichten Wolken hindurch, so schwitzen wir in der feuchten Luft nicht schlecht. Wir waren gottfroh als wir den Wat Saket erreichten. In manchen Karten auch als Golden Mount oder Golden Mountain bezeichnet. Mitten in der alten Stadt stehend, bietet er eine Klasse Aussicht und vor allem geht 70 m über dem Boden ein nettes Lüftchen.

Irgendwann wird der schönste Blick langweilig. Unten angekommen sind wir etwas trinken gegangen. Ich habe erstmals einen thailändischen Milchtee getrunken. Nicht schlecht, aber ich rätsel immer noch wonach der wohl schmeckte.

Nach all dem maroden und alten Kram, kam nun das Kontrastprogramm. Mit dem Tuk Tuk ging es zur CentralWorld. Einem riesigen Shopping-Zentrum. Über 500 Läden sollen sich hier tummeln. Wir haben bei weitem nicht alle gesehen, aber das was wir sahen, war schon hochinteressant. Trendscouts hätten hier sicher ihre Freude dran. Jede Menge Marken, die wir in Europa noch nie gesehen haben. Besonders im Modesektor gab es manchen (teils schrägen) Hingucker. So verging die Zeit wie im Flug und wir machten uns dann schon gut ermüdet auf den Heimweg. Morgen müssen wir nämlich um 05:30 Ortszeit raus. Der Flieger nach Mandalay geht um 10:50. Nach einem abermals sehr leckerem Essen, diesmal in einem kleinen Restaurant am Fluss direkt neben unserem Hotel, haben wir den Abend wieder auf dem roof top des Hotels ausklingen lassen. Leider hat uns ein aufziehendes Gewitter recht bald nach drinnen vertrieben. Blitz und Donner aus dem Panorama-Restaurant beobachten u können hat aber auch was.

So, mal sehen was uns morgen erwartet und wann ich mich wieder melden kann.

Regenzeit

in Bangkok. Ziemlich spät im Jahresverlauf, aber vom Ablauf ganz typisch – bis Mittag trocken, dann fängt es mit leichtem Sprühregen an, kurze Unterbrechungen und dann immer wieder kräftige Schauer. Leider den ganzen Nachmittag, obwohl der Wetterbericht gesagt hatte, dass es Nachmittag wieder aufhören sollte.

Heute hatten wir uns den Chatuchak Weekend Markt vorgenommen. Angeblich der größte Markt unter freiem Himmel der Welt. Mit dem Fährboot des Hotels sind wir zur Skytrain-Station Saphan Taksin gefahren. Das Tarifsystem ist total easy: 42 Baht eine Fahrt, egal wie weit. Geht man wieder raus, verschluckt die Drehsperre die eingeführte Fahrkarte. So ging’s mit einmal umsteigen zur Station Mo Chit. Direkt daneben liegt dann der Markt. Wenn man in dem mal drinsteckt, kann es schwierig werden wieder rauszukommen. Das Areal ist total unübersichtlich. Der Markt ist aber in Sektionen unterteilt. Kleine Schildchen am Beginn der engen Gäßchen zeigen, welche Sektion man betritt. Gott sei Dank war mir dieses Schildchen aufgefallen, als wir hineingingen, so wusste ich, wo wir reingegangen waren. Nun ging es durch ganz wenige breite Wege und gaaanz viele sehr enge Gassen und eng heisst ca. 1 m breit, kreuz und quer durch das Marktgewusel. Über den engen Gassen und deren Ständen gibt es Wellblechdächer, was gut war, ihr wisst schon – Regenzeit!

Wohlstands-Thailänder
Wohlstands-Thailänder

Trotzdem mussten wir sehr aufpassen nicht allzu nass zu werden und zwar von oben wie von unten. Von oben, weil es natürlich diverse Löchlein und Löcher im Wellblech gab. Und von unten, weil das Wasser ja irgendwie auf den Boden musste. Das geschieht mittels diverser Fallrohre, die in schmale, offene Kanälchen münden. Wenn es richtig schüttet, sind die hoffnungslos überfordert und das Wasser sucht sich gurgelnd einen anderen Weg. Notfalls auch durch deine Sandale, da ist Wasser ja gnadenlos. Die Kanälchen sind außerdem wunderbare Gelegenheiten zum Fußumknicken, besonders bei diesen schlüpfrigen Verhältnissen. Hatte ich aber nach der Erfahrung des letzten Winters nicht so richtig Bock drauf.

Echt IWC – ich schwör!
Herr und Frau Birkenstock würden die Krise kriegen.
Genialer Schrotti

Es scheint fast nichts zu geben, was hier nicht zu bekommen wäre. Vor allem echt gefälschte Markenware. Ob Prada, IWC oder Birkenstock. Jede Marke war hier vertreten.
Ganz besonders fasziniert hat mich aber die Kreativität eines Metallkünstlers. Der hat aus allem was man in Metall produziert hatte (Messer, Löffel, Gabel, Zündkerzen, Kugellager, Getriebeteile, Kurbelwellen usw. usw.) Figuren zusammengeschweisst. Aber richtig gut oder was meint ihr?

Traudl hat sich naturgemäß mehr für Frauensachen interessiert, also Klamotten, Kleidchen für die Enkelin, Dekoelemente und so. Sie hat sich dann für eine Wickelhose entschieden. Weiß der Geier, wie man das Teil wirklich nennt. Stellt euch eine Hose vor, die seitlich vom Bund bis ans Ende des Hosenbeins aufgeschnitten wurde. An den Ecken des Bundes ist jeweils ein langes Band, also vier Bänder insgesamt. Nun hält man sich den vorderen Teil der Hose vor den Buch und verknotet deren Bänder am Rücken. Dann zieht man den noch herunterhängenden hinteren Abschnitt der Hose durch die Beine, zieht ihn über den Po nach oben und verknotet dessen beide Bänder vorm Bauch. Die beiden Teile überlappen seitlich ein ganzes Stück. So sind die Beine zwar umschlossen aber das sehr luftig. Alles klar? Natürlich, bei der Beschreibung!

Handymania – wer erkennt den Nicht-Thai?

Eigentlich wollten wir nach dem Marktbesuch noch zum Vimanmek Palace. Das Unterfangen haben wir aber aufgegeben, nachdem der Regen auch noch von einigen herben Donnerschlägen begleitet wurde. Mit dem Skytrain fuhren wir also an der auserkorenen Umsteigestation vorbei und geradewegs wieder zum Hotel zurück.
Wie in ganz Asien, ist auch hier bei den jungen Leuten das Handy der Partner Nr. 1. Hier mal ein Foto dieser Spezies aus dem Skytrain.

Inzwischen war es doch schon fast halb sechs geworden. Jetzt recherchieren wir mal auf dem Zimmer, wohin wir heute Abend zum Essen schwimmen 😉

Zwei Stunden später war es wieder ok, nur noch feucht-warm, ohne Regen. Wir sind eine Weile in dem Viertel direkt hinter dem Hotel die Hauptstraße rauf und runter gewandert. Auf der einen Seite hat uns nichts so richtig überzeugt. An einer großen Kreuzung waren dann gleich 2 größere Food-Center. Aber da ging auch nichts. Erstens hatten einige davon schon geschlossen, dabei war es erst halb neun. Zweitens war es relativ leer und drittens nachdem wir uns wegen rapiden Hungers für eines erbarmt hatten (und nur weil wir von drei kleinen Thai-Bedienungen gackernd umringt wurden – versprach lustig zu werden), stellten wir fest – es gibt kein Singha, kein Chang, nur Softdrinks… Das geht ja gar nicht, ja ü b e r h a u p t nicht!! Also auf der anderen Seite wieder die Straße retour. Hier wurden wir kurz vor unserem Hotel fündig. Ja, ja lästert nur – hätten wir ja nicht so weit laufen müssen, weiß ich auch. Aber so haben wir was für die Linie getan, gelle. Ist ja auch wichtig. Hier war’s cool.

Als wir über der Karte brüteten, die ziemlich schlecht ins Englische übersetzt war (sofern man das überhaupt so nennen kann), sprach uns ein Pärchen vom Tisch nebenan an. Wir radebrechten also mit den beiden über das Essen, das wir gerne hätten. So ganz einfach war das nicht. Er konnte nur ein paar Brocken Englisch mit ziemlichem Thai-Slang, sie gar nicht. Er und Sie (er Ende 40, sie Ende 20!) zischten nach dem Essen einen Whiskey/Eis/Wasser nach dem anderen. Jedenfalls so richtig hat das mit der Unterhaltung nicht geflutscht. Sie ließen uns aber von ihrem Teller gebratener Fischstückchen, die sie noch übrig hatten, probieren. Nein, sie nötigten uns das eher auf. Aber Wurscht, wir bekamen nach Abschluß der Dreier-Konferenz (Pärchen, wir und die Bedienung), ein superlecker Essen, haben selbst drei Halbe Singha gezischt, waren schließlich pappsatt und wieder nur knapp über 10 Euro los. Echt blöd gelaufen. 😉 😉

Beim Gehen, haben wir noch Koch und Köchin abgelichtet – sehr appetitlich, die Küche meine ich.

Thai-Street Cooking
Thai-Street Cooking

Die Anreise

war mal wieder im Großen und Ganzen ok. Der Flug mit Qatar war diesmal nicht ganz so angenehm. Auf dem ersten Leg fliegen Sie immer noch die A 330. Allerdings nun mir einer engeren Bestuhlung. Ich schätze, das entspricht beim Sitzabstand dem eines innerdeutschen Flugs. Für eine Stunde ok, aber nicht für fünf bis sechs Stunden. Das sage ich jetzt aber als 0,5 % Mensch bezüglich meiner Oberschenkellänge und Sitzhöhe! Für Normalgewachsene mag auch das noch ok sein.

Gleich am Anfang des Fluges habe ich nicht schlecht gestaunt, dass wir mit Eskorte fliegen.

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Der Kollege hier hat sich für eine gute halbe Stunde ziemlich dicht an unsere Backbordseite gehängt, bevor er ganz sachte (hatte wohl einen um 1-2 Grad kleineren Kurs) aus unserem Blickfeld verschwand.

Kurz danach wurde es auch schon dunkel, wir waren ja gen Osten unterwegs und somit (jetzt muss ich mal ein bisschen klugscheißen) entfernten wir (also die Sonne und unser Flieger) uns mit ca 2.400 Km/h voneinander. Schwups, war es auch schon dunkel. Aber so eine Dunkelheit hat auch ihre Highlights. So geschehen irgendwo südlich vom Urmia-See auf der Linie Erbil – Täbriz, also Nordirak oder Nordiran. Hier ging der Mond auf und sah einfach nur geil aus. Das war so ein Moment, um den ich die Verkehrsflieger dann doch beneide.

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Wir waren schließlich ganz pünktlich in Doha und haben uns die Beine vertreten können. Die Zeit haben wir auch genutzt, um das neue Terminal anzusehen. Es ist schon ein echter Hingucker geworden. Aber auch ziemlich protzig. Mehrere große Tische mit ca. 10 iMacs zur kostenlosen Nutzung, kleine Lounges zum TV schauen. Aber auch wirklich angenehme Dinge, wie Ruheräume mit Liegen (ich habe nur die für Männer gesehen, Frauen brauchen das hier nicht) etc. pp..

Das Bild weist schon die Richtung; am Gate B1 stand unser A380, um uns nach Bangkok zu bringen.

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Das Dickschiff war längst nicht voll und so haben wir uns einen gemütlicheren Platz in der Mitte aussuchen können. Hier sind wir dann auch ein ganz klein wenig zum Schlafen gekommen. Allerdings habe ich zum Ende hin trotz der etwas größeren Beinfreiheit gemerkt, wie mir die Beine anschwollen. Ich hätte doch besser die Stützstrümpfe angezogen.

In Bangkok muss es kurz vor unserer Ankunft geregnet haben. Es war alles patschnass. Neben der Runway gingen Reiher spazieren auf der Suche nach etwas Nahrhaftem. Die Temperatur war mit ca. 28 °C ok. Nachdem wir das ewig öde Anstehen bei der Immigration-Prozedur überstanden hatten, ging es schnurstracks zum Public Taxi und für 12 Euro auf die andere Seite des Chao Phraya in unser Hotel. Nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass es ca. 45 Km und genauso viele Minuten zu fahren sind. Allerdings musste ich kurz nach der Abfahrt nachverhandeln, weil der Kumpel den Taxameter nicht einschalten wollte. Aus 800 Baht  Forderung wurden so 500, was für unsere Strecke ok war.

Nach kurzem Ausräumen und Frischmachen langen wir schnell auf bzw. im Bett. Als wir wieder aufwachten, war es gerade dunkel geworden und wir zogen nach kurzer Beratung los, um ein geeignetes Plätzchen zum Abendmahl zu finden. Nach einigen Entdeckungen in der fußläufigen Umgebung, die uns aber zu hochgestochen waren, setzten wir auf die andere Flussseite über. 3,50 Baht kostet das mit der kleinen Pendelfähre! Drüben konnte ich Traudl davon überzeugen, jetzt gleich zu einer Garküche zu gehen.

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Ohne „Eingewöhnung“ tut sie das ungern. Das Essen aber war wie gewohnt super lecker. Und das Beste, für einen Teller gebratene Nudeln mit viel Gemüse und Hähnchen, sieben handlange Garnelen (King Prawns) und drei Halbe Singha haben wir 12 Euronen bezahlt. Ich liebe Bangkok!

Anschließend sind wir (mal wieder) auf die Dachterrasse unseres Hotels gestiefelt. Wir waren hier ja schon mal und freuten uns auf den nächtlichen Blick über Bangkok. Bei einer leckeren Mischung gerösteter Nüsse und zwei Cocktails ließen wir den Tag ausklingen. Was für ein Reisebeginn – seht selbst.

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Vorbereitungen – die Zweite

Wir packen zum zweiten Mal die Myanmar-Koffer. Nicht etwa, weil wir es uns leisten könnten schon wieder zu fliegen. Nein, mir war beim ersten Versuch ein klitzekleines Missgeschick passiert. Ein Bruch des Sprunggelenks hat mich verhindert. Drei Tage vor dem Abflug war es passiert! Inzwischen ist alles gut verheilt, nichts mehr ist zu spüren. Und so stehen wir wieder vor unseren Koffern und überlegen was da rein soll. Ich glaube, ich nehme nur eine Hose mit und kaufe mir vor Ort ein, zwei Longyi und gut ist 😉

Aber erstmal gilt es noch eine Woche zu arbeiten und Knochenbrüche zu vermeiden, dann wird’s auch was mit Myanmar. Spätestens nächste Woche melde ich mich wieder.

Vorbereitungen

Kurz nach den Feiertagen ging es weiter mit den Vorbereitungen. Die Visa sind angekommen und wir haben noch Devisen bestellt, da in Myanmar Geldautomaten noch keine Selbstverständlichkeit sein sollen. Also haben wir uns noch ein paar Dollar schicken lassen. Blöd, daß der Kurs zum Euro gerade jetzt so schlecht ist.

Traudls Koffer ist schon gepackt (!), deshalb kann ich hier nur ein halb so umfängliches Bild meiner „ersten Sortierung“ zeigen. Ja, Ja, zugegeben das ist auch noch nicht ganz vollständig. Vielleicht packe ich doch noch eine Unterhose mehr ein.

Packen

Nachtrag

Eigentlich wollte ich ja gar nichts mehr einstellen, aber nachdem sich der heutige Tag nach einem eher verhaltenem Beginn in einen absoluten Super-Traum-Strandtag wandelte, kann ich es mir nicht verkneifen noch ein paar wenige Neidmachbilder einzustellen. Ich weiß, nicht ganz fair aber der Schiedsrichter lässt Vorteil gelten ;-))

see you

1. Unser Stammplatz am Strand (20 m zu Fuß, puh)

2. 3 m daneben Schaukelliege

3. Ausblick aus unserer Hütte

4. Der etwas verhaltene Start kurz nach halb sieben. Wir waren heute vor dem Frühstück im Meer.

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Laguna Bacalar und Tulum

Die erste Nacht in diesem Hotel war überraschend gut. Ein raffiniertes altes Holzlamellensystem hat uns wie unter freiem Himmelschlafen lassen. Es brauchte weder Ventilator noch Klimaanlage. Letzteres wäre eh‘ nicht vorhanden. Kurz vor sechs Uhr war ich bereits wach, die Vögel waren mal wieder schuld. Da es noch dämmerte, bin ich auf das Dach hinauf und habe mal geschaut, ob ich einen schönen Sonnenaufgang sehe. Die halbe Stund dort war einfach super! Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen war der Himmel fast wolkenfrei und die Sonne erschien langsam hinter ein paar kleinen Cumuli auf der anderen Seite der Lagune. Phantastisch anzuschauen!

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imageAnschließend gingen wir den Tag sehr geruhsam an. Nachdem wir uns den Schlaf aus den Augen gewaschen hatten, dackelten wir auf die Terrasse direkt unter unserem Zimmer. Dort wartete bereits ein gestern Abend angekommenes Grüppchen Holländer auf sein Frühstück. Damit waren die überaus routinierten Servicekräfte vollkommen überfordert. Die Reiseleiterin der Holländer packte zum Teil selber mit an, damit was vorwärts geht. Wir nahmen erst mal eine Tasse Kaffee (wieder einmal super gut!) und setzen uns wie geplant nach draussen. Die Käsköppe saßen komischerweise fast alle drinnen. Wir beobachteten stillvergnügt die Show und genossen ansonsten den phantastischen Ausblick. Als das Haus dann wieder holländerfrei war, bestellten auch wir und genossen in aller Ruhe ein abwechslungsreiches Frühstück aus Pfannkuchen mit Ei und gebratenem Speck, Früchten mit Joghurt und Müsli, Rührei mit Schinken, Toast und Marmelade sowie Fruchtsaft und Kaffee. Das brauchte natürlich seine Zeit in der die Sonne immer höher stieg und mit jeder Viertelstunde wieder etwas andere Farben in der Lagune erzeugte.

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Heute wollten wir erst einmal zur Cenote Azul fahren und dort baden. Sie war allerdings ganz anders, als die Cenote in Ek Balam. Diese hier lag da wie ein See, hatte aber genauso kristallklares Wasser, wie die in Ek Balam. Die Wassertemperatur war auch deutlich anders. Diese hier war pieselwarm! Etwas merkwürdig fanden wir die „Infrastruktur“. Diese kostete einen kleinen Eintritt, dann ging man vom Eingang durch ein großes Restaurant, das bis an’s Ufer reichte. Dort waren Badestellen vorgesehen an schmalen betonierten Uferwegen, die aber nur direkt vor dem Restaurant existierten. Umkleiden gab es keine, das musste so oder auf den Toiletten gehen. Na egal, scheint hier so üblich zu sein.

imageimageimageWir haben auf jeden Fall ausgiebig gebadet und die Sonne genossen. Als wir am frühen Nachmittag zum Auto zurückkommen, gibt es leider eine unangenehme Überraschung. Einer der hinteren Reifen hat fast keine Luft mehr. Die Reifenflanke hat kurz über dem Felgenhorn einen daumengroßen, hufeisenförmigen Defekt. Der geht wohl nicht ganz durch, denn der Reifen ist nicht komplett platt. Aber mit dem geht es nicht weiter. Der Parkwächter meint drei Kilometer Richtung Bacalar müssten wir geholfen werden. Hier auf dem schrägen Parkplatzhier, kann ich eh nichts machen, also fahren wir erst mal los. Kurz vor der Hauptstraße ist ein schattiges, ebenes Plätzchen. Ich beschließe, den Reifen vorsichtshalber zu wechseln, bevor ich mich damit wieder in den Verkehr und auf die Topes wage. Wo Ersatzreifen und Werkzeug liegen, hatten wir ja bei der Fahrzeugübergabe gezeigt bekommen. Die Sichtung des Ersatzrades stellt mich zufrieden. Der Reifen ist neu und hat ausreichend Luft – prima. Die Sichtung des Werkzeugs macht schon eher stutzig. Der Wagenheber scheint ok, aber womit soll man kurbeln? Nichts zu finden! Ich behelfe mir mit der Gewindestange der Ersatzradbefestigung. Damit bekomme ich den Wagen angehoben. Nun erst einmal die Radbolzen lösen. Skeptisch betrachte ich den Schlüssel. Die Größe passt, aber die Hebellänge beträgt gut gerechnet gerade mal 20 cm. Per Hand nichts zu machen. Ich steige drauf und hüpfe, nichts bewegt sich. Das bringt nichts mit dem Werkzeug. Also alles wieder eingepackt und langsam weitergefahren. An der nächsten Tankstelle erstmal Luft nachgefüllt. Der Reifen hält. Weiter geht es. Nach kurzer Zeit taucht einer der typischen kleinen Mechanicos auf. Wir halten an und fragen, ob er uns das Rad wechselt. Klaro. Mit einem großen Rangierwagenheber ist unser kleiner Aveo mit drei Hüben direkt am Straßenrand hochgebockt. Aber selbst mit seinem riesigen Radkreuz braucht der Mechanico Hände und Füße, um die Bolzen zu lösen. Ruckzuck ist das Ersatzrad drauf, genauso übel angeknallt, wie das Rad zuvor und das defekte Rad verstaut. Das ganze kostet 20 Peso, also € 1,10 (in Worten: Einen Euro zehn Cent), wir geben noch etwas Trinkgeld drauf, alle sind hochzufrieden und wir fahren winkend weiter.

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Wir wollen uns noch das alte Fort anschauen, dass die Spanier hier aufgebaut haben, nachdem ihre Stadt mehrfach von Piraten überfallen worden war. Nach kurzer Suche finden wir es. Im Inneren ist auch ein kleines, sehr gut hergerichtetes Museum, dass über die Geschichte Yucatans, die Kolonialzeit, die Paraterie und die Seefahrt unterrichtet. Hier erfahren wir bspw. dass Yucatan einst die komplette Halbinsel umfasste, so wie heute noch die Touristiker die ganze Halbinsel meinen, wenn es in diesem Kontext um Yucatan geht. Der Bundesstaat Yucatan heute, ist ja nur noch ein kleinerer Teil der Halbinsel, neben Quintana Roo, Campeche, Chiapas und Tabasco. So, damit ist der Bildungsauftrag für heute auch erfüllt :-))
Knapp im Norden von uns hat sich wieder ein dickes Regengebiet aufgebaut. Traudl setzt sich deshalb an eine der alten Kanonen und ballert es von uns weg. Wir wollen jetzt keinen Regen mehr sehen. Es hilft offenbar; die dunklen Wolken ziehen im Norden an uns vorbei.

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Da sie es in unserem Hotel seit gestern Abend nicht geschafft haben, das WLAN zu reparieren, suchen wir nach einem Cafè in dem wir mal wieder Verbindung mit der Heimat aufnehmen können.image

In der Nähe des Forts finden wir eines und tauschen ein paar Nachrichten aus.. Auch die Lage unseres morgigen Hotels für die letzten Tage sehe ich mir in Street View nochmal an. Diesen visuellen Eindruck zu haben, hilft bei der Suche sehr. Nebenbei genießen wir noch Cappucino aus Bierseidln!
Inzwischen ist es später Nachmittag geworden und wir fahren retour, um uns zu duschen und zu überlegen, was wir heute Abend noch unternehmen wollen in dieser „Metropole“.
Beim weiteren Durchkreuzen des Ortes stellen wir fest, das er seine besten Tages längst gesehen hat. So wie auch unser Hotel das nicht verbergen kann. Es lebt von seiner einmaligen Lage über der Lagune und seinem freundlichem Personal, zumindest im Restaurant. Auch die Konsultation des Reiseführers führt zur Erkenntnis, bleiben wir im Hotel auf der Terrasse und genießen wir nochmal diesen Ausblick beim Essen.

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Am nächsten Morgen frühstücken wir in dem Café vom Vortag und nehmen anschließend unsere letzte richtige Reiseetappe unter die Räder. Auf nach Tulum. Ich fahre sehr gemählich unserm Ziel entgegen, erstens weil wir unterwegs nichts mehr zum Ansehen erwarten und wir nach dem Mittag ankommen wollen und zweitens weil Traudl sich wohl etwas eingefangen hat. Ein wenig wird meine Befürchtung, daß uns hier deutlich mehr Touristen erwarten als bislang, wahr. Die Küstenstraße, südlich der Mayaruinen ist über Kilometer dicht an dicht mit Hotels und Restaurants gepflastert. Positiv ist aber, daß keines über die Palmen hinausschaut und so kein Betonburganblick ansteht. Fast am Ende liegt unsere Anlage. Sie besteht aus einzelnen Häuschen zwischen den Palmen in den Sanddünen zufällig verteilt. Der Anblick des Meeres durch die Palmen haut uns fast um. Paradiesisch!

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Die ersten drei Tage hier sind nun vorbei und heute haben wir den letzten kompletten Ferientag. Das Wetter war leider etwas durchwachsen. Nach unserer Anreise hatte der stürmische Wind der Vortage wieder eingesetzt und der Himmel war manche Stunde komplett dunkelgrau. Entsprechend der Windstärke war der Wellengang. Am ersten Tag konnte ich es mir trotzdem nicht verkneifen einmal rauszuschwimmen und etwas bodysurfen zu versuchen. Nach einer halben Stunde Kampf ein den Wellen war ich so kaputt, daß kam was kommen musste. Auf einen der Brecher kam ich nicht mehr rauf, er schmiß mich so blöd auf den Grund, daß es mir den Körper so über den Arm schob, daß ich glaubte er sei ausgekugelt. Ich hatte wegen des Schmerzes richtig wacklige Knie und musste mich erstmal auf eine Liege setzen. Vorsichtig probierte ich erstmal die Finger, dann die Armbewegungen durch. Puh, richtig drin im Gelenk war der Arm wohl noch. Ein paar Sehnen vermutlich kräftig überdehnt, aber nichts kaputt. Glück gehabt.

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Die Ruinen hier haben wir uns natürlich auch noch angesehen. Aber sie sind kein Vergleich zu dem, was wir schon gesehen haben! Trotzdem ist diese Anlage hier die mit Abstand (!) am meisten besuchte. Tja, so ist er, der Massentourismus. Bereits um 9.00 Uhr soll es hier voll werden, weshalb wir bereits vor der Öffnung der Tore vor den selben stehen. Nach gut einer Stunde haben wir wirklich alles gesehen und verschwinden wieder, die Horden palavernder Amis hinter uns lassend.

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http://www.f1rstlife.de/news/details/artikel/bildung_in_mexiko_eine_momentaufnahme_des_versagens

Ja, nun ist es schon wieder soweit. Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Wieder im Büro zu sitzen, kann ich mir momentan gar nicht vorstellen. Heute Abend werden wir den letzten Tag bei einem Essen am Meer ausklingen lassen. Wir haben uns das hier schon mal angesehen.

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Wieder einmal durften wir in eine andere Welt eintauchen. Leider nehmen wir nicht allzuviel Hoffnung für Mexico mit. Was wir unterwegs erlebten, bestätigte uns leider ein Artikel, den Traudl heute im Internet fand. Wen es interessiert, kann ihn hier nachlesen: (Der link steht einpaar Zeilen weiter oben, unter den Tulum-Bildern. Er springt beim einsetzen leider immer an die Stelle.)

Wir hoffen aber sehr, daß es ein paar Unermüdlichen doch noch gelingt die Kehrtwende für das Land zu bewirken.

Buena Suerte Mexico!

Balamku und Calakmul

Vor unserer Abfahrt zum nächsten Tagesziel genießen wir noch einmal das hervorragende Frühstück im El Clombre. Unsere Köchin liegt noch flach, aber ihr Mann Oskar kümmert sich nach Kräften um uns. Es beginnt wieder zu regnen. Heute sind wir aber gar nicht böse drum. Das heisst weniger Hitze während der Fahrt. Nachdem wir aus Palenque raus sind, geht es gut voran. Nach kurzer Zeit erreichen wir schon die Transversale, die von Villahermosa bis nach Campeche führt. Sehr wohltuend – wenige Topes und auch wenige Schlaglöcher. image

Als wir EscArcega durchquert haben, halten wir Ausschau nach einem „Restaurant“, wie wir es auf der Fahrt durch die Berge gefunden hatten. An einem recht passabel aussehenden halten wir an, um Pause zu machen. Frisch zu essen gibt es aber nichts. Nur Getränke, Eis und eine riesen Auswahl an Knabberzeug in Tüten. Nicht einmal Obst haben sie hier. So bestellen wir uns eine eiskalte Cola und essen unsere eigenen Cracker und Erdnüsse. Die weitere Fahrt ist unspektakulär. Am Eingang des Nationalparks Calakmul liegt auch gleich unser Hotel. Das hatten wir nun anders verstanden in der Beschreibung. Das bedeutete für morgen eine lange Anfahrt zur Besichtigungsstätte, nämlich 60 Km einfache Strecke hinein in den Dschungel! Na gut, dafür haben wir heute Zeit gespart. Wir beziehen unsere Hütte und finden sie einfach super.

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Der Pool ist genau vor unserer Cabane, es hat ausgesprochen angenehme Temperaturen hier mitten im Urwald und die Hütte ist sehr sauber und angenehm ausgestattet. Statt Fenstern sind hier engmaschige Netze eingebaut, die das Hüttchen sanft durchlüften -Klasse! Auf der Herfahrt haben wir gesehen, dass Balamku kurz vor unserem Hotel nur 3 Kilometer abseits der Straße liegt. Wir beschließen, da noch hinzufahren. Es ist erst halb vier und in der Regel haben die Sehenswürdigkeiten bis 5 Uhr auf. Balamku ist nur eine kleine Ausgrabungsstätte, aber sie hat eine Attraktion zu bieten. Nämlich einen komplett erhaltenen und sehr gut restaurierten Fries eines der Tempel dort. Wir schlendern wieder ganz für,uns durch diese kleine Anlage und finden, genau wie im Reiseführer beschrieben einen Tempelwächter vor, der uns die komplett umbaute Attraktion aufschließt. Er scheint froh um unseren Besuch zu sein, denn wortreich erklärt er uns was da vor uns liegt. Zunächst verstehen wir nur Spanisch, aber mit Nachfragen, Händen und Füßen, einigen halbverschütteten Lateinkenntnissen verstehen wir doch einiges von dem was er erklärt.

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Der Fries ist im restaurierten Originalzustand zu sehen. Farbe und Zustand haben sich so gut erhalten, weil das Gebäude später durch ein größeres überbaut wurde. Im Wesentlichen wurden vorstellungen der Maya beim Übergang in die Unterwelt umgesetzt. Zu erkennen an den Kröten, die nach Meinung der Maya die Führer der Menschen an ebenjene Orte sind. Ich musste dabei an unsere jährlichen Krötenwanderungen denken -was die wohl zu bedeuten haben?

Am nächsten Morgen sind wir früh unterwegs. Immerhin sind es bis zur Ausgrabung 60 Km in den Nationalpark hinein. Anfangs denke ich noch, das sei locker in unter einer Stunde zu schaffen. Die Straße ist breit, geteert und ziemlich lochfrei. nach 20 Km ändert sich das in der schon bekannten Weise, die Breite lässt nach, die Kurven nehmen deutlich zu und die Lochfrequenz erhöht sich immens. Neben den Kurven bieten nun recht häufig truthahngroße und herrlich bunte Laufvögel Abwechslung. Auch Nasenbären tauchen ab und an auf.

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An der Ausgrabung angekommen, scheinen wir wieder die ersten Besucher zu sein.  In der Zeit der Maya-Klassik war Calakmul vergleichbar oder größer als Tikal. Die Stadt belegt über 30 Quadratkilometer und es sind über 5000 Gebäude bekannt. Allerdings ist nur das Allerwenigste davon ausgegraben oder erforscht. Dazu gehört die größte Pyramide, die mit 45 m Höhe ebenfalls die Dimensionen Tikals erreicht. Soweit über dem Dach des umgebenden Urwalds ist es angesichts dieser Dimensionen wieder einmal schleierhaft, wie eine solch hochentwickelte Kultur einfach verschwinden kann.

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Beieiner wahren Rallye retour zur Unterkunft, begegnen uns nun immer wieder Autos und Kleinbusse. Nach einer Abkühlung unter der Dusche und einem kleinen Imbiss in unserm Dschungelrestaurant,

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brechen wir zu unserer vorletzten Etappe zur Laguna Bacalar auf.